Dieses schöne Scheißleben (2014)

Dieses schöne Scheißleben Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Dieses schöne Scheißleben: Dokumentation von Doris Dörrie über weibliche Mariachi in Mexiko auf der Suche nach dem Glück und ihren Kampf gegen Machismo.

Zur mexikanischen Kultur gehören ohne Frage die musizierenden, Sombrero und Cowboystiefel tragenden Mariachi, die nicht nur einfach Musiker sind, sondern Mariachi ist ein ganz eigener Lebensstil. Vor allem Männer sind es, die sich vermehrt für diesen Lebensstil entscheiden. Doch das hindert einige Frauen nicht daran, ebenfalls den Weg des Mariachi einzuschlagen. Eine dieser Musikerinnen ist María del Carmen. Die Filmemacherin Doris Dörrie begleitet in dieser Dokumentation die Estrellas de Jalisco, die auf Familienfesten, an Feiertagen wie dem Día de los Muertos und auf den Straßen von Mexiko City auftreten. María del Carmen hat sich in dieser von Mariachi-Bands dominierten Richtung behauptet und auch wenn sie zusammen mit männlichen Bandmitglieder auftritt, so ist die Sängerin unumstritten die Ikone. Dennoch werden die weiblichen Mariachi immer noch skeptisch von ihren männlichen Kollegen beäugt, die Tag für Tag auf der Plaza Garibaldi in Mexiko-Stadt musizieren. Doris Dörre dreht sechs Wochen lang in Mexiko City und begibt sich auf die Suche nach weiblichen Mariachi, die in ihren Liedern über Tod und Liebe singen, aber auch über Alltag und Armut. Die ältesten Vorreiterinnen für die Mariachi sind die “Las Pioneras de Mexico”, die schon in den 1950er und 1960er Jahren große Erfolge feierten. Die Musikerinnen geben dabei zu, von Verwandten und Bekannten immer wieder schräg angeschaut zu werden, da sie ihr Leben eben nicht auf Küche, Kirche und Kinder konzentrieren, sondern viel opfern, um als Mariachi Erfolge zu feiern. Die Frauen singen sich mit volkstümlichen Liedern den Frust von der Seele, in denen die “Suche nach dem Glück” beschworen wird, die Lust am Leben, das sie mit dem titelgebenden Refrain “Ach dieses schöne Scheissleben” zelebrieren.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dokumentarfilm über weibliche Mariachi in Mexiko auf der Suche nach dem persönlichen Glück und ihren Kampf gegen Machismo.

    “Hier auf dem Platz singt keiner so gut wie ich”. Mariachi-Sängerin Maria del Carmen sagt das mit Stolz und ein bisschen Trotz, sie tritt zwar mit männlichen Bandmitgliedern auf, ist als Sängerin aber unangefochten und hat sich durch gebissen, gegen alle Vorurteile. Denn das Feld gehört eigentlich den Mariachi-Bands mit ihren Mitgliedern in engen Hosen mit Sombrero und Cowboystiefeln, die auf der Plaza Garibaldi in Mexiko-Stadt musizieren. Was so leicht und touristisch angehaucht aussieht, ist harte Arbeit, der Lohn mickrig. Nur wenige Frauen entscheiden sich für ein Leben als Mariachi, skeptisch beäugt von der männlichen Konkurrenz. Und nur wenige können sich behaupten.

    Doris Dörrie drehte mit einem kleinen Team sechs Wochen lang in Mexiko City und Umgebung, setzte sich auf die Spuren weiblicher Mariachi, die über Tod und Liebe singen, über Armut und Alltag. Neben Maria haben sich auch “Las Estrellas de Jalisco” durchgesetzt, die am Wochenende in die Stadt kommen und ihre Familien daheim lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen müssen sie sich nicht nur auf der Plaza verdingen, sind gut im Geschäft auf Partys, Beerdigungen oder Hochzeiten. Die Dritten im Bunde sind “Las Pioneras de Mexico”, die ältesten Vorreiterinnen, sie feierten schon in den 1950er und 1960er Jahren Erfolge. Die Musikerinnen egal welchen Alters geben zu, viel zu opfern. Von Verwandten und Bekannten werden sie schräg angeschaut, weil sie sich nicht auf Küche, Kirche und Kinder konzentrieren, eifersüchtige Ehemänner stänkern herum und die Hausarbeit wartet oft noch nach dem Auftritt. Dörries Erzählung beginnt einige Wochen vor dem “Dia de los Mortes” Anfang November, ein traditioneller und bunter Gedenktag für die Toten, der auch im Vergnügungsviertel gefeiert wird. Mit großer Offenheit berichten die Protogonistinnen von ihrem Alltag, vom Moment der Befreiung bei den Aufritten, aber auch von Erschöpfung, vom Kampf gegen all gegenwärtigen Machismo und permanente Gewalt als Zeichen von Männlichkeit. Es berührt zutiefst, wenn sich die Frauen ihren Frust von der Seele singen, mit volkstümlichen Liedern in denen die “Suche nach dem Glück” beschworen wird, die Lust am Leben, das sie mit dem titelgebenden Refrain “Ach dieses schöne Scheissleben” zelebrieren. Die Doku entwirft ein Kaleidoskop der mexikanischen Gesellschaft, verweigert sich billigen Klischees und fröhlicher Folklore, nimmt die weiblichen Mariachi ernst. Und das wissen die zu schätzen, revanchieren sich mit großer Ehrlichkeit und großem Herzen. mk.

Darsteller und Crew

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