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Die Welle (2008)

Die Welle Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (6)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

Die Welle: Fesselnder Schulkrimi mit Jürgen Vogel als Lehrer, der mit seinen Schülern ein folgenschweres Experiment über die Verführbarkeit des Individuums startet.

Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) wagt während der Projektwoche zum Thema “Staatsformen” einen pädagogischen Versuch, um seinen Schülern die Entstehung einer faschistischen Diktatur endlich einmal hautnah verständlich zu machen. Diese halten die Wiederholung von Nazi-Terror und Holocaust für ausgeschlossen, doch schon nach wenigen Tagen installiert sich eine Mini-Diktatur im Klassenzimmer. “Die Welle” gerät schnell außer Kontrolle.

Längst gehört Morton Rhues Jugendbuchklassiker zum Allgemeinbildungsgut an Schulen und zeigt auf erschreckende Weise, wie virulent der Faschismus bleibt. Dennis Gansel (“Napola”) inszeniert packend und authentisch ein gefährliches Experiment, das 1967 tatsächlich stattfand.

Gleich zu Beginn seines Kurses über Autokratie sieht sich der als locker bekannte und für seine progressiven Ansichten geschätzte Lehrer Rainer Wenger mit dem Einwurf seiner Schüler konfrontiert, ein faschistisches System habe in unserer aufgeklärten Zeit ohnehin keine Chance mehr. Um die Schüler vom Gegenteil zu überzeugen, startet Wenger ein mehrtägiges Experiment, “Die Welle” – mit frappierendem Erfolg. Binnen kürzester Zeit verändert sich Wengers ganze Klasse, und der Lehrer auch. Bis Die Welle aus dem Ruder läuft.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (5)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Die Welle“ von Regisseur Dennis Gansel verfilmt zum ersten Mal für das Kino ein schulisches Experiment, das der Geschichtslehrer Ron Jones 1967 an einer kalifornischen Highschool durchführte. Das binnen fünf Tagen aus dem Ruder gelaufene Projekt über faschistisches Denken wurde auch zum Thema des Jugendromans „Die Welle“ von Morton Rhue und eines gleichnamigen TV-Films im Jahr 1981. Gansel verlegt die Handlung an ein deutsches Gymnasium in der Gegenwart. Das Spielfilm-Ergebnis ist allerdings weniger beklemmend, als zweifellos beabsichtigt, sondern mittelmäßig inszeniert und pädagogisch überfrachtet.

    Dennis Gansel schien nach der Regie seines viel gelobten Dramas „Napola – Elite für den Führer“ von 2004 prädestiniert für weitere Jugendfilme zum Thema. In „Napola“ gelang die filmische Demaskierung der verlogenen Nazi-Ideologie auf emotional bewegende, eindringliche Art. „Die Welle“ verfehlt jedoch ihr Ziel, vor der latenten faschistischen Ader in jedem Zeitgenossen zu warnen und die Bereitschaft zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie zu stärken. Zum einen klebt das Drehbuch sehr stark an dem zu Fehlinterpretationen einladenden Schulexperiment von 1967. Zum anderen ist die filmische Umsetzung so dröge und sprechblasenhaft wie ein Film über die Jugend etwa aus den siebziger Jahren: Der Zielgruppe werden Ansichten in den Mund gelegt, weil man sie schlecht kennt.

    Rainer Wenger, gespielt von Jürgen Vogel, ist ein ungewöhnlicher Lehrer. Er gibt sich jugendlich, spöttisch, legt keinen Wert auf den Respekt anderer Lehrer. Eigentlich wollte er, als ehemaliger Hausbesetzer, die Projektwoche zum Thema Anarchie leiten. Doch die war schon vergeben. Und zack: Es dauert nur ein-zwei Tage, bis die Teilnehmer aus „Anarchie“ darum betteln, in „Autokratie“ aufgenommen zu werden. Dort werden neuerdings weiße Hemden getragen, die Schüler haben dieses Leuchten in den Augen, und eine typische Handbewegung gibt es auch.

    Der Film ist in einzelne Tage aufgeteilt, um die ins Unheimliche wachsende Dynamik in Wengers Klasse zu unterstreichen. Am Montag steht Disziplin auf dem Programm. Am Mittwoch ist die ganze Stadt vollgesprüht mit Wellen-Graffitis, dem Logo der Gruppe. Kurz darauf werden Schüler am Betreten der Schule gehindert, wenn sie den Gruß nicht machen.
    Jones hatte durchaus Verständnis für die Sehnsucht der Schüler nach mehr Gemeinschaft, warnte aber davor, sie manipulativ auszunutzen.

    Der Spielfilm fahndet nicht sehr interessiert nach den Stellen, an denen das Gemeinschaftsgefühl faschistoid wird. Sondern er malt die Gefahr fast panisch an die Wand. Hinzu kommen ein paar unnötige Fußangeln: Die Träger der weißen Hemden verlieren schnell die Beherrschung, Dennis brüllt die Theatergruppe an, Marco schlägt Karo, der Lehrer beleidigt seine Frau, die ihn verlässt. Das soll wohl heißen, der Tyrann in jedem Menschen hat einen sehr leichten Schlaf. Und die beiden Hauptgegnerinnen der Welle, die Schülerin Karo und die Ehefrau Wengers, sind relativ gefühlsarme Bedenkenträger.

    Fazit: Ein Faschismus-Experiment in einer Schulklasse verselbständigt sich: Mittelmäßiges Drama von Dennis Gansel nach einem wahren Fall.
  • Publikumsnahe Stoffe, die unterhalten, gleichzeitig aber auch bewegen sollen, liegen Dennis Gansel am Herzen. “Die Welle” ist ein Paradebeispiel dafür.

    Die Verfilmung der legendären “Third Wave”-Experimente, die der kalifornische Lehrer Ron Jones 1967 durchführte, um seine Schulklasse davon zu überzeugen, dass es auch nach den Erfahrungen mit dem Dritten Reich jederzeit möglich ist, wieder faschistische Strukturen zu schaffen, ist die logische Fortführung eines Themenkomplexes, den Gansel mit “Napola” begonnen hat. Er greift aber auch auf seinen bislang größten Kassenerfolg “Mädchen Mädchen!” zurück, in dem ihm ebenfalls das Innenleben und die Nöte Heranwachsender am Herzen gelegen waren. Der verführerische Reiz eines autokratischen Systems ist natürlich ein weitaus ernsterer Stoff. Folgerichtig hat Gansel die Geschichte mit seinem Koautor Peter Thorwarth unter Zuhilfenahme der originalen Manuskripte Jones’ als packendes, dramatisch zugespitztes Melodram aufbereitet, in dem ein überaus beliebter, von Jürgen Vogel als ultimativer Kumpeltyp gespielter Lehrer, der privat die Ramones hört und auch sonst dem Antiautoritären nicht abgeneigt ist, seine Klasse in einem Kurs mit einfachen Mitteln zu einer gleichgeschalteten Gruppe formt, in der Andersdenkende radikal ausgegrenzt werden. “Die Welle” nennt der Lehrer das Projekt. Und einer Welle gleich gerät es außer Kontrolle, reißt die Beteiligten mit und bricht über ihren Köpfen zusammen, mit fatalen Folgen – womit die Macher weiter gehen als ein damals kontrovers diskutierter Fernsehfilm von 1981 zum selben Thema. Gerade weil die professionell gestaltete Erzählung so eine große Sogwirkung entfaltet, kann sich Gansel einfachen Antworten verweigern: “Die Welle” bietet labileren Figuren eben auch einen Zufluchtsort – und ist gerade deshalb so gefährlich. In bester Punkmanier bietet Gansel Individualismus und Kritikfähigkeit als Alternative zum zunächst coolen Gruppenzwang an. Und hat damit die Trümpfe in der Hand. ts.

Darsteller und Crew

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