Die Wand (2011)

Filmhandlung und Hintergrund

Eine brillant aufspielende Martina Gedeck stellt sich in der Verfilmung des berühmten Romans von Marlen Haushofer den Grundfragen menschlicher Existenz.

Wenn Martina Gedeck die Berggegend im Sommer erkundet, mit dem Gewehr über die Schulter im Winter durch den Wald stapft oder unter der Last von Heu im Herbst gebeugt dem Stall zuwankt, glaubt man eine Frau zu sehen, die ihr schweres Leben meistert. Erst bei näherem Hinsehen, bei einem Blick in ihr Gesicht ist Verzweiflung, Angst und große Einsamkeit zu spüren, gepaart mit Überlebenspragmatismus. Diese namenlose Person ist der einzige Mensch in einer sonst menschenleeren Landschaft, gefangen in einer abgeschotteten Seelenlandschaft. Um nicht den Verstand zu verlieren, bringt sie ihre Geschichte zu Papier. Mit dem letzten Blatt endet die von Julian Roman Pölsler subtil inszenierte, visuell und atmosphärisch fulminante Literatur-Adaption, sieben Jahre Drehbucharbeit machen sich bemerkbar. Das in 19 Sprachen übersetzte Meisterwerk von Marlen Haushofer galt als unverfilmbar, ein Ein-Personen-Stück über existenzielle Grundfragen.

Es sollte ein entspannter Kurzurlaub werden. Die Frau fährt mit einem befreundeten Ehepaar ins Gebirge, nach der Ankunft gehen die zwei ins Dorf, sie bleibt mit deren Hund zurück. Als sie am nächsten Morgen immer noch allein in der Jagdhütte ist, macht sie sich auf den Weg ins Tal und stößt an eine unsichtbare Wand, für den Zuschauer immer wieder an einem Grundsound auf der Tonspur erkennbar. Dahinter eine in sich erstarrte Welt. Sie ist allein auf sich gestellt und muss sich neu verorten in einer feindlichen, (von den unterschiedlichen Kameramännern) wunderbar fotografierten Natur im Wandel der Jahreszeiten, einzige soziale Ansprechpartner sind der Hund, eine Kuh, die bald ein Kalb bekommt, eine Katze und ihr Junges sowie eine weiße Krähe. Der Fokus liegt auf der inneren Welt der Hauptfigur, die Wand kann vieles sein – Metapher für das Gefangensein im eigenen Ich, Zeichen bewusster Abgrenzung oder für ein traumatisches Erlebnis, Auslöser für weibliche Autonomie wie Feministinnen meinten, vielleicht letzte Rettung, zu sich zu finden. Buch wie Film bieten zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten. Der Romantext wurde mit Kürzungen übernommen, bei dem sehr präsenten Off-Kommentar und Bach-Partiten sehnt man sich allerdings manchmal nach mehr Stille. Martina Gedeck spielt phänomenal wie sie introvertiert alle psychischen und physischen Höhen und Tiefen durchdekliniert, sich an Strukturen klammert wie das Aufziehen der Uhr und das Abreißen von Kalenderblättern. Eine schauspielerische Glanzleistung. mk.

Eine Frau schreibt in einer einsamen Jagdhütte ihre Geschichte auf. Als beim Wochenendausflug das befreundete Ehepaar von einem Dorfbesuch nicht zurückkommt, macht sie sich auf den Weg ins Tal und stößt an eine unsichtbare Wand, ist vom Rest der Welt getrennt und in einer feindlichen Natur auf sich gestellt. Nur einige Tiere leisten ihr Gesellschaft. Zwischen Einsamkeit, Angst und Resignation versucht sie zu überleben und stellt sich den Grundfragen menschlicher Existenz.

Eine Frau in einer eisamen Hütte stellt fest, dass sie durch eine unsichtbare Wand von der Außenwelt getrennt ist. Adaption von Marlen Haushofers Roman, in der Martina Gedeck in der Hauptrolle über sich selbst hinauswächst.

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