Die Wand (1999)

Die Wand Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (0)
  1. Ø 0
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • "Die Wand" ist ein langes, ergreifendes Solo für Martina Gedeck, die die meiste Zeit des Filmes ohne menschlichen Anspielpartner das einsame Leben in den Bergen erlebbar macht. Ihre Entwicklung von der unbedarften Städterin zur Überlebenskünstlerin ist die Handlung des Films, und in jeder Einstellung spielt Gedeck absolut glaubwürdig. Ihr Gesichtsausdruck, ihre Gesichtszüge spiegeln diesen Weg; zur grundsätzlichen Verunsicherung und Angst kommt langsam das Gefühl für die eigene Kraft und die eigene Lebendigkeit hinzu, auf die die Frau in ihrer Einsamkeit zurückgeworfen ist. Mehr und mehr ist Martina Gedecks Figur von Arbeit gezeichnet. Und mehr und mehr geht sie auf in ihrem freien Leben in, gegen und mit der Natur, geht sie auf in der Reduktion auf das Wesentliche.

    Regisseur und Drehbuchautor Julian Pölsler, sonst eher im Fernsehen zuhause, hat Marlen Haushofers Erfolgsroman "Die Wand" aus dem Jahr 1963 kongenial verfilmt. Pölsler nutzt die ungebändigte Wildheit der Berge für seine kraftvollen Bilder, setzt in diese Gebirgswelt eine Frau, eine Art weiblichen Robinson Crusoe, die er mit der Landschaft eins werden lässt. Allein Luchs, den Hund, hat sie zum Gefährten. Ein Bergdrama der anderen Art mit einer Prämisse zwischen Kafka und Existentialismus, einer geheimnisvollen Wand, die eine undurchdringliche Blase um die Frau in den Bergen bildet. Eine Wand, deren Rätselhaftigkeit nie aufgelöst wird. Dadurch erhält Pölsler die metaphorische Ebene des Romans. Der lässt viele Interpretationsmöglichkeiten zu: Als feministischer Vorreiter der Frauenbewegung, weil er von der Befreiung einer Frau erzählt, die sich durchsetzt; als Zurück-zur-Natur-Roman in der Folge von Rousseau oder Henri David Thoreau; als friedensbewegte Schrift gegen den Schrecken des Kalten Krieges; als radikal-konsequente Bebilderung eines seelischen Zustands, der nach außen sichtbar wird.

    Die Stärke von "Die Wand" ist neben der hervorragenden Darstellung genau diese Offenheit: Durch die Metaphorik der phantastischen Prämisse sieht jeder seinen ganz eigenen Film, mit ganz eigener Lesart. Und zugleich wirkt die Inszenierung ganz wahrhaftig, kraftvoll und energisch: Tatsächlich wurde über den Zeitraum von über einem Jahr immer wieder gedreht, denn jede Jahreszeit im Film ist „echt“; und Martina Gedeck musste sich auf die Heuernte mit der Sense, den Umgang mit dem Gewehr, die Arbeit mit Tieren genau vorbereiten, um vor der Kamera ganz natürlich die Mühen ihres einsamen Lebens erlebbar zu machen.

    Fazit: Martina Gedeck spielt ein großartiges Solo in dem existentialistischen Bergdrama "Die Wand". Sie, ihr Hund und die Natur sind die großen Wirkmächte des Films, die ihm seine Kraft geben.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Deutscher Filmpreis 2013: Drama "Oh Boy" gewinnt sechs Lolas

    Die Preisträger für den Deutschen Filmpreis 2013 wurden bekannt gegeben. Jan Ole Gersters "Oh Boy" konnte sich gegen Tom Tykwers "Cloud Atlas" durchsetzen und wurde als Bester Film mit insgesamt sechs Lolas ausgezeichnet. Weitere Preise gingen an die Schauspieler Tom Schilling und Michael Gwisdek für "Oh Boy", Barbara Sukowa für "Hannah Arend" und Christine Schorn für "Das Leben ist nichts für Feiglinge".

  •  Deutscher Filmpreis: Tom Tykwers "Cloud Atlas" als Favorit

    Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2013 wurden bekannt gegeben. Dabei geht Tom Tykwers "Cloud Atlas" mit insgesamt neun Nominierungen als Favorit auf eine LOLA ins Rennen. Die Verleihung findet am 26. April 2013 in Berlin statt.

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Die Wand"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Roman "Die Wand" wird mit Martina Gedeck verfilmt

    In Österreich haben die Dreharbeiten für das Drama “Die Wand” begonnen. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Marlen Haushofer, spielt die deutsche Film- und Fernsehschaupielerin Martina Gedeck eine Frau, die eines Morgens in einer Hütte in den Bergen aufwacht. Sie findet sich eingeschlossen von einer unüberwindbaren gläsernen Wand, hinter der es offenbar kein Leben mehr gibt. In Gesellschaft von nur einem Hund...

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.