Die Stimme des Adlers (2009)

Die Stimme des Adlers Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Stimme des Adlers: Selbstfindungsreise eines mongolischen Nomadenjungen, der Adlerjäger werden soll.

Der 13-jährige Bazarbai lebt mit seiner Nomadenfamilie im westlichsten Teil der Mongolei. Eigentlich würde er gerne wie sein älterer Bruder die Einöde verlassen und sein Glück in der Hauptstadt Ulan-Bator suchen. Doch sein Vater will ihn der Familientradition entsprechend zum Adlerjäger ausbilden. Als der Adler durch Bazarbeis Unachtsamkeit davonfliegt, gerät die Suche nach ihm zum Abenteuer. Er wird von Wölfen bedroht, landet bei einem skrupellosen Zirkusdirektor und flüchtet mit einem Mädchen in ein Kloster, bis er sogar seinen großen Bruder retten kann, der bei einem Minenunfall verschüttet wurde.

13-jähriger Nomadenjunge begibt sich auf der Suche nach einem Adler auf eine abenteuerliche Reise durch die westliche Mongolei. Prächtig bebilderter Selbstfindungstrip, Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Renè Bo Hansen.

Videos und Bilder

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Kritikerrezensionen

  • „Die Stimme des Adlers“ ist eine deutsch-schwedische Koproduktion, die mit Laiendarstellern in der Mongolei gedreht wurde. Bazarbai Matyei wurde auf einem Adlerwettbewerb gecastet und spielt sich selbst. Der Adler im Film gehörte damals der Familie, die ihn aber inzwischen der Tradition entsprechend wieder in die Freiheit entlassen hat. Auch im wirklichen Leben wird Bazarbai zum Adlerjäger ausgebildet. Nach diesem Prinzip des Eintauchens in das reale Leben der Darsteller entstanden schon die erfolgreichen Filme von Byambasuren Davaa, „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ und „Die Höhle des gelben Hundes“.

    Regisseur René Bo Hansen inszenierte die Coming-of-Age-Geschichte als Roadtrip zwischen dem traditionellen Leben im Altaj-Gebirge und den kommerziellen Verlockungen der Stadt. Zunächst führt der Film in die bergige Wüstenlandschaft mit den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund. Dort lebt im Sommer Bazarbais Hirtenfamilie in Zelten, im Winter zieht sie in ein Lager aus Hütten. Einer Jahrtausende alten Tradition zufolge jagt der Vater des Jungen mit Hilfe eines Adlers, den er seit Jahren hält.

    Doch Bazarbai interessiert sich mehr für die Satellitenschüssel und das Radio, die den Weg in die Einöde gefunden haben. Als sein älterer Bruder Khan zum Arbeiten in die Stadt zieht, rebelliert der Junge gegen seinen Vater, der ihn nicht zur Schule gehen lässt. Bazarbai möchte auch nichts mit dem Adler zu tun haben, den er doof findet. Das ändert sich jedoch, als der Adler ihm auf seiner Reise durch das Land folgt und ihn beschützt. Bazarbai lernt das Mädchen Inaara kennen, entkommt einer Diebesbande, findet Hilfe in einem Buddhistenkloster und wird schließlich zur Arbeit in einem Zirkus gezwungen. Doch auch von dort rennt er weg, um seinen Bruder Khan zu suchen. Der Adler wird ihm dabei noch eine wichtige Hilfe sein.

    Die kulturellen Kontraste in diesem Jugendabenteuer sind groß, etwa wenn Bazarbai mit seiner Fellmütze auf dem Kopf und dem Adler auf dem Arm in ein Wohnviertel am Rande der Wüste kommt. Die Blocks im Rohbau wirken gespenstisch verlassen. Und in der Stadt schließlich gibt es viel Rauch aus Fabrikschloten. Das Leben dort ist auch nicht so einfach, wie Bazarbai glaubte.

    Die urtümliche Welt im Altaj-Gebirge, der Charme der Laiendarsteller und als Kontrast dazu die Verlockungen der städtischen Warenwelt geben dieser Geschichte ihren Reiz, der jedoch nicht an die Filme von Byambasuren Davaa herankommt. Jene ganz bei den Nomaden in der Steppe gedrehten Abenteuer hatten eine stimmigere Atmosphäre, während „Die Stimme des Adlers“ die ungewohnte Umgebung und Tradition für eine ziemlich gewöhnliche Filmkonstruktion nutzt. Auch ein wenig mehr Sorgfalt bei der visuellen Gestaltung hätte dem Film gut getan.

    Fazit: Roadmovie mit einem Nomadenjungen und einem Adler, das den Kontrast zwischen Tradition und Moderne in der Mongolei zeigt.
  • Mit der teils prächtig bebilderten Selbstfindungsreise eines mongolischen Nomadenjungen versucht sich der norwegische Dokumentarfilmer Rene Bo Hansen erstmals an einem Spielfilm.

    Nach Byambasuren Davaa und Luigi Falorni, die 2003 mit “Die Geschichte vom weinenden Kamel” einen künstlerischen wie kommerziellen Überraschungserfolg feiern konnten, ist nun auch der Norweger Rene Bo Hansen der Faszination der mongolischen Wüste und ihrer Bewohner erlegen. Die Coming-of-Age-Story “Die Stimme des Adlers” erzählt vom 13-jährigen Bazarbai, der mit seiner Nomadenfamilie im westlichsten Teil der Mongolei lebt. Eigentlich würde er die triste Einöde zu gern verlassen und wie sein großer Bruder in die Hauptstadt Ulan-Bator gehen, wo das Leben tobt, man ordentlich Geld verdienen kann und die westliche Zivilisation bereits Einzug gehalten hat. Doch sein Vater hat “Besseres” mit ihm vor. Bazarbai soll einmal in seine Fußstapfen treten und – einer alten Tradition folgend – Adlerjäger werden. Da begeht der junge Nomadensohn wenig später einen folgenschweren Fehler. Durch eine Unachtsamkeit fliegt der ihm anvertraute Adler seines Vaters davon. Die Suche nach dem zahmen Tier gerät zu einer Odyssee, die Bazarbai einige aufregende Abenteuer (unter anderem mit Wölfen und einem skrupellosen Zirkusdirektor) bestehen lässt und bis nach Ulan-Bator führt, wo der Bub und der Adler, dessen Vertrauen er inzwischen gewonnen hat, sogar zum Lebensretter des großen Bruders avancieren.

    “Die Stimme des Adlers” hat seine Stärken in den imposanten Aufnahmen der rauen, kargen und unendlich weiten mongolischen Landschaft sowie in der Beobachtung des Alltagslebens der Nomaden. Das kommt nicht von ungefähr, schließlich hat Regisseur Hansen sein Handwerk bei Dokumentationen gelernt und bereits dort gedreht (“Street Children in Mongolia”). Dass die Handlung des Spielfilms, die weitgehend dem wahren Leben des Protagonisten entspricht, für Erwachsene dennoch ein wenig hölzern daherkommt, liegt zum einen am minimalistischen Spiel der Laiendarsteller, zum anderen an der zurückhaltenden Inszenierung der dramaturgischen Höhepunkte. Manche Mängel mögen dem niedrigen Budget geschuldet sein, doch als Selbstfindungsreise, als Initiationsfilm sowie als Porträt einer Kultur und eines Landes, die für westliche Augen immer noch höchst befremdlich wirken, funktioniert “Die Stimme des Adlers” ganz wunderbar. lasso.

Darsteller und Crew

News und Stories

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