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Die Scheinheiligen (2001)

Die Scheinheiligen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Scheinheiligen: Herrlich bayerische Bauernposse um eine störrische Greisin, die ihr Grundstück nicht für eine Autobahn-Grillstation verkaufen will.

Ein oberbayrischer Bürgermeister (Werner Rom) plant großflächige Imbissgastronomie auf idyllischem Grund. Doch hat er die Rechnung ohne die störrische alte Bäuerin Magdalena Trenner (Maria Singer) und deren Improvisationstalent gemacht.

Heimatfilm trifft David-gegen-Goliath-Satire in dieser sympathisch-skurrilen Komödie des Leinwanddebütanten Thomas Kronthaler.

Der Bürgermeister will seine oberbayerischen Gemeinde “aufwerten”, in dem sie den Bau einer Grillstation samt Autobahnzubringer forcieren. Doch hat er die Rechnung ohne die alte Bäuerin Magdalena Trenner gemacht, die ihr Grundstück partout nicht hergeben will. Gemeinsam mit Asylbewerber Theophile und Holzschnitzer Johannes setzt sie sich zur Wehr.

Bürgermeister Matthias will – angefeuert von parteitreuen Autoritäten des Ortes – den Ruf seiner bayerischen Gemeinde durch den Bau eines Fast-Food-Restaurants samt Autobahn-Zubringer aufpolieren. Dummerweise rechnet der Profithai jedoch nicht mit der Gegenwehr der Bäuerin Magdalena Trenner. Diese wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den Verkauf ihres Grundstücks und torpediert so den Bau des Prestigeobjekts. Mit dem Asylbewerber Theophile und dem schlitzohrigen Holzschnitzer Johannes setzt sie sich gekonnt zur Wehr…

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Auch wenn HFF-Absolvent Thomas Kronthaler den Förderpreis der HypoVereinsbank letztlich Benjamin Quabeck und dessen Initiationsfilm “Nichts bereuen” überlassen musste, so gehörte sein Spielfilmdebüt “Die Scheinheiligen” doch eindeutig zu den Publikumslieblingen des Filmfest München 2001. Die herrlich bayerische Bauernposse handelt von einer störrischen Greisin, die sich weigert, ihr Grundstück für eine Autobahn-Grillstation zu veräußern. Die freche Satire, die von ihren glaubwürdigen Charakteren und treffendem Wortwitz lebt, wird indes lediglich in südlichen Gefilden auf – dort allerdings – breites Interesse stoßen.

    Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst, diesem Motto folgte auch der 34-jährige Regisseur Thomas Kronthaler, als er sich daran machte, die hitzige Debatte um das Für und Wider eines McDonalds-Restaurants am Irschenberg für ein Drehbuch aufzubereiten. In einer skurrilen Mischung aus Heimatfilm, Komödie und Western schildert er den klassischen Kampf von David gegen Goliath: Der Bürgermeister und seine getreuen Vasallen (Lehrer, Pfarrer, Polizei etc.) wollen ihre oberbayerischen Gemeinde “aufwerten”, in dem sie den Bau einer Grillstation samt eigenem Autobahnzubringer forcieren. Doch leider hat der profitsüchtige Politiker die Rechnung ohne die alte Bäuerin Magdalena Trenner (Maria Singer) gemacht. Diese denkt nämlich gar nicht daran, ihr Grundstück, das für das Vorhaben dringend benötigt wird, herzugeben. Gemeinsam mit dem Asylbewerber Theophile (Michael Emina) und dem sympathischen kriminellen Holzschnitzer Johannes (Johannes Demmel), der für den ansässigen Pfarrer eine wertvolle Marienfigur kopieren soll, setzt sie sich zur Wehr…

    Gute Beobachtungsgabe, ein beschaulicher Erzählstil und auf den Punkt gebrachte Dialoge – das sind die Stärken von Kronthalers Regiedebüt, für das der gebürtige Erdinger auch das Drehbuch verfasste. Hierfür nutzt der Filmemacher, der die damaligen Ereignisse rund um den Irschenberg genauestens verfolgt haben muss, Insiderwissen, ohne dabei aber seine Protagonisten zu diffamieren. Zwar bekommen Gemeindeobrigkeit, Kirchenvolk und anderes konservatives Bürgertum ob deren Doppelmoral ordentlich ihr Fett weg, trotzdem zeugt Kronthalers Humor immer von der Liebe zu den Figuren, führen sie auch noch so Böses im Schilde. Dies gilt im Übrigen im umgekehrten Sinne auch für das Außenseiter-Trio, das durchaus nicht nur tugendhafte Eigenschaften besitzt.

    Technisch sowohl schnörkellos wie makellos inszeniert und mit schönen Landschaftsaufnahmen von Kameramann Micki Stoiber bebildert, können und wollen “Die Scheinheiligen” schon allein wegen ihrer regional begrenzten Thematik nur ein Nischenpublikum bedienen. Dieses aber wird voll auf seine Kosten kommen, schließlich werden hier Typen etabliert, die jedem schon einmal so oder so ähnlich über den Weg gelaufen sind. Und so nebenbei tritt der junge Filmemacher auch noch den Beweis an, dass man auch mit minimalem Budget (rund 200.000 Mark) und in nur 75 Minuten eine amüsante (bayerische) Geschichte erzählen kann, ohne dem Mainstream gehorchen oder in banales Bauerntheater abdriften zu müssen. lasso.

Darsteller und Crew

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