Die rote Zora (2007)

Die rote Zora Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die kroatische Adriaküste um 1930. Als die Mutter des 12-jährigen Branko (Jakob Knoblauch) stirbt, bricht er auf, um seinen Vater zu suchen. Dabei kommt er in eine kleine Stadt, wo ein geheimnisvolles rothaariges Mädchen die Obrigkeit in Atem hält: Die rote Zora (Linn Reusse) führt eine Bande Waisenkinder an, narrt beständig den Bürgermeister (Dominique Horwitz) und Fischgroßhändler Karaman (Ben Becker). Nur der alte Fischer Gorian (Mario Adorf) sympathisiert mit den Kindern.

Prachtvolle Neuverfilmung des Jugendbuchklassikers von Kurt Held (alias Kläber) um die Abenteuer einer Bande ausgestoßener Waisenkinder, die am Rande der Gesellschaft leben und wilde Streiche aushecken. Entdeckung Linn Reusse spielt neben Altstars wie Mario Adorf groß auf.

Den zwölfjährigen Halbwaisen Branko verschlägt es bei der Suche nach seinem Vater in einen kleinen Küstenort. Dort lernt er die wilde Zora kennen, die nach eigenen Gesetzen lebt und den trotteligen Dorfgendarmen an der Nase herumführt. Wenig später muss sie Branko aus dem Gefängnis befreien und zieht in den Kampf gegen den skrupellosen Fischgroßhändler Karaman und dessen willfährigen Helfer, den Bürgermeister Ivekovic. Hilfe erhalten sie von dem aufrechten Fischer Gorian sowie Zoras Bande “tapferer Uskoken”.

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Kritikerrezensionen

  • Es wirkt immer wieder etwas merkwürdig, wenn sich Erwachsene wie Karikaturen ihrer selbst benehmen, um ihren Gegnern – Jugendlichen – gänzlich unterlegen zu erscheinen. Da wird mit dem Schnauzbart geräuspert was das Zeug hält und jedes ach so ernste Wort mit einer Grimasse unterlegt. Die Dialoge sind schlicht und leicht verständlich, der Film neben ernsten Untertönen angefüllt mit kleinen Albernheiten, eben alles ganz so, als sei dieser Film in erster Linie für kleinere Kinder gedacht.

    Irritierenderweise werden aber gerade diese unter Umständen Schwierigkeiten haben, der Geschichte im Ganzen zu folgen. Seien es die gemeinen Verstrickungen Fischgroßhändler und Bürgermeister, sei es die mit Eifersucht beladene Dreiecks-Liebesgeschichte, die sich zwischen den Jugendlichen entwickelt. Kurz zusammengefasst könnte man also sagen: Die Geschichte ist für Jugendliche, die Umsetzung ist für Kinder.

    Und so finden sich dann neben Fischschlacht (Inspiration für Asterix?), slapsticklastigen Verfolgungsjagden zwischen klugen, schnellen Kindern und trottelig-langsamen Polizisten und dem Kampf mit einem Riesenkraken auch traurige Geschichten ausgestoßener Kinder. Der eine sollte vom Vater ersäuft werden, der andere wurde im Heim grün und blau geschlagen, die dritte wiederum hat ihre gesamte Familie wegen "Blutrache" verloren.

    Die wohlhabenden, sorglosen Erwachsenen des Films haben es sich auf der Siegerseite des Lebens gemütlich gemacht. Ein Hund, der nicht gehorcht, wird kurzerhand erschossen und Kinder, die sich ihr Essen klauen, taugen nichts. Selbst dann nicht, wenn sie aus purer Not zu Dieben werden. Da bleibt den Ausgestoßenen nichts anderes übrig, als sich zusammenzutun und mit ein wenig Frechheit und Mut das Leben selbst in die Hand zu nehmen.

    Diese Lebenshaltung entspricht ganz der Auffassung des Autors Kurt Held, der sich selbst als "Berufsrevolutionär für die Gerechtigkeit" bezeichnete und der mit seinem 1941 erschienenen Jugendbuch "Die rote Zora und ihre Bande" die Vorlage für diesen Film lieferte. Das Filmthema ist natürlich auch 66 Jahre später – also heute – nicht weniger aktuell. Nur wirkt die Geschichte heute noch ein wenig märchenhafter. Denn die Karamans dieser Welt waren erfolgreicher als ihr filmisches Vorbild und auch von mächtigen Thunfischschwärmen kann heute nur noch träumen, der nichts von Überfischung weiß.

    Fazit: Ein klamaukiger Kinderfilm mit ernsten Untertönen und einer großen Portion frechem Mut.
  • Schöne Bilder, turbulenter Slapstick-Spaß, ein gut harmonierendes Ensemble und viel Action zeichnen Robert Kahanes Verfilmung von Kurt Helds Jugendbuchklassiker aus.

    Wer eine Dokumentation über die linksradikale feministische Terrortruppe “Rote Zora” erwartet, sieht sich getäuscht, wem bei diesem Titel jedoch die 13-teilige TV-Serie “Die rote Zora und ihre Bande” in Erinnerung kommt, liegt richtig. Knapp 30 Jahre ist es her, dass die deutsch-schweizerisch-jugoslawische Koproduktion erstmals über den Bildschirm flimmerte, vom legendären Fritz Umgelter nach dem gleichnamigen Jugendbuch von Kurt Held inszeniert. Seine 36. Auflage hat der 1941 erstmals erschienene Klassiker letztes Jahr erlebt, Grund genug für eine (Leinwand-)Adaption unter der Federführung der Studio Hamburg Produktion. Wurde Ende der 70er beim Original noch hauptsächlich im kroatischen Senj gedreht, wählte Regisseur und Koautor Robert Kahane (“Bis zum Horizont und weiter”) die rau-romantische, touristisch noch relativ unverbaute Küste Montenegros als Kulisse.

    Ein notwendiger Schritt, führt die Handlung doch zurück in die 30er-Jahre. Den zwölfjährigen Halbwaisen Branko (Jakob Knoblauch) verschlägt es bei der Suche nach seinem Vater in einen kleinen Küstenort. Hungrig beobachtet er, wie in einem Restaurant Fleischstücke wie von Zauberhand von einem Teller verschwinden. Als Übeltäterin erweist sich ein Mädchen mit feuerrotem Haar: Zora. “Glotz nicht so romantisch!” ruft sie auf der Flucht vor den trotteligen Dorfgendarmen dem verdutzten Jungen zu, den sie bald darauf aus dem Gefängnis befreit.

    Mit leichter Hand führt Kahane seine Figuren ein, den skrupellosen Fischgroßhändler Karaman – Ben Becker mit weißem Bowler -, dessen willfährigen Helfer, den Bürgermeister Ivekovic (Dominique Horwitz), den aufrechten Fischer Gorian (Mario Adorf) sowie die rote Zora (Berliner Schnauze: Linn Reusse) und deren Bande “tapferer Uskoken”.

    Einfach in den Dialogen, geradlinig im Plot und märchenhaft schön bebildert (Kamera: Dragan Rogulj) zieht diese handwerklich saubere Arbeit deutlich aufs jugendliche Publikum. Die gut zusammengestellte Kinderbande wehrt sich mit List und Geschick gegen eine feindliche Erwachsenenwelt, in der lediglich der wunderbare, ideal besetzte Mario Adorf für sie Partei ergreift. Schwarz-weiß wird hier gemalt, ganz bewusst, wie schon in der literarischen Vorlage des KPD-Mitglieds Held, der sich als “Berufsrevolutionär für die Gerechtigkeit” sah und im Subtext soziale Ungerechtigkeiten anprangerte. Was aber hier nicht (augenscheinlich) zum Tragen kommt, liegt doch der Schwerpunkt auf (Slapstick-)Humor und Action. So fehlt es nicht an Gefechten mit schnöseligen Gymnasiasten, an einer “Asterix und Obelix”-würdigen Fischschlacht und einem dramatischen Kampf mit einer Riesenkrake bei der Jules Verne Pate gestanden haben mag. Und da die Kids von heute früher reif sind, wurde auch eine zart aufkeimende Romanze nicht vergessen. geh.

Darsteller und Crew

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