Die Polizistin (2000)

Die Polizistin Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Polizistin: Unprätentiöse Milieustudie über den Polizistenalltag in der ostdeutschen Provinz.

Zur Polizeiausbildung verschlägt es die junge Anna von Berlin nach Rostock in einen düsteren Problembezirk mit sozialer Armut. Als sie sich um den zehnjährigen Benny kümmert und sich zu dessen Vater, einem russischen Kleinkriminellen, hingezogen zu fühlen beginnt, verliert sie die berufliche Distanz. Die Ereignisse eskalieren.

Videos und Bilder

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Kritikerrezensionen

  • Mit “Die Polizistin” führt Andreas Dresen den mit “Nachtgestalten” eingeschlagenen Weg fort. Keine modischen Loft- oder Werbegestalten bevölkern die Leinwand, sondern ganz normale Menschen, die trotz Bodenhaftung im Alltag manchmal den Boden unter den Füßen verlieren, an der Realität fast zerbrechen. Nach der mit Grimme-Preisen überschütteten TV-Version kommt jetzt die ungekürzte 97-minütige Fassung ins Kino.

    In Rostocker düsteren Problembezirk Lütten-Klein möchte man weder als Jugendlicher noch als alter Mensch leben. Genau in diese Einöde verschlägt es die junge Polizistin Anna (Gabriele Maria Schmeide) zur Ausbildung. Sie macht das Beste aus der Sache, hofft auf beruflichen und privaten Neuanfang. Motivation für den Job: “Ich habe gerne mit Menschen zu tun. Etwas Solides, dachte ich”. Erst einmal muss sie sich mit Bürokratie herumschlagen, mehr als acht Stunden täglich ackern und so spannende Fälle bearbeiten wie Ruhestörung, Diebstahl in der Kaufhalle, familiäre Streitigkeiten. Wer es sich leisten kann, zieht weg aus diesem sozialen Brennpunkt, Auffangbecken für Menschen, die nichts mehr haben außer sich selbst. Die Hoffnungslosigkeit geht ihr an die Nieren. Aber Dünnhäutigkeit ist nicht gefragt, sondern hartes Zupacken. Als sie den zehnjährigen Benny trifft, erwacht ihr Beschützerinstinkt. Sie lernt seinen leiblichen Vater kennen, einen russischen Kleinkriminellen mit starker persönlicher Ausstrahlung und verliert die berufliche Distanz. Die Ereignisse eskalieren. Andreas Dresen (“Nachtgestalten”) räumt auf mit dem Klischee vom gefühlsmäßig abgestumpften Staatsdiener, setzt den Polizeialltag aus vielen kleinen Eindrücken wie ein Puzzle zusammen. Die unprätentiöse und unspektakuläre Milieustudie erinnert an das britische New Cinema. Gekonnt vermischt er in atmosphärischer Dichte irrationale Sehnsucht nach Liebe und Konfrontation mit ernüchternder Realität. Man spürt eine im Spielfilm seltene Wahrhaftigkeit, vielleicht weil das Team in der größten Polizeistation in Mecklenburg-Vorpommern bei laufendem Betrieb größtenteils mit Handkamera drehte und einiges an Einsätzen und Insider-Informationen mitkriegte. Die grobkörnige Optik und die Nachbearbeitung mit dem Verfahren der Bleichbadüberbrückung verstärkt noch den Eindruck von Authentizität. “Die Polizistin” beschert in ihrer sozialen Direktheit nicht zwei schöne Kinostunden, dafür aber zwei äußerst interessante. mk.

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