Die Möbius Affäre (2013)

Originaltitel: Möbius
Die Möbius Affäre Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Möbius Affäre: Erotischer Agententhriller mit "The Artist" Jean Dujardin als russischem Topspion und Cécile de France als Doppelagentin bei der CIA.

Die französisch-amerikanische Finanzexpertin Alice soll für den russischen Geheimdienst FSB belastendes Material gegen einen zwielichtigen russischen Oligarchen beschaffen und arbeitet gleichzeitig für die CIA. Dumm nur, dass sie und der FSB-Top-Spion gegen alle Regeln eine heiße Affäre beginnen, bei der keiner der beiden vom Doppelleben des anderen etwas ahnt. Bald gerät das Spiel mit dem Feuer aus dem Ruder, die Liebenden werden beim Machtpoker der Spionage-Organisationen zu Schachfiguren, die ihrem Schicksal nicht entrinnen können.

Während sie beide unwissentlich dasselbe Feld beackern, kommt es zu einer heißen Affäre zwischen zwei Agenten. Jean Dujardin (“OSS 117″) diesmal in ernster Mission als Held eines spannenden Hochglanzagentenabenteuers.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "Eine Welt ohne Mitleid" hieß Eric Rochants von der Kritik gefeiertes Debüt, weshalb er Anfang der Neunziger als neues Regietalent gehandelt wurde. Dieser Titel trifft gleichfalls auf sein aktuelles Werk "Die Möbius Affäre" zu, mit dem er einen Blick auf die verschlungenen Pfade der Finanz- und Spionagewelt sowie ihre perfiden Spiele aus Manipulation, Überwachung und windigen Transaktionen wirft. Allerdings muss sich Rochant mit seinem ersten Kinofilm nach längerer Leinwandpause am eigenen Standard messen lassen: Mit "Staatsauftrag: Mord" legte er 1994 eine wesentlich sezierende, desillusionierende Studie zu den Machenschaften des (israelischen) Spionagenetzwerks vor.

    Nicht allein der Titel "Die Möbius Affäre" wirkt symbolisch mit einem Verweis auf das gleichnamige Band des Leipziger Mathematikers August Ferdinand Möbius, was im Hinblick auf Moises Lage erst im Finale erläutert wird. Mehrfach arbeitet Rochant mit deutlichen Metaphern: Amors Pfeil trifft Alice und Grégory in der Bar "Destiny", während das Lokal "Apocalypse" mit Seitenhieb auf ihre verhängnisvolle Beziehung als regelmäßiger Treffpunkt dient. Moises enigmatisches Tatoo mit einem geflügeltes Pferd über einem Totenkopf wird später eine verräterische Funktion zuteil.

    Regisseur Rochant kommt in "Die Möbius Affäre", inszeniert nach eigenem Drehbuch, etwas die Starpower in die Quere, die andererseits gerade zu den Stärken des Intrigenkomplexes aus dem Jetset-Geheimdienstmilieu zählt. Nach parodistischen Rollen wie dem "OSS 117"-Zweiteiler oder "The Artist" beweist Komödiant Jean Dujardin nicht zum ersten Mal, dass er den (ernsten) Part der eloquenten, schlagkräftigen Gentlemans perfekt beherrscht. Diesmal ohne knabenhaften Kurzhaarschnitt legt Cécile de France die Figur der Alice als langhaarige, zerbrechliche Femme Fatale mit Sinn für Perfektion und Heimwehgefühlen an. Beide Charaktere offenbaren bald ihre verletzlichen Seiten, obwohl sie zunächst glauben, die Lage jederzeit im Griff zu haben.

    Mit Émilie Dequenne, dem eher unterforderten Tim Roth, John Lynch und der Luxemburgerin Vicky Krieps ("Die Vermessung der Welt") als Sekretärin gewann Rochant für die Nebenrollen erneut eine internationale Besetzung, die sich in Monaco, Cannes, Moskau und Brüssel in luxuriösem Ambiente tummelt. Allerdings wirkt Cécile de France aufgrund ihres starken französischen Akzents als Amerikanerin wenig glaubwürdig, während sich Jean Dujardin und Tim Roth mit ihren umfangreichen russischen Dialogen weitaus besser schlagen. Diese Mehrsprachigkeit fällt in der deutschen Fassung leider völlig unter den Tisch.

    Teilweise ist der Zuschauer den Charakteren schon einen Schritt voraus. Über Alices Doppelspiel wird man schon relativ früh informiert. Doch die stets wechselnden Allianzen und Identitäten erfordern stete Aufmerksamkeit, um beim Intrigenspiel nicht den Überblick zu verlieren. Trotzdem baut sich echte Suspense erst im letzten Drittel auf, wenn sich die Netze über den verliebten Protagonisten allmählich zusammen ziehen. Zudem verzichtet Rochant nicht auf Klischees, etwa in der stereotypen Zeichnung der US-Geheimdienstler. So kann sich Rochant letztlich nicht ganz zwischen glamourösen Starkino und einer bissigen Abrechnung mit dem skrupellosen Methoden der Überwachungsorganisationen entscheiden. Nur in Ansätzen vermag "Die Möbius Affäre" daher an seine meisterhaften frühen Autorenfilme anzuknüpfen.

    Fazit: "Die Moebius Affäre" bietet ein verwickeltes Spionagedrama um eine Paar zwischen Liebe und Prinzipientreue, kann seine Spannung aber erst gegen Ende ganz entfalten.
  • Oscar-Preisträger Jean Dujardin brilliert in diesem raffinierten Agenten-Thriller an der Seite von Cécile de France als Top-Spion mit Gefühl.

    Hitchcocks “Berüchtigt – Notorious” trifft auf John le Carrés “Dame, König, As, Spion” unter dem Schirm des französischen Autorenfilms. So könnte man Eric Rochants raffinierten Agenten-Thriller auf den Punkt bringen. Jean Dujardin spielt Grégory Lioubov, den hardboiled Spion des russischen Geheimdienstes FSB im mondänen Monaco, der seinen Landsmann Rostovsky (Tim Roth, der dem russischen Oligarchen Roman Abramovich frappierend ähnlich sieht) zur Strecke bringen soll, Eigentümer einer Bank mit dubiosen Geschäften. Auf den ist auch die französisch-amerikanische Finanzexpertin Alice angesetzt, die für den FSB belastendes Material über den zwielichtigen Herrn über Schwarzgeld beschaffen soll und gleichzeitig für die CIA arbeitet. Gegen alle Regeln beginnen die Lady, die beim Lehman-Bankrott mitmischte, und der FSB-Typ eine heiße Affäre, bei der keiner vom Doppelleben des anderen nur das Geringste ahnt, immer misstrauisch beäugt vom Bodyguard des ebenfalls der Schönen verfallenen Rostovsky. Bald gerät das Spiel mit dem Feuer aus dem Ruder, die Liebenden werden beim Machtpoker der Spionage-Organisationen zu Schachfiguren, die ihrem Schicksal nicht entrinnen können und erst recht nicht der Rache des verschmähten russischen Finanzbetrügers.

    Raffiniert und elegant mischt der französische Autorenfilmer Éric Rochant Love-Story und Agententhriller um Liebe und Verrat in der Welt der Spionage, führt von Monaco über Moskau bis nach Brüssel in die skrupellose Welt von Hochfinanz und Geldwäsche, in der nur Profit und Geldgier zählen. Das undurchsichtige Puzzle, in dem jeder mit falschen Karten spielt, sorgt für atemberaubende Spannung bis zum bitteren Ende, Damenopfer inklusive, auch wenn man bei den Geheimdienst-Aktivitäten mal den Überblick verliert und die Erklärung des Titels am Beispiel des Möbius-Bandes, einer speziellen geometrischen Figur, nicht sofort einleuchtet. Aber wenn es zwischen Cécile de France und Oscar-Preisträger Jean Dujardin (“The Artist”) funkt, sprühen auch auf der Leinwand die Funken. Wie die physische Anziehung in der Intimität einer einzigartigen Orgasmusszene ihre Erfüllung findet, das ist sensationell. Erotik pur! mk.

Darsteller und Crew

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