Die Karte meiner Träume (2013)

Originaltitel: The Young and Prodigious T. S. Spivet
Die Karte meiner Träume Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Karte meiner Träume: Märchenhaft angehauchtes Abenteuer um ein junges Genie, der alleine in die Großstadt reist, um einen Preis für seine Erfindung entgegenzunehmen.

Der Regisseur Jean-Pierre Jeunets („Die fabelhafte Welt der Amélie“) erzählt in „Die Karte meiner Träume“ erneut eine visuell wunderschöne Geschichte, doch diesmal steht nicht das große Liebesglück in den Mittelpunkt stellt, sondern ein kleines Genie, das sich auf eine lange Reise von Montana nach Washington D.C. begibt.

Der zehnjährige T.S. Spivet (Kyle Catlett) lebt mit seiner exzentrischen Familie auf einer Ranch in Montana. Rund um das Haus der Familie ist nichts außer Tier, Natur und Wildnis, die voller Abenteuer steckt. Jedes Familienmitglied der hat seinen ganz eigenen Tick in dieser manchmal etwas chaotischen Familie. Seine Mutter Dr. Clair (Helena Bonham Carter) hat sich den Insekten verschrieben und sammelt wie eine Wahnsinnige immer neue Tierchen, sein Vater (Callum Keith Rennie) lebt eigentlich in der falschen Zeit und wäre viel lieber als Cowboy durch die Prärie geritten und seine Schwester (Niamh Wilson) möchte die nächste Miss USA werden. Sein kleiner Bruder (Jakob Davies) kommt ganz nach dem Vater und streift mit einem Cowboy-Hut auf dem Kopf durch die Landschaft und geht seiner Leidenschaft, dem Schießen, nach.

T.S dagegen mag sein Leben eigentlich ein wenig ruhiger, denn er ist begeisterter Kartograf und Wissenschaftler. Auf jede noch so komplizierte Frage sucht er eine Antwort und wenn er sie einmal nicht hat, dann begibt er sich bei seiner Such durch die Welt.

Für eine seiner Forschungsergebnisse wird er vom renommierten Smithsonian Institut eingeladen, einen Preis entgegenzunehmen und so macht sich der kleine Mann auf eigene Faust und ohne das Wissen seiner Eltern, auf die große Reise nach Washington D.C. Dort ahnt jedoch noch niemand, dass es sich bei dem genialen Wissenschaftler T.S. Spivet eigentlich um einen kleinen Jungen handelt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine verspielte, naive Nostalgie durchzieht den schön bebilderten Film "Die Karte meiner Träume". Der französische Regisseur Jean-Pierre Jeunet ("Die fabelhafte Welt der Amelie", "Micmacs – Uns gehört Paris!") schickt einen genialen und sehr einsamen Jungen auf einen Roadtrip quer durch Amerika. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Reif Larsen. Der amerikanische Autor behandelt seine Themen mit der gleichen umständlichen Akribie wie sein kleiner Protagonist. So wie T.S. in scheinbar nebensächlichen Dingen wahre Wunder entdeckt, malt folglich auch der Film einen visuell bezaubernden Kosmos aus lauter Details.

    Zuerst stellt Ich-Erzähler T.S. seine dysfunktionale Familie in Montana vor: Vater und Mutter passen nicht zusammen und er selbst bleibt mit seinen tausend Fragen unbeachtet. In diesem Abschnitt sieht man aber auch schon, wie T.S. die Fühler in die weite Welt hinausstreckt: Diese nach Laytons Tod so traurige Familie wird nicht ewig in ihrem Unglück verharren.

    Im Mittelteil folgt dann die Reise des Jungen durch das Land. Neben manifesten Abenteuern geht es auch um die amerikanischen Mythen des Unterwegs-Seins, um das Bild des Zuges, der die Weite durchpflügt. Ein alter Mann erzählt T.S. die Geschichte von dem Spatzen, der erfroren wäre, hätte ihm nicht eine Tanne Unterschlupf gewährt. T.S., der selbst nach einem Spatz benannt ist, begreift intuitiv, dass auch er auf der Suche nach Geborgenheit ist. Im dritten Teil in Washington wird er als Genie herumgereicht und stellt dabei fest, dass man auch in Gesellschaft einsam sein kann.

    Aber als wäre all das nicht genug, verweilt der Film auch noch in verschnörkelten Einzelheiten, etwa wenn T.S. am Telefon zu einer List greift oder über die Kunst des Kofferpackens referiert. Im Bild erscheinen dann manchmal kleine schwebende Zeichnungen, was die Räumlichkeit der 3D-Kompositionen noch betont. Visuell verfügt der Film über einen überbordenden Reichtum an Ausstattung, Farbe, naivem Retro-Charme. Aber er weckt mit der aufwändigen Bildgestaltung auch die unhaltbare Erwartung an einen ähnlich kostbaren Inhalt.

    Fazit: Jean-Pierre Jeunets Roadmovie "Die Karte meiner Träume" ist eine verträumte, visuell bezaubernde Amerika-Fantasie, die sich mit ihrer Liebe fürs Detail etwas verzettelt.
  • Romanverfilmung in faszinierendem 3D über einen außergewöhnlich wissenschaftlich begabten Jungen und seine Abenteuerreise quer durch Amerika.

    Kein Wunder, dass sich der Vater von Amélie Poulain (“Die fabelhafte Welt der Amélie”) von Reif Larsens Erfolgsroman hingerissen zeigte, der die kindliche Fantasie mit wissenschaftlichem Denken mixt. Der zwölfjährige T.S. Spivet ist ein Held, der perfekt in Jean-Pierre Jeunets Universum grenzenloser Imagination passt. Der hochbegabte kleine Kerl lebt mit seinen Eltern und der älteren Schwester auf einer idyllischen Ranch in Montana. Seine technische Entwicklung, eine Art Perpetuum Mobile für gesellschaftliche Prozesse, bringt das Smithsonian Institut in Washington dazu, ihn mit dem renommierten Baird Price für Innovation auszuzeichnen, allerdings in Unkenntnis seines Alters. Um den Preis persönlich entgegenzunehmen, macht sich der Knabe heimlich auf den Weg in die ferne Bundeshauptstadt. Eine Initiationsreise, die ihn durch ein Postkarten-Amerika führt, wo der Himmel blau, die Wiesen grün und neben einigen Bösewichten, die nur an Ruhm, Geld und Fernseh-Promotion interessiert sind, der Großteil der Menschen während des abenteuerlichen Zug-Trips sich durch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auszeichnet. (Gedreht wurde übrigens bis auf Außenaufnahmen von Chicago und Washington in Kanada).

    Jeunet vermittelt die Atmosphäre des Romans intensiv und inszeniert trotz aller Distanz zur Hauptfigur ein anrührendes Roadmovie, was vor allem an der verzaubernden Leinwandpräsenz von Kyle Catlett als Mini-Einstein liegt, dessen Talent von Lehrern und Familie ignoriert wird, der wachen Auges durch Amerika vagabundiert, den konservativen Honoratioren bei der der Preisverleihung die Leviten liest und in einem Moment der Wahrheit ein dunkles Geheimnis und verschwiegenes Trauma öffentlich macht. Dass die Schurken im Reality-TV sitzen, ist ein netter Schlenker auf die Macht der Medien und dass Vater und Mutter gegen Moderatoren und sonstige Einflüsterer Front machen und die Familie zusammenfindet, wohl der US-Familienideologie geschuldet. Neben der grandiosen Kamera von Thomas Hardmeier, der die Landschaften in magisches Licht taucht, sorgen Helena Bonham Carter und Callum Keith Rennie als Eltern, Judy Davis als süß-saure Wissenschaftlerin mit Faible für TV-Glamour in dieser französisch-kanadischen Koproduktion für schauspielerische Highlights. mk.

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