Die Friseuse (2010)

Die Friseuse Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Friseuse: Bittersüße Komödie über eine arbeitslose und übergewichtige Friseuse aus Berlin-Marzahn, die sich den Traum eines eigenen Frisiersalons erfüllen will.

Die Wiedervereinigung bringt der arbeitslosen Friseuse Kathi König aus Berlin-Marzahn erst einmal kein Glück. Als ihr auch noch ein in Aussicht gestellter Job in einem Friseursalon im Einkaufszentrum abgesagt wird, weil die Salonchefin findet, dass die schwer übergewichtige Kathi ein nicht zumutbarer Anblick für ihre Kunden sei, platzt der vom Unglück Verfolgten der Kragen. Sie tritt den dornigen Weg durch die Instanzen von Behörden und Banken an, um sich den Traum vom eigenen Salon in einem ehemaligen Asia-Imibss zu erfüllen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wann ist ein Film qualitativ hochwertig? Wenn er künstlerisch und filmgeschichtlich wertvoll ist natürlich. Filme von Theodoros Angelopoulus zum Beispiel sind künstlerisch sehr wertvoll – das wird wohl niemand bestreiten wollen –, Spaß wird aber leider eher klein geschrieben. Aber ist es nicht auch eine Form von Qualität, wenn ein Film „Spaß macht“, also leicht und unbeschwert erzählt ist und den Zuschauer zum Lachen bringt? Doch auf jeden Fall! Qualitativ hochwertig leicht und komisch zu erzählen, gelingt Filmemachern in Deutschland nur leider eher selten. Til Schweiger ist das beste Beispiel dafür, wie schnell Komik unwiederbringlich im Klamauk versingt.

    Da ist es nur natürlich, dass bei der neuen Komödie von Doris Dörrie „Die Friseuse“ auch erst mal alle Alarmglocken das Klamaukwarnsignal lärmen. Schließlich zeigt schon der Trailer, dass es hauptsächlich um die Thematisierung des Dickseins der Protagonistin gehen wird. Aber immerhin hat Doris Dörrie mit ihrem letzten Film „Kirschblüten – Hanami“ (2008) definitiv bewiesen, dass sie es versteht, einen einfühlsam erzählten, mit leisen Tönen der Komik gespickten, aber vollkommen klamaukfreien Beitrag zum Filmschaffen in Deutschland zu leisten.

    „Die Friseuse“ ist der erste Film von Dörrie, dessen Drehbuch nicht von ihr selbst stammt, sondern von Laila Stieler und beide zusammen erzählen die Geschichte von Kathi König die meiste Zeit über absolut realistisch und immer konsequent: Kathi König ist dick und wenn man so dick ist, wie Kathi König, dann kommt man nicht nur durch eine Tür nur schwer durch, sondern dann kommt man durch viele Türen nur schwer durch und dann muss man sich nicht nur ab und an in einen Stuhl rein und wieder raus zwängen, sondern man muss sich oft rein- und wieder rauszwängen. Ebenso konsequent ist es, Kathi ständig beim Essen zu zeigen. Klar ist es unappetitlich, wenn sich sie beinahe zentimeterdick Leberwurst auf eine Scheibe Brot schmiert, aber eben plausibel für Kathi. Genauso plausibel und mutig, wie Kathi zu zeigen, wenn sie sich morgens mit einem am Fenster fest gebundenen Springseil im Bett in eine sitzende Position zieht – auch Dünne dürften das Gefühl kennen, morgens kaum aus dem Bett zu kommen – oder wie sie auf dem Bett liegend ihr Kleid auszieht und ihre üppigen Brüste nach einander zur Seite fallen.

    Klamaukwarnsignale haben hier eigentlich nichts zu melden. Sicher, manchmal trägt der Plot etwas dick auf, etwa wenn im Seniorenheim einer von Kathis Kunden auch beim dritten Mal während ihrer Haarwäsche erst Spannung auf- und dann wieder abbaut oder wenn immer wieder Trompetenmusik erklingt, wenn Kathi von A nach B läuft. Grundsätzlich ist die Figur der Kathi aber im wahrsten Sinn des Wortes eine Wucht. Der Zuschauer kann gar nicht anders, als sich von ihrer guten Laune anstecken und ihrem Tatendrang mitreißen zu lassen. Das liegt natürlich auch an der hervorragenden Darstellung von Gabriela Maria Schmeide. Ihre Kathi ruht allen Widerständen zum Trotz in sich selbst, weiß wer und was sie ist: Keine Friseurin, sondern eine Friseuse. Nicht mehr, aber auch nicht weniger und weder die schicke Frau Krieger – grandios gespielt von Maren Kroymann – noch der miesepetrige Bankheini – dem Kathi beibringt, anständig „Guten Tag“ zu sagen (Szenenapplaus während der Premiere auf der Berlinale 2010) – können sie von ihrem Vorhaben abbringen.

    Auch die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung wird wunderbar – wenn auch nebenbei – skizziert. Julia ist ihre dicke Mutter peinlich. Sie gibt ihr die Schuld an der gescheiterten Ehe und Kathi? Kathi hält es aus. Hält es aus, dass Julia ihren Vater unverdientermaßen in den Himmel hebt und nur seine Hemden trägt. Immer wieder geht sie einen Schritt auf ihre Tochter zu und ist für sie da, wenn sie erkennt, dass ihr Vater jetzt eine neue Familie gegründet hat und in seinem Leben und vor allem in dem Haus in Gräfenhainichen kein Platz mehr für sie ist.

    „Die Friseuse“ hat viele schöne Szenen zu bieten. Künstlerisch betrachtet, ist es vielleicht nicht unbedingt ein Meisterwerk, aber eine leicht und unbeschwert erzählte Komödie, die Spaß macht!

    Fazit: Eine wunderbare Komödie über so genannte Einatmer und Ausatmer, über Elefantenkühe und Windhunde und über die größte Sammlung an Obstohrringen, die man sich vorstellen kann.
  • Erfolgsregisseurin Doris Dörrie lässt eine pfundige Frau mit Wucht für Würde und ein besseres Leben kämpfen.

    Erstmals schrieb Doris Dörrie nicht das Drehbuch zu ihrem Film und vertraute der Arbeit von Laila Stieler, ein gelungenes Wagnis, basierend auf einer realen Person.

    Kathi liebt ihren Beruf, wäscht den Damen in jedem Sinne den Kopf, verwöhnt sie mit kurzweiligen Stories. Während eine Kundin über Bandscheiben klagt, beginnt der resolute Wonneproppen aus dem Nähkästchen zu plaudern, aus einem Leben, in dem nichts mehr ist, wie es mal war. Die DDR ist weg, wie auch Ehemann, Job und Häuschen im Grünen. Mit Arbeitslosigkeit findet sich die mit der Tochter in der Plattenbausiedlung Marzahn wohnende Friseuse nicht ab. Der Schock – die schicke Salonchefin stellt sie nicht ein: “Unser Beruf ist ein ästhetischer. Und Sie sind nicht ästhetisch”. Denn Kathi trägt Supersize, schleppt riesige Fettrollen mit sich herum und muss sich morgens an einer Kordel entlang aus dem Bett quälen. Aber sie ist eine Kämpferin und lässt sich auf dem Weg zum Glück weder von Behörden, Bankern oder unfreundlichen Beratern aufhalten, schneidet Haare als mobile Friseuse oder schleust Vietnamesen über die Grenze. Eine Stehauffrau, “ein bisschen wie der Hans im Glück”.

    Die mit Lebensweisheiten gespickten Dialoge steuerte teilweise die echte Berliner Friseuse bei. Die Verfilmung einer ostdeutschen Biografie mit ihren Brüchen überzeugt durch Wahrheiten und Gabriela Maria Schmeide als diskriminierte, aber optimistische und humorvolle Frau, die nach jedem Schlag an Stärke gewinnt und das Lachen nicht verlernt. Der eigene Stilwille der Protagonistin, die sich nach Lust und Laune mit Schmuck in allen Obstvarianten behängt und die Haare mal blond, mal mit roten und grünen Strähnchen trägt, schlägt sich auch in der Wohnung nieder, bürgerlich mit schrägem Touch. Die spielerische, manchmal etwas dokumentarisch wirkende Inszenierung bei dieser für Dörrie ungewohnten Expedition in “exotisches Gebiet” konzentriert sich auf aufregende Alltäglichkeiten und tiefe Herzlichkeit, großem Respekt der Hauptfigur gegenüber, die sogar ein charmantes Liebesabenteuer genießen darf. Die Details machen die Sache rund – ein dick bestrichenes Leberwurstbrot, die hastig verschlungene Pizza, der sehnsuchtsvolle Blick über Hochhäuser in sanfter Abendsonne. Das Schöne an dieser Real-Komödie ist, sie klagt nicht die Gesellschaft an, sondern begegnet Problemen mit Offenheit und Selbstironie und erinnert damit an britische Sozial-Komödien wie “Ganz oder gar nicht”. Und auch wer wissen will, was einen Einatmer von einem Ausatmer unterscheidet, darf den Film nicht verpassen. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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