Die Frau in Schwarz (2012)

Originaltitel: The Woman in Black
Die Frau in Schwarz Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Frau in Schwarz: In der Verfilmung eines populären englischen Schauerromans befreit sich Daniel Radcliffe von "Harry Potter", wird aber böse Geister der Vergangenheit nicht los.

Junganwalt Kipps gilt als verzichtbar in einer großen Londoner Kanzlei, weshalb gerade er den Auftrag bekommt, den sonst niemand annehmen will. In einem von Marschland umgebenen, völlig isolierten Anwesen soll er das Erbe der verstorbenen Besitzerin klären. Dort bemerkt Kipps schnell, dass er bei den Einheimischen nicht, bei einer gespenstischen Erscheinung aber durchaus willkommen ist. Denn wer immer auch sie, die Frau in Schwarz, zu Gesicht bekommt, löst bei ihr eine Reaktion aus, die Unschuldigen das Leben kostet.

Ein Junganwalt wird auf einem isolierten Anwesen mit einer gespenstischen Erscheinung konfrontiert. In der Verfilmung eines populären englischen Schauerromans wird Daniel Radcliffe böse Geister der Vergangenheit nicht los.

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Kritiken und Bewertungen

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    Arthur Kipps erhält von seiner Kanzlei einen ganz besonderen Auftrag: Er soll das Erbe einer alten Dame klären, die vor kurzem in ihrem Haus mitten im Marschland verstorben ist. Nur zu gerne nimmt Kipps an, kann er doch so der Trauer um seine verstorbene Frau entfliehen. Doch vor Ort muss er feststellen, dass ihn die Dorfbewohner unbedingt davon abhalten wollen, das Haus zu betreten. Denn so unbewohnt wie Kipps bisher annahm, ist das Gemäuer ganz und gar nicht. Ein klassischer "Schauerroman" ist die Vorlage von Susan Hill, die hier von Regisseur James Watkins auf die Kinoleinwand transportiert wird. Entstanden ist ein bestens funktionierender Genrefilm mit Daniel Radcliffe, der seine erste Hauptrolle nach den Potter-Filmen mit Bravour meistert. Sämtliche Spannungsmechanismen werden genutzt, von knarzenden Türen über plötzliche Schockeffekte bis hin zu geisterhaften Erscheinungen. Watkins erschafft mithilfe sorgfältig ausgewählter Kameraeinstellungen, einer sehr reduzierten Farb- und Lichtsetzung und einem genretypischen Klangteppich eine wohlig gruselige Atmosphäre, die bis zum Ende nicht abreißt. Hochspannende Kinounterhaltung mit Gänsehautgarantie!

    Jurybegründung:

    Unter der Regie von James Watkins ist eine bemerkenswerte Verfilmung des Romans von Susan Hill entstanden. Daniel Radcliffe verkörpert den jungen Anwalt Arthur Kipps, der dienstlich in die finstere Ortschaft Crythin Gifford reisen muss. Dort stehen ihm schauerliche Erlebnisse bevor, die mit dem mysteriösen Tod von Kindern zu tun haben. Als eindrucksvollen Auftakt kann der Zuschauer bereits den Sprung dreier Mädchen aus dem Fenster erleben. Nun bringen die Recherchen des Anwalts Kipps peu à peu ans Licht, was es damit auf sich hat. Es kommt bei diesem Genre immer darauf an, die Standards zu erfüllen, um eine "gothic novel" (oder auch "Schauerroman") adäquat verfilmen zu können. Dies gelingt hier ausgesprochen gut. Mit einer hervorragenden Ausstattung wird eine authentische Atmosphäre geschaffen. Die Architektur an den Schauplätzen ist repräsentativ für jene historische Epoche, in der die Handlung spielt. Das sehr umfangreiche Interieur bietet einen Bestand von antiquarischen Gegenständen mit hohem Schauwert. Die Bilder von Menschen, Landschaften und Gegenständen fallen durch außerordentliche Schönheit auf. Puppen, mechanisches Spielzeug und andere Requisiten kommen dem Betrachter aber auch seltsam vor und deuten ungeheuerliche Geheimnisse an. Kontinuierlich schreitet die Narration spannungsreichen Höhepunkten entgegen. Bild- und Tonebene ergänzen sich gut. Aufgeladen wird die Spannung auch durch die Haltung der Dorfbevölkerung gegenüber dem fremden Eindringling. Moderne Rationalität und mittelalterlicher Aberglaube geraten in einen Widerstreit. Die Spannung baut sich bewusst langsam auf. Belanglos oder harmlos sind die eindrucksvollen Bilder und tiefenpsycholisch wirkenden ästhetischen Effekte des Films auf keinen Fall. Ein Warnhinweis auf Nebenwirkungen wie bei Medikamenten wäre nicht umsonst - aber wer sich für diesen Film entscheidet, dürfte sicherlich wissen, was dieses Genre beinhaltet. Hinweisen kann die FBW-Jury allerdings auf einen Mehrwert, der durch die Filmästhetik generiert wird. Neben handwerklichen Qualitäten der Crew sind nicht nur die überzeugenden Leistungen des (durch seine Harry Potter-Filme bekannten) Hauptdarstellers zu würdigen, sondern z. B. auch das Rollenspiel von Ciarán Hinds (als Sam Daily) oder von Janet McTeer (als dessen Gattin). Die Jury war einstimmig der Auffassung, dass dieser Film einen hohen ästhetischen Wert besitzt und ein entsprechendes FBW-Prädikat verdient.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Wie passend für eine Geistergeschichte: Denn während diese stets davon handelt, dass die Vergangenheit partout nicht vergangen sein will und ihre langen, ätherischen Finger in die Gegenwart hinein streckt, so beschwört auch James Watkins´ "Die Frau in Schwarz" auf gleich mehreren Ebenen eine untergegangene Epoche. Zum einen hat die Produktionsdesignerin Kave Quinn das viktorianische England mit großer Liebe zum Detail und ohne Scheu vor einer gewissen Opulenz rekonstruiert - ein Zeitalter, das beinahe schon klischeehaft für einen sozialen Code steht, der so ziemlich alles zu unterdrücken verlangte, was es an Trieben, Emotionen und unziemlichen Wünschen überhaupt nur gab.

    Weil er die Wiederkehr dieses Unterdrückten beschwört, liebte der Horrorfilm diese Zeit. Und auch die legendäre Produktionsfirma Hammer, die mit Christopher Lee die cineastische Repräsentation des Grafen Dracula ab den 60ern für Jahrzehnte prägte, stieg 2007 aus dem Grabe auf und kehrt mit "Die Frau in Schwarz", was Sujet und Setting betrifft, wieder zu ihren Wurzeln zurück.

    Der Anwalt, ein Hüter des Rationalen also, der die Reise ins Herz der Finsternis unternimmt, wo diesem Papiertiger das Unbewusste auf den feinen Zwirn rücken wird, heißt diesmal aber nicht, wie in "Dracula“, Jonathan Harker - und er sieht aus wie Harry Potter. Für Daniel Radcliffe, der acht Filme lang das Erwachsenwerden durchspielen durfte, mag diese Arbeit den vorläufigen Endpunkt einer Entwicklung darstellen. Und er macht seine Sache gut, mit der richtigen Mischung aus Verletzlichkeit, die aber keine Weinerlichkeit ist und plötzlicher Stärke, die aber nichts Protziges an sich hat. Kameramann Tim Maurice-Jones hat mit Guy Ritchie und Michel Gondry gearbeitet, Regisseur James Watkins drehte mit "Eden Lake", einen hoch effektiven, bösartigen Terrorfilm, eine Art "Texas Chainsaw Massacre" im englischen Hinterland.

    Doch der Film "Die Frau in Schwarz" ist naturgemäß weder rotzig noch verspielt, sondern mit angenehm altmodischer Strenge inszeniert, die den bewährten Formeln des Genres nur kleinere Neuigkeiten zumutet. Wenn die heimgesuchten Korridore rund um Radcliffe im Unscharfen verschwimmen, dann wirkt dies im Breitwandformat umso unheimlicher - noch mehr Platz, an dem sich das Unheil verbergen könnte. Noch wahrscheinlicher, dass der Zuschauer ein fahles Gesicht, das sich am Rande ins Bild schiebt, nicht sofort bemerkt und später umso heftiger erschrickt. Das fiese Spiel mit dem Verbergen und der Enthüllung, das die Rauminszenierung des Horrorfilms bestimmt, hat Watkins perfektioniert.

    Der Regisseur nennt die japanischen Horrorfilme der Jahrtausendwende wie "The Ring" und "The Grudge" als eine Inspiration für seinen Film - und tatsächlich hat er sich von diesen nicht nur die tragische, quasi-feministische Backstory abgeguckt, sondern auch den Angriff auf die scheinbar gemütliche Beobachterposition der Kamera und den (weitgehenden) Verzicht darauf, das Publikum zu vergackeiern. Wenn die dunkle Lady erst einmal damit begonnen hat, ihr Unwesen zu treiben, dann springt aus dem wild vor sich hin wackelnden Schaukelstuhl keine Katze mehr. Sondern jemand, oder etwas, anderes.

    Fazit: Souverän inszeniert, behutsam modernisiert und teilweise absolut Angst einflößend - Regisseur James Watkins ist mit "Die Frau in Schwarz" der beste Geisterhaus-Thriller seit Jahren gelungen.
  • In der enorm erfolgreichen Verfilmung eines Grusel-Klassikers zeigt “Potter”-Star Daniel Radcliffe Talent und eiserne Nerven.

    Der junge Londoner Anwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe) soll auf einem einsam gelegenen Anwesen auf dem Land die Hinterlassenschaft der verstorbenen Besitzerin klären. Im verwinkelten, verwaisten Eel Marsh House verbringt er Stunden über einer Flut von Papieren und spürt schon bald, dass dort etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Er hat das Gefühl, nicht allein zu sein und glaubt, die Gestalt einer schwarz gekleideten Frau gesehen zu haben. Aber kann er sicher sein, oder spielt ihm seine Vorstellungskraft einen Streich und alles ist nur Einbildung? Die Dorfbewohner jedenfalls haben Angst vor der Erscheinung, ihnen wäre es am liebsten, Kipps würde den Ort, auf dem ein Fluch zu liegen scheint, so schnell wie möglich wieder verlassen. Durch den Gutsbesitzer Mr. Daily (Ciarán Hinds), ein aufgeklärter Geist, der ihm als einziger Obdach gewährt, kommt Kipps schrecklichen Ereignissen aus der Vergangenheit auf die Spur, die plötzlich auch sein Leben zu bedrohen scheinen … Gänsehaut-Atmosphäre von der ersten bis zur letzten Sekunde verströmt die Verfilmung von Susan Hills gleichnamigem Bestseller. Daniel Radcliffe, der mit seinem ersten Film nach der Hogwarts-Saga bereits die Charts stürmt, zeigt in dem eisig-unheimlichen Gruselvergnügen Nervenstärke und beweist sein Schauspieltalent in einer ganz neuen Liga. Die Briten wissen schon, warum sie die Geisterstunde zum Nr. 1-Hit machten. Wer wegsieht, hat verloren!

    Daniel Radcliffe überzeugt in seiner ersten Rolle nach “Potter” als facettenreicher Schauspieler in einem Gruselklassiker!

    Arthur Kipps, ein junger, aufstrebender Anwalt, erhält von seinem Arbeitgeber, einer großen Londoner Kanzlei, einen Auftrag, der zunächst nach Routine klingt:?Er soll den Nachlass der kürzlich verstorbenen Besitzerin von Eel Marsh House klären. Kaum ist er in dem düsteren, völlig isolierten und von Marschland umgebenen Anwesen angekommen, spürt er, dass etwas in dem Haus nicht stimmt. Die Einwohner des verschlafenen Ortes sind nicht gerade hilfsbereit und hüllen sich in Schweigen. Also versucht er auf eigene Faust hinter das dunkle Geheimnis von Eel Marsh House zu kommen. Als ihm immer wieder eine mysteriöse, in schwarz gekleidete Frau erscheint, beginnt er zu ahnen, dass er grauenvollen Ereignissen aus der Vergangenheit auf der Spur ist.

    Als nervenaufreibende Schauergeschichte, die das Blut in den Adern gefrieren lässt, verfilmt James Watkins den gleichnamigen Bestseller der britischen Autorin Susan Hill. Hervorragend gelingt es ihm, Spannung und eine beunruhigende Atmosphäre aufzubauen, der man sich nicht entziehen kann. Klassische Schockelemente erzeugen überraschend bedrohliche Momente, das Design des Geisterhauses mit seinen dunklen Gängen und Zimmern tut ein Übriges. Gruselkino der Extraklasse, mit einem starken und überzeugenden Ex-Zauberlehrling, der zeigt, was schauspielerisch in ihm steckt.
  • Im bestgemeinten Sinne altmodischer Gruselfilm, der Harry-Potter-Kids an klassischen Horror heranführen und auch Hammer-Freunde von einst beseligen dürfte.
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