Die Farbe des Ozeans (2011)

Die Farbe des Ozeans Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Die Farbe des Ozeans: Eingängig und nachhaltig erzähltes und sensibel fotografiertes Drama um eine deutsche Urlauberin, die versucht Bootsflüchtlingen zu helfen.

Eine deutsche Touristin erlebt am Strand von Gran Canaria die Ankunft eines Bootes mit afrikanischen Flüchtlingen und versucht, den Verdurstenden mit Wasser zu helfen. Sie baut eine Art Freundschaft zu einem Vater und seinem kleinen Sohn auf, für deren Abschiebung ein zynischer spanischen Polizist sorgen will. Trotz ihrer Unterstützung kann sie den Mann nicht retten und muss mit ansehen, wie nicht nur die Rigorosität von Behörden Leben und Hoffnung mit Wucht zerstören.

Eine deutsche Urlauberin versucht in Gran Canaria, Bootsflüchtlingen zu helfen. Eingängig und nachhaltig erzählte und sensibel fotografierte Geschichte, die ein brisantes, politisches und humanitäres Thema aufgreift.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
0 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Da ist José, derZollpolizist auf der Kanarischen Insel, der schon viel erlebt und viel gesehen hat, der schon oft angelogen wurde, der sich ein hartes, zynisches Herz zugelegt hat. Da ist Natalie, die Touristin, die konfrontiert wird mit den schwarzafrikanischen Flüchtlingen, die am Strand in einem kleinen Boot zusammengepfercht ankommen, die Hälfte entkräftet, die andere Hälfte tot; und die so gerne helfen möchte. Da sind Zola, der Vater, und Mamadou, der Sohn, die aus dem Senegal kommen und in Europa ein besseres Leben erwarten, die viel Geld für eine mörderische Überfahrt bekamen, die sich für Kongolesen – und damit für politische Flüchtlinge – auszugeben versuchen, die vor den Zollfahndern fliehen und doch nicht wissen wohin.

    Maggie Peren hat in ihrem zweiten Spielfilm ein drängendes Thema aufgegriffen; und wie leicht kann ein Flüchtlingsdrama wie dieses in die Hose gehen, wie leicht in Klischees erstarren und in Betroffenheitssentimentalität stecken bleiben, wie leicht kann billig-simplizistisch ein unreflektiertes Gutmenschen-Wohlbefindlichkeitsfilm daraus werden; und wie sehr weist der Titel dieses Filmes auf eben solches recht unerträgliches, weichgespültes Konsens-Tränendrüsen-Kino hin, mit viel mitleidiger Gefühlsduselei, die nur eine leichte Verkleidung der Selbstgerechtigkeit ist…

    Allein: Peren schafft es, in den allerweitesten Teilen des Films eine größtmögliche Komplexität zu schaffen; das liegt vor allem an den Figuren, die nicht einfach schwarz-weiß gezeichnet sind. Allerhand Grauschattierungen treffen wir: Zola, der Flüchtlingsvater, ist sicherlich eine Sympathiefigur – aber dennoch: er hat seinen Wasservorrat auf dem Boot nicht geteilt, weshalb einige Kinder verdurstet sind; er ist lediglich ein Wirtschaftsflüchtling, wird nicht verfolgt, will nur ein besseres Leben für sich und seinen Sohn und flieht dafür vor den Problemen in der Heimat. Natalie, die Touristin, ist gutherzig, mitleidig, sie hilft, bringt den Flüchtlingen Wasser, Kleidung, sogar Geld – und ist damit ungewollt schuldig geworden an einer Katastrophe. Sie weiß nichts von den wirklichen Verhältnissen, meint, die Oberfläche mit ihren Gaben verschönern zu können und kann doch den Lauf der Ereignissen nur zum Schlechteren beeinflussen. Ihr Freund übrigens, der zunächst als reiner, egomaner Businessman daherkommt, entwickelt ebenfalls tiefgründigere Seiten, als sein pragmatischer Lebensansatz und die geschäftsmäßige Verwaltung seiner Emotionen zunächst vermuten lassen. José, der Zollpolizist, mit dem hat Peren ein paar Probleme; denn es reicht ihr nicht, ihn sein etwas weicheres Herz entdecken zu lassen, das er sonst streng verborgen hält, er muss auch eine drogensüchtige Schwester beigeordnet bekommen, damit seine Läuterung so richtig in Schwung kommt. Das ist der Punkt, an dem sich der Film als Konstruktion offenbart, an dem zu sehr dem Plakativen Raum gegeben wird.

    Doch insgesamt ist der Film – man muss sagen: überraschenderweise – gekennzeichnet von klugen Subtilitäten, von leisen Zwischentönen. Er ist kein offensives Aufrüttel- oder emotionales Sentimental-Flüchtlingsdrama, sondern überzeugt durch eine komplexe Ausgestaltung seines Themas. In großen Kinobildern entfalten sich die dunklen Seiten der Urlaubs-Kanaren, die dem Touristen verborgen bleiben, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt – und neben den durchweg hervorragenden Schauspielern (insbesondere der junge Dami Adeeri als Flüchtlingssohn mit tragender, tragischer Rolle) ist es auch das Sprachengewirr, das zur (filmisch konzipierten, aber real erscheinenden) Wahrhaftigkeit des Films beiträgt. Ein Glück, dass Sabine Timoteo neben deutsch auch Spanisch und Französisch kann – hoffentlich bringt Kinowelt / Studiocanal den Film in der mehrsprachigen und nicht in einer vereinheitlicht durchsynchronisierten Fassung heraus.

    Fazit: Emotional packendes, aber unsentimentales Flüchtlingsdrama auf den Kanaren, das mit vielschichtigen Charakteren dem komplexen Thema weitestgehend gerecht wird.
  • Drama um eine deutsche Urlauberin, die auf den kanarischen Inseln versucht, afrikanischen Bootsflüchtlingen zu helfen.

    “Flüchtlingsdrama vor kanarischer Küste”, ” 15 Bootsflüchtlinge auf dem Meer gestorben”, lauteten Überschriften in den Zeitungen, inzwischen ist das Thema nur noch Stoff für Kurzmeldungen. Um Nachhaltigkeit bemüht sich Maggie Peren, die ohne zu moralisieren oder belehren zu wollen, ein brisantes, politisches und humanitäres Problem aufgreift. Erst mit der 18. Drehbuchfassung waren sie und ihre Produzenten Boris Jendreyko und Thomas Klimmer zufrieden, das Resultat ist ein bewegendes Drama ohne Sozialkitsch, das realitätsnah die Schicksale dreier Menschen geschickt verwebt – das der deutschen Urlauberin, die den Boatpeople helfen will und deren Beziehung zu ihrem pragmatischen Freund dadurch in eine Krise gerät, das eines Afrikaners, der seinem Sohn um jeden Preis ein menschenwürdiges Leben in Europa ermöglichen will, und das des spanischen Grenzpolizisten, der die Gesetze rigide anwendet und dabei vergisst, dass auch seine Drogen gefährdete Schwester Beistand braucht.

    Der Film wertet nicht, sondern stellt Positionen nebeneinander, das bilderbuchgleiche Urlaubsparadies Gran Canarias und die harte Wirklichkeit der Flüchtlinge, die trotz Abschiebung und Verfolgung ihre Hoffnung nicht aufgeben wollen. Alle Beteiligten sind in eine Situation hineinkatapultiert, die ihnen viel abverlangt, dem Afrikaner sehr viel Mut und Selbstaufgabe, der Frau Zivilcourage und dem Beamten (zu späte) Einsicht. “Die Farbe des Ozeans” spiegelt hier nicht das beliebte Blau des Urlaubs und der Entspannung wider, sondern Angst, Gefahr und Tod. Der Ozean als Falle. Die Geschichte von überforderten Behörden, gejagten Flüchtlingen und ein bisschen Menschlichkeit ist eingängig erzählt. Die sensible Kameraführung von Armin Franzen, die sich auf Gesichter richtet und nicht voyeuristisch, aber ganz realistisch endloses Elend und Verzweiflung einfängt, emotionalisiert und konfrontiert den Zuschauer letztendlich mit der Frage, ob die Festung Europa ihren Reichtum wirklich auf Kosten der Ärmsten der Armen verteidigen muss. mk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Die Farbe des Ozeans"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

  • Doris Dörries "Glück" gewinnt den Bayerischen Filmpreis

    Am Freitagabend, 20. Januar wurden im Rahmen einer Galaveranstaltung der Bayerische Filmpreis verliehen. Als Beste Produktion dürfen sich in diesem Jahr gleich zwei Filme auf eine Auszeichnung freuen, die Tragikomödie “Hotel Lux” von Leander Haußmann mit Michael “Bully” Herbig und Jürgen Vogel, sowie das Drama “Halt auf freier Strecke” von Andreas Dresen. Darüber hinaus erhält Doris Dörrie für ihren Film “Glück”...

  • "Le Havre" auf dem Filmfest München ausgezeichnet

    Das Münchner Filmfest feierte am Wochenende nach neun ereignisreichen Tagen seinen krönenden Abschluss. Der Arri-Preis für den besten internationalen Film geht in diesem Jahr an die finnische Komödie “Le Havre” von Regisseurs Aki Kaurismäki, der bereits auf dem diesjährigen Filmfest in Cannes mit dem renommierten FIPRESCI Preis ausgezeichnet wurde. Mit dem CineVision Preis für den besten internationalen Nachwuchsfilm...

  • Flüchtlingsdrama "Die Farbe des Ozeans" mit Julia Jentsch

    Julia Jentsch (“Effi Briest”) wird die weibliche Hauptrolle in dem Flüchtlingsdrama “Die Farbe des Ozeans” spielen, einer deutschen Produktion, die bei den Filmunternehmen Südart und Starhaus entwickelt wird. Regisseurin und Drehbuchautorin ist Maggie Peren (“Stellungswechsel”). Die Geschichte spielt auf Gran Canaria, wo die deutsche Touristin Natalie Urlaub macht. Der afrikanische Bootsflüchtling Chani und sein Sohn...

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.