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Die Entbehrlichen (2009) Film merken

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Entbehrlichen: Sozialdramödie mit rotzigem, politisch unkorrektem Humor um einen Jungen, der quasi auf sich allein gestellt ist, weil Mutter und Vater trinken.

Weihnachten steht vor der Tür. Jakobs Vater ist ein aggressiver Alkoholiker, seine Mutter ist gerade auf Entzug im Krankenhaus. Da liegt der Vater eines Tages als echte Alkoholleiche in der Wohnung. Aus Angst, ins Heim gesteckt zu werden, versucht Jakob den Anschein des Normalen zu wahren. Er erzählt weder der Oma noch der besten Schulfreundin Hannah vom Tod des Vaters.

Als sein Vater eines Tages als Alkoholleiche in der Wohnung liegt, erzählt Jakob niemandem davon, aus Angst, ins Heim gesteckt zu werden. Andreas Arnstedts Regiedebüt pendelt zwischen krasser Sozialmisere und rotzigem Humor.

Kritiken und Bewertungen

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    Es ist Weihnachtszeit, alle sind in guter Stimmung und machen es sich zuhause gemütlich. Nicht so Jacob, in seiner Umgebung herrscht Kälte und es ist alles andere als gemütlich. Während die Mutter im Krankenhaus eine Therapie gegen die Alkoholsucht beginnt, setzt sein arbeitsloser Vater gerade das Geld für Jacobs Klassenfahrt in Schnaps, Schokolade und eine Plastiktanne um. Als alles noch schlimmer kommt, vertraut sich der Junge aus Angst vor dem Heim zunächst nicht einmal seiner Großmutter oder der besten Schulfreundin an. Konsequent erzählt Regisseur, Autor und Produzent Andreas Arnstedt von diesem tragischen Schicksal und kann dabei neben dem überzeugenden Jungdarsteller vor allem auf André M. Hennicke, Steffi Kühnert, Ingeborg Westphal setzen, die gekonnt das dichte Netz der familiären Beziehungen, Abhängigkeiten und Unzulänglichkeiten zu vermitteln wissen.

    Jurybegründung:

    Aus der Sicht des jungen Jacob erzählt der Film das Drama einer durch Arbeitslosigkeit und Alkoholismus der Eltern immer mehr in die Asozialität abdriftenden Familie mit tragischem Ende. Die Dramaturgie mit ihren verschiedenen Erzählebenen in Rückblenden erschwert dem Zuschauer eine gewisse Zeit den Einstieg. Das Konzept, die Rückblenden in Form von Assoziationen des Jungen anzulegen, funktioniert dann aber insbesondere in den Teilen, in denen sich die Konzentration auf die innere Familiengeschichte um den Jungen, seine Eltern und die Großmutter legt.

    Hier stimmen auch die trefflich durchgezeichneten Charaktere mit hervorragenden darstellerischen Leistungen durch André Hennicke als Vater, Steffi Kühnert als Mutter und Ingeborg Westphal als Großmutter. Oskar Bökelmann als Jacob durchläuft unter guter Führung eine glaubhaft eindrucksvolle Entwicklung. Geht die Erzählung in Nebenstränge und Randbereiche wie die Beziehung zu Jacobs Freundin und deren Familie, seine Schule mit Lehrerin und Schulfest oder dem durchgeknallten Nachbarn Rott (Mathieu Carrière), gleiten Handlung und vor allem Dialoge bedauerlicherweise in Klischees ab und überfrachten das sonst beachtliche und zugleich berührende Sozialstück.

    Ein besonderes Lob verdient die Kamera, die Montage und eine vorzüglich stimmige und unaufdringliche Ausstattung.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Sozialdramödie nach einer wahren Begebenheit um das Kind eines Unterschichtpärchens, dessen schwere Alkoholsucht für den Jungen ein tragisches Weihnachtsfest bedeutet.

    Jakobs Vater Jürgen (André Hennicke) war schon wiederholt eine stinkende Alkoholleiche. Aber diesmal liegt er tatsächlich tot in der Wohnung und das an Weihnachten. Während er verwest, versucht der Junge (Oskar Bökelmann) aus Furcht, ins Heim gesteckt zu werden, den Anschein des Normalen zu wahren. So erzählt er weder der Oma (Ingeborg Westphal) noch der besten Schulfreundin Hannah (Kathi Hahn) davon. Denn die Mutter (Steffi Kühnert) liegt verletzt im Krankenhaus und ist auf Entzug. Also ist Jakob auf sich allein gestellt. Denn die anderen schauen lieber weg, besonders die naive Oma. Nur Hannah sorgt sich um ihren Freund, der in der Schule als Schmuddelkind verrufenen ist.

    Aus Oskars Sicht schildert “Küstenwache“-Darsteller Andreas Arnstedt die Ereignisse in seinem Regiedebüt, in dem er Vergangenheit und Gegenwart nahtlos verzahnt. Daraus ergeben sich assoziative, handwerklich sehr reife und atmosphärische Impressionen aus dem Prekariat. Dokumentarisch, sozialrealistisch, aber auch mit rotzigem, politisch unkorrektem Humor und eigenem Charme zeichnet Arnstedt die Schrecknisse einer Horrorfamilie beim unaufhaltsamen Sozialabstieg auf. Anklänge bei Dresen und Loach tauchen auf, aber es ist ein ganz eigener Stil, die seine Dramödie einer chancenlosen Familie prägt.

    Auf Dauer wäre dieses Jammertal ein quälendes Erlebnis: Die Wohnung eine Müllhalde, der Vater ein arbeitsloser asozialer Grobian mit unberechenbaren Gewaltausbrüchen, die Mutter verzweifelt defätistisch. Deshalb machen die altkluge, schlagfertige Art des Jungen und ein sensibler, heiterer Score die Misere erträglich. Dazu kommt ein Holocaust-Überlebender, der in der verschneiten Gartenlaube sitzt und im Landser-Graurock Nazi-Gartenzwerge tüncht. Dadurch – und durch einige überzeichnete Nebenfiguren – gewinnt Arnstedts Film einen absurd-komischen Drall, der Negatives abfedert. Derweil leistet die gesamte Darsteller-Regie Beeindruckendes, was auf zahlreichen Festivals bleibenden Eindruck hinterließ.

    tk.

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