Die abhandene Welt (2015)

Die abhandene Welt Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 2.5

Filmhandlung und Hintergrund

Die abhandene Welt: Drama um einen Vater und seine Tochter, die in dem Foto einer Opernsängerin aus den USA die totgeglaubte Frau und Mutter wiederzuerkennen glauben.

Paul Kromberger entdeckt zufällig im Internet das Foto der Opernsängerin Catarina Fabiani, die seiner verstorbenen Frau zum Verwechseln ähnlich sieht. Seine Tochter Sophie, eine Jazzsängerin, nimmt in New York Kontakt zur Unbekannten auf, um das mögliche Familiengeheimnis zu lüften. Bei verschiedenen Treffen stößt sie auf Abwehr und Skepsis. Unter der harten Schale enthüllt sich in einem schmerzhaften Prozess das Innere einer Frau, der das Schicksal abhanden gekommen ist.

Vater und Tochter glauben in dem Foto einer Opernsängerin aus den USA die totgeglaubte Frau und Mutter wiederzuerkennen. Autobiografisch angehauchter Frauenfilm von Margarethe von Trotta, mit Höchstleistungen ihrer Darstellerinnen.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Margarete von Trotta, ist eine der aktivsten deutschen Regisseurinnen. 1967 ihr erster Film als Schauspielerin („Tränen trocknet der Wind…/ Mädchen zwischen Nacht und morgen“). Ab 1975 arbeitete sie als Drehbuchautorin, um 1979 ihre erste Regiearbeit vorzustellen („ Schwestern oder die Balance des Glücks“). Bis heute hat sie mehr als 25 Filme mit großem Erfolg und mit Preisen überhäuft ( Goldene Kamera – Oscarnominierung „Das Versprechen“) ins Kino gebracht. Ihre letzte Arbeit , „Die abhandene Welt“ kommt demnächst auf die Leinwand.
    Auch dieser Film handelt von zwei Schwestern, die nicht voneinander wussten. Sophie (Katja Riemann) lebt in Düsseldorf zusammen mit ihrem Vater Paul (Matthias Habich). Im Internet entdeckt er eine Opernsängerin die seiner verstorbenen Frau täuschend ähnlich sieht. Er bitte Sophie nach New York zu fliegen und Kontakt mit dieser fremden Frau aufzunehmen.
    Catarina (Barbara Sukowa) ist sehr abweisend und nicht bereit etwas über sich und ihre Familie preiszugeben. Ein Besuch bei Caterinas, im Pflegeheim lebender Mutter Rosa (Karin Dor), bestärkt Sophie jedoch in dem Glauben, dass sie der Lösung eines langverborgenen Geheimnissen ein Stück näher gekommen ist.

    Aber erst als Sophie nach ihrer Rückkehr den Vater zur Rede stellt, kommen die bisher verschwiegenen und verdrängten Familien-Geheimnisse ans Tageslicht, in denen auch Pauls verhasster Bruder Ralf (Gunnar Möller) eine entscheidende Rolle spielt..

    Wie schon in einigen Filmen vorher erzählt Margarete von Trotta eine weitere Familiengeschichte um zwei Schwestern. Auslöser für diesen Film war von Trottas eigene Familie. Auch sie erfuhr erst nach dem Tod ihrer Mutter, dass sie eine Schwester hat. Besetzt mit der Creme deutscher Darsteller können diese zwar überzeugen, aber die Story selber weist einige Längen auf.

    Katja Riemann und Barbara Sukowa dürfen wieder einmal ihre Gesangskünste zeigen und tragen mit dazu bei, dass es nicht ganz so dramatisch wird.

    101 Minuten – ein Film für die ältere Generation, die sich vielleicht dort wiederfindet.
  • Sehr persönlich geprägte Familiengeschichte über zwei Frauen, die entdecken, dass sie Schwestern sind.

    Nach dem Tod ihrer Mutter erhielt Margarethe von Trotta den Brief einer Frau, die sich nach Geburtsort und Vorname der Verstorbenen erkundigt, ein Schock, als sich heraus stellt, dass die 15 Jahre Ältere ihre von Fremden adoptierte Schwester war, ein Geheimnis, das die Mutter mit ins Grab genommen hatte. Unbewusst trieb das Thema Schwester(n) die Filmemacherin schon vorher um, in “Schwestern oder Die Balance des Glücks” (1979), zwei Jahre später in “Die Bleierne Zeit” und “Fürchten und Lieben” (1988). Mit ihrem neuesten Werk und dem evidenten persönlichen Bezug zieht sie subtil den Bogen vom Unbewussten zum Bewussten und beweist, dass sie zur Oberliga deutscher Filmemacherinnen gehört.

    Als Paul Kromberger (Matthias Habich) zufällig im Internet das Foto der Opernsängerin Catarina Fabiani entdeckt, die seiner verstorbenen Frau verblüffend ähnlich sieht, schickt er seine Tochter Sophie nach New York, um Kontakt zur Unbekannten aufzunehmen. Eine Reise mit emotionalen Überraschungen und Impuls für eine unerwartete Familienzusammenführung. Katja Riemann und Barbara Sukowa, erstmals gemeinsam vor der Kamera, spielen dieses Schwesternpaar, das sich in einem schmerzhaften Prozess entdeckt und annähert, wie zwei Seiten einer Medaille. Riemann, die offene Jazzsängerin, Sukowa, die im Innern verkapselte Opernsängerin, beide mit traumhafter Performance. Obgleich die von einer italienischen Freundin der Mutter adoptierte Catarina erst durch die jüngere Sophie ihre wahre Herkunft erfährt, ahnte sie wohl einen dunklen Fleck, wollte es aber nicht wissen. Fast jeder verbirgt Geheimnisse, hält sie in hübschen Kisten unter Verschluss, eine psychoanalytische Symbolik.

    Leise Trauer und umweht die Geschichte, wenn die Jüngere im Aussehen der Älteren ihre Mutter erkennt, die “große” Schwester nach dem Besuch bei der dementen Adoptivmutter (Karin Dor) die Tränen nicht mehr zurückhalten, ihr leiblicher Vater das Unglaubliche kaum fassen kann. Das titelgebende Lied bezieht sich auch auf ein abhanden gekommenes Schicksal, auf die Gegenwart, die durch den abrupten Einbruch der Vergangenheit eine andere geworden ist. Beide Hauptdarstellerinnen singen im Film, kein Problem für Riemann, die schon mehrere CDs veröffentlicht hat und schon gar nicht für Sukowa, die seit 30 Jahren ihre Leidenschaft für klassische Musik auslebt. Es geht unter die Haut, dieses mutige und am Ende hoffnungsvolle Drama über Angst und Schuld, Erlösung durch Wahrheit, Akzeptanz der Wirklichkeit. mk.

Darsteller und Crew

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