Die Abenteuer des Huck Finn (2012)

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Abenteuer des Huck Finn: Fortsetzung des Abenteuers von "Tom Sawyer " nach den Geschichten von Mark Twain.

Seitdem Huck Finn einen Schatz gefunden hat, ist er ein reicher Mann – und mit dem Leben in Freiheit ist’s vorbei. Er wohnt bei der Witwe Douglas und deren Schwester Miss Watson, bedient vom braven Haussklaven Jim. Er muss einen Anzug tragen, Schule und Kirche besuchen. Ein Alptraum. Doch es kommt noch schlimmer: Sein trunksüchtiger Vater taucht auf und beansprucht Hucks Reichtum für sich. Der Junge entschließt sich zur Flucht – wie auch Jim. Und schon bald treiben die beiden – verfolgt von ebenso fiesen wie tumben Sklavenjägern – auf einem Floß den Mississippi hinunter.

Huck Finn muss mit dem Sklaven Jim auf dem Mississippi vor seinem trunküschtigen Vater fliehen. Hermine Huntgeburth adaptiert Mark Twains Klassiker als Familienunterhaltung mit reichlich Schauwerten.

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Hermine Huntgeburth adaptiert Mark Twains Klassiker als Familienunterhaltung mit reichlich Schauwerten, vergisst darüber aber den gesellschaftspolitischen Subtext der Vorlage nicht.

    Ein geschniegelter, ordentlich gewandeter und gekämmter Huck Finn (Leon Seidel)? Undenkbar! Seit er aber mit seinem besten Kumpel Tom Sawyer (Louis Hofmann) einen Schatz gefunden hat, ist er ein reicher Mann. Er wohnt bei der Witwe Douglas und deren Schwester Miss Watson, bedient vom braven Haussklaven Jim (Jacky Ido). Für den Jungen, der so gerne in einer Regentonne lebte, Fische am Lagerfeuer briet und seine Maiskolbenpfeife schmauchte, ein Albtraum. Doch es kommt noch schlimmer, als sein trunksüchtiger Vater (August Diehl) auftaucht und Hucks Reichtum für sich beansprucht.

    Keine Generation ohne eine Adaption der Geschichten um Tom Sawyer und Huckleberry Finn, wenn man so will Mark Twains Pendant zu Ludwig Thomas “Lausbubengeschichten”. Hermine Huntgeburth widmet sich nach “Tom Sawyer” (2011) seinem freiheitsliebenden Busenfreund, dessen Erlebnisse 1884 erstmals in Buchform erschienen. Der Longseller Mark Twains zeichnet sich durch seinen humoristischen Stil, das sorgfältig gezeichnete Lokalkolorit und die genaue Zeichnung damaligen sozialen Verhaltens aus. Als scharfzüngiger Kritiker der Südstaatengesellschaft hat sich Samuel Longhorne Clemens, so hieß Twain eigentlich, einen Namen gemacht.

    Diese Sujets – neben dem Recht des Menschen auf Freiheit und Selbstbestimmung – greift der Drehbuchautor und zweifache Grimme-Preisträger Sascha Arango (“Zu treuen Händen”) in der Adaption von “Die Abenteuer des Huckleberry Finn” immer wieder auf, ihm wie der Regisseurin stehen der Sinn jedoch primär nach einem turbulenten Jugendfilm mit ein paar Anleihen beim klassischen Western. Wunderschön in Cinemascope (Kamera: Sebastian Edschmid) und warmen Erdtönen gefilmte Landschaften durchqueren Huck und Jim auf ihrer Flucht vor den tumben Sklavenjägern – Henry Hübchen, Milan Peschel und Andreas Schmidt ziehen kräftig vom Leder -, eher gemütlich gleiten sie auf dem Floß den Mississippi – gedreht wurden diese Szenen im rumänischen Donau-Delta – der Kleinstadt Cairo entgegen.

    Hier kommt es zum (bleihaltigen) Showdown mit dem alten Huck, den Diehl gekonnt fies zum Leben erweckt, eine Schlüsselrolle spielt dabei Twains legendäres Gaunerduo, König und Herzog, die Michael Gwisdek und Kurt Krömer mit verschlagenem Witz anlegen. Ein Hauch von Nostalgie durchweht diesen liebevoll gestalteten Film, der ganz in der Historie verankert bleibt, sich bis auf ein paar Effektaufnahmen der Moderne verweigert und durch eine in allen Bereichen sorgfältige Ausstattung gefällt. Bunte, turbulente, fast immer familienfreundliche Unterhaltung mit viel Schauwerten – wer mehr Subtext will, muss bei Mark Twain nachlesen. geh.

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