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Dido Elizabeth Belle (2013)

Originaltitel: Belle
Dido Elizabeth Belle Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Dido Elizabeth Belle: Erlesen gestalteten Historienfilm über eine Mulattin, die im England des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft und sich selbst sucht.

1769 gibt Captain Lindley seine Tochter Dido Elizabeth Belle, illegitimer Spross aus dessen Beziehung mit einer afrikanischen Sklavin, in die Obhut von Lord Mansfield und dessen Gattin. Er verlangt, dass das Mädchen dieselbe Ausbildung bekommt wie ihre Halbcousine Lady Elizabeth. Diesem Wunsch wird – wenn auch zunächst widerwillig – entsprochen. Belle wächst mit ihrer Seelenschwester in einem goldenen Käfig auf, genießt alle Privilegien der herrschenden Klasse, bleibt zeitlebens aber eine “anrüchige Mulattin” – was auch bezüglich ihre Eheschließung große Probleme aufwirft.

Eine Mulattin sucht im England des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft und sich selbst. Erlesen gestalteter britischer Historienfilm mit exquisiten Schauwerten, der Politthemen mit leichter Hand thematisiert.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Rassismus- und Emanzipationsdrama "Belle", das im England des 18. Jahrhunderts spielt, basiert auf einer wahren Geschichte. Dido Elizabeth Belle Lindsay war als uneheliche Tochter eines Navy-Kapitäns und einer afrikanischen Sklavin vermutlich die einzige schwarze Frau in den adligen Kreisen jener Zeit. Die britische Regisseurin Amma Asante ("A Way of Life") und die Drehbuchautorin Misan Sagay weben in diesen spannenden, historisch aufschlussreichen Kostümfilm feingeschliffene Dialoge nach Art der Jane-Austen-Romane ein. Gleichzeitig schildern sie den schwierigen Entwicklungsprozess einer Außenseiterin, die sich einen besseren Platz im Leben erkämpft, als ihn ihr die Gesellschaft einräumen will.

    Wie schon bei Jane Austen, so entsteht auch hier das Sittengemälde einer Zeit, in der Abstammung und Vermögen alles zählt und die Liebe nicht als akzeptabler Heiratsgrund gilt. Zumindest dann nicht, wenn sie die gesellschaftliche Ordnung durcheinander bringt: Für Dido, die von Geburt an höhergestellt ist als der Sohn eines Vikars, kommt also nach Ansicht ihres Onkels eine Verbindung mit John Davinier nicht in Frage. Selbst dann nicht, wenn die Alternative ein Leben als ledige Hausverwalterin wäre, oder die Ehe mit einem Mann, dessen Familie sich ihrer schämt, aber an ihrem Geld interessiert ist.

    Didos unschuldige Sehnsüchte und ihre Irritation über die kaum verhohlene Ächtung, die ihr in den Kreisen des Onkels widerfährt, bilden den emotionalen roten Faden der Geschichte. Didos Emanzipation wird durch den historisch verbürgten Prozess um das Sklavenschiff Zong forciert: Es warf über 100 kranke Sklaven über Bord, um die Versicherungssumme für das verlorene Frachtgut zu kassieren. Weil der Onkel mit seinem Urteil dem Sklavenhandel Englands den Garaus machen könnte, das aber nicht vorhat, beginnt Dido, Fragen zu stellen. Der stimmungsvolle Kostümfilm mit seinen noblen Kulissen ist dramaturgisch hervorragend aufgebaut und gut gespielt. Er bietet eine spannende Geschichtsstunde mit Herz in frischer, luftiger Atmosphäre.

    Fazit: Mit ihrer hervorragenden Dramaturgie gelingt der im England des 18. Jahrhunderts angesiedelten Emanzipationsgeschichte "Belle" eine glückliche Verbindung von Spannung und Gefühl, historischer Tiefe und moderner Perspektive.
  • Eine Mulattin sucht in Amma Asantes erlesen gestalteten Historienfilm im England des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft und sich selbst.

    Eine Art Schwesterfilm zu Steve McQueens “12 Years a Slave” hat Amma Asante, die vor knapp zehn Jahren mit “A Way of Life”, einem Drama um eine alleinerziehende Teenagermutter debütierte, mit ihrer zweiten Regiearbeit “Belle” inszeniert. Ihr Historienfilm, frei nach wahren Begebenheiten, entführt ins ewig beliebte “Austenland”, interessiert sich jedoch weniger für aristokratische Salongepflogenheiten, sondern erzählt – vor dem Hintergrund eines wegweisenden Rechtstreits in Sachen britischem Sklavenhandel – von der Selbstfindung einer jungen Mischlingsfrau.

    1769 gibt Captain John Lindley, seine Tochter Dido Elizabeth Belle, illegitimer Spross aus dessen Beziehung mit einer afrikanischen Sklavin, in die Obhut von Lord Mansfield (Tom Wilkinson) und dessen Gattin (Emily Watson). Er verlangt, dass das Mädchen dieselbe Ausbildung bekommt wie ihre Halbcousine Lady Elizabeth. Diesem Wunsch wird – wenn auch zunächst widerwillig – entsprochen. Belle wächst mit ihrer Seelenschwester in einem goldenen Käfig auf, genießt sämtliche Privilegien der herrschenden Klasse, bleibt aber zeitlebens eine “anrüchige Mulattin”.

    Anhand der eng miteinander verknüpften Schicksale von Belle (Entdeckung mit Star-Potenzial: Gugu Mbatha-Raw) und Elizabeth (Sarah Gadon) entwirft Asante, nach dem sorgfältig ausgearbeiteten Drehbuch von Misan Sagay, das Porträt einer Gesellschaft, die strengen Regeln und überkommenen Traditionen verhaftet ist. So wird der Wert einer Frau ausschließlich daran bemessen, welchem Stand sie angehört und wie viel Mitgift sie in die Ehe bringt. Belle ist zwar Dank ihres Erbes vermögend, besitzt aber schon wegen ihrer Hautfarbe nicht das Ansehen von Elizabeth, die sich wiederum ob ihrer Mittellosigkeit schwer tut, einen geeigneten Gatten zu finden.

    Die Vorgaben des Films sind bekannt und bereits mehrfach im Kino thematisiert worden. Die Qualität liegt in dem Umstand, dass die Regisseurin es versteht, Problemkreise wie Rassismus, Kolonialismus und männliche Vorherrschaft mit leichter Hand, ohne erhobenen Zeigefinger zu untersuchen und zudem zeitbezogene politische Themen – Mansfield muss als oberster Richter grundsätzlich entscheiden, ob Sklaven im Versicherungsfall als Ware oder als Menschen zu behandeln sind – anspricht.

    Wie bei einer BBC-(Ko-)Produktion üblich, sind die Schauwerte, vom Produktionsdesign über die Kostüme bis hin zu den herrschaftlichen Villen, exquisit. Kameramann Ben Smithard (“I, Anna”) liefert eher dunkle, wohl komponierte und sorgsam kadrierte Bilder, die Dialoge sind geschliffen, gerne hintersinnig und elegant. Und dass diese auch entsprechend dargeboten werden, dafür sorgt die erlesene Riege britischer Charakterdarsteller, zu der unter anderem Penelope Wilton als gutherzige Tante Mary und Miranda Richardson als boshafte Lady Ashford zählen. Ein Brit-Pic reinsten Wassers. Das gesagt, ist es auch wenig überraschend, wem Belle letztendlich ihre Gunst gewährt – zur Auswahl stehen der Adelige Oliver und Pastorensohn John. geh.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • "Belle"-Trailer: Rassismus in der britischen Oberschicht

    Im Historiendrama "Belle" muss die dunkelhäutige, uneheliche Tochter eines Admirals mit ihrer Rolle in einer Aristokratenfamilie im England des 18. Jahrhunderts zurechtkommen. Seit kurzem gibt es den ersten Trailer zu Amma Asantes ("A Way of Life ") zweitem Regiewerk

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