Der Sturm (2000)

Originaltitel: The Perfect Storm
Der Sturm Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 4.7
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Der Sturm: Auf Tatsachen beruhender Katastrophen-Thriller um ein Fischerboot, das in den Sturm des Jahrhunderts gerät.

Die Besatzung der “Andrea Gail” hat es sich trotz Sturmwarnungen in den Kopf gesetzt den Fang des Jahres zu machen und sticht in See. Dort erwartet sie der Sturm des Jahrhunderts mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern und 30-Meter-Wellen, die den Fischkutter zu zerbersten drohen. Ein fast aussichtsloser Überlebens(Kampf) gegen die Naturgewalten beginnt.

Herbst 1991. Vor der Ostküste der USA braut sich ein überaus gewaltiger Sturm zusammen. Trotz dieser Wettervorhersage beschließt Kapitän Billy Tyne, mit der “Andrea Gail” auszulaufen. Der in letzter Zeit glücklose Fischer will endlich bessere Fangquoten vorweisen. Unter den Crewmitgliedern befindet sich auch Bobby Shatford, der, frisch geschieden, Geld braucht, um mit seiner Freundin ein neues Leben zu beginnen. Als das Boot kurz darauf in den Jahrhundert-Orkan gerät, beginnt ein gnadenloser Kampf auf Leben und Tod…

Trotz Sturmwarnung sticht Kapitän Billy Tyne mit dem Fischkutter “Andrea Gail” an der amerikanischen Ostküste in See. Kurze Zeit später geraten er und seine Crew in einen Jahrhundert-Orkan. Spektakuläre Bestseller-Verfilmung durch Wolfgang Petersen, der neben George Clooney und Mark Wahlberg vor allem auf digitale Effekte vertraut.

Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • 1991 schoss über den Nord Atlantik der Orkan "Grace", der sich durch eine Laune der Natur mit weiteren Stürmen vereinen sollte. Aus dem Orkan wurde ein Monster wie es in der bekannten Geschichte nie vorgekommen war. Viele Menschen wurden das Opfer des Jahrtausend-Sturms.

    Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen griff die wahren Ereignisse auf um die Geschichte des Fischkutters "Andrea Gail" zu zeigen, der zum Opfer dieses Sturms wurde. Der Kinotrailer machte im Voraus aus Petersens "Perfect Storm" einen Actionhit mit grandiosen Effekten. Kein Wunder, Action lockt das Publikum immer wieder.

    Verschwiegen wurde dabei natürlich, dass die Action sich erst in der letzten Dreiviertelstunde entwickelt, ansonsten lässt der Film nämlich erstmal seinen Charakteren viel Zeit, stellt seine Figuren als harte Männer dar, die jedoch nur auf dem Meer beweisen können was in ihnen steckt. Man sieht sie reden, lieben, trinken und fischen bis der Sturm ausbricht und Computereffekte vom Feinsten erzeugt werden. Leider umschifft der Film in seinen Charakterisierungen kein Klischee, man hat hier keine wirklichen Menschen vor sich, sondern eher Hollywoodcharaktere wie sie in die Geschichte passen.

    Der liebenswerte und harte Kapitän, der sein Versagen aber nicht eingestehen kann. Der naive und gutherzige Fischer Bobby, der dem Zuschauer als Identifikationsfigur dient, der jedoch nur so weit heraus gestellt wird, damit der Zuschauer überhaupt etwas zum identifizieren hat, denn Clooneys Charakter ist dafür nicht zu benutzen, steuert er seine Mannschaft doch direkt ins Verderben.

    Doch wenn man sich ansieht mit welchen Pathos die Figur Bobbys gezeichnet ist, was schon bei seiner unglaublich starken Beziehung und seinen kurz vor der Verwirklichung stehenden Träumen anfängt, muss man sich fragen, ob der Zuschauer bei einem solchen Film, der eigentlich eher dokumentarische als epische Züge haben sollte, wirklich etwas zum identifizieren braucht. Bobbys Liebe zu Christina wird mit Hollywoodkitsch gezeichnet, was dem Film einen Hauch der Übertreibung verpasst, ihn unglaubwürdig erscheinen lässt, wozu auch die Darstellung der übrigen Crew, die sich fast komplett am Scheideweg befindet, beiträgt.

    Der Film ist beste Hollywoodunterhaltung, in der ersten Hälfte als Drama, in der zweiten als Katastrophenfilm. Drehbuchautor Wittliff wusste, dass er mit seiner Seestory keinen kompletten Film drehen konnte, so ließ er sich am Anfang viel Zeit, mit dem eingefügten Handlungsstrang um die Rettung der Crew eines kleinen Segelbootes jedoch übertreibt er es doch. Zu sehr wirkt diese kleine Nebenstory dann doch als wäre sie nur da um den Film zu strecken.

    Fazit: Petersen inszenierte solide Hollywood-Unterhaltung, aus der aber deutlich mehr raus zuholen gewesen wäre, denn als Metapher auf den nicht zu gewinnenden Kampf des Menschen gegen die Natur funktioniert der Film kaum.
  • Eins zu null für Wolfgang Petersen: Ein wenig überraschend wirbelte “Der Sturm” mit Hollywoods neuem Clark Gable, George Clooney, am Steuerrad mit fulminanten 41,7 Mio. Dollar an die Spitze der US-Charts und ließ damit Roland Emmerichs Revolutionsdrama “Der Patriot” im blutdurchtränkten Staub zurück. Die Verfilmung des Bestsellerromans von Sebastian Junger, der die sich 1991 zugetragene Tragödie der Besatzung des Fischkutters Andrea Gail schildert, erlaubt es Petersen, sich knapp 20 Jahre nach seinem Klassiker “Das Boot” wieder im nassen Element zu tummeln. Er zeigt allerdings weniger Interesse für das Miteinander der Crew an Bord, sondern räumt den von ILM kreierten digitalen Spezialeffekten eine alles weitere überflutende Rolle ein.

    Doch bevor sich die gewaltig auftürmenden Wassermassen in ihrer fatalen Monstrosität entfalten, werden mit einem etwa halbstündigen Prolog die Arbeiterklasse-Protagonisten vorgestellt. Schwertfischer-Captain Billy Tyne (Clooney sieht als einsamer Seewolf hervorragend aus) und seine Mannschaft kehren mit enttäuschendem Fang in den Hafen von Gloucester, Massachusetts, zurück. Neuling Bobby (Clooneys “Three Kings”-Partner Mark Wahlberg) wird überschwenglich von seiner Freundin Christine (eine nach längerer Leinwand-Absenz aus der Versenkung wieder aufgetauchte Diane Lane) begrüßt. Der rauhbeinige Murph (Wahlbergs “Boogie Nights”-Sidekick John C. Reilly) hingegen ist unglücklich geschieden, während die drei weiteren Crewmitglieder respektive als humoriger Damenschreck, potenter Frauenheld und unangenehmer Streitbold mit schnellen Strichen porträtiert werden. Obwohl es bereits Oktober ist, beschließt Tyne zwei Tage später erneut auszulaufen, um ihr Glück erneut zu versuchen. Weit im Osten am Flemish Cap gelingt es ihnen endlich, das Boot bis an die Reling mit Schwertfischen zu füllen. Doch dann gibt die Eismaschine ihren Geist auf und sie sind gezwungen schnellstmöglich zurückzukehren, sofern sie ihre wertvolle Ladung nicht den Vögeln zum Fraß vorwerfen wollen. Der sicheren Heimkehr steht jedoch der perfekte Sturm im Weg, der sich aus dem Hurricane Grace, einem weiteren Sturm und einer Kaltwetterfront zusammenbraut. Ab diesem Zeitpunkt setzt lautes Getöse von Wind, Wellen und Regenfall (und zumeist gebrüllten Dialogen) ein, das lediglich von dem konstant zu vernehmenden melodramatischen Score von James Horner übertönt wird. Parallel wird von der Seenot eines Segelboots berichtet, dem die Küstenwache in einer hochgefährlichen Rettungsaktion zur Hilfe eilt. Das sind spannende Momente, doch die endlosen Variationen von grauschwarzen Wasserbergen verlieren auf Dauer an dramatischer Schubkraft, selbst wenn sich die tödliche Riesenwelle noch einmal mit aller computergenerierter Kraft aufbäumt. Gerade die Inszenierung dieser Trickeffekte enttäuscht ein wenig, da nicht das ganze Spektrum von Raumtiefe vermittelt wird und man doch recht deutlich ihre künstliche Natur erkennt. Wesentlich mitreißender sind da eine Mann-über-Bord-Szene oder ein atemberaubender Reparaturversuch in höchster Not. Mit dem Schluss werden keine üblichen Hollywood-Kompromisse eingegangen, auch wenn Petersen nicht die ergreifende Emotionalität von “Titanic”-erreicht. Die Kleine-Bruder-Version von “Twister” zu hoher See wird dennoch ohne weiteres Blockbuster-Zahlen ansteuern – die bei einem geschätzten Budget um die 140 Mio. Dollar auch bitter nötig sind. ara.

Darsteller und Crew

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