Der Rote Baron (2007)

Der Rote Baron Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Rote Baron: Matthias Schweighöfer lernt als junger Kampfpilot die Schrecken des Krieges kennen und trifft eine folgenschwere Entscheidung.

Der erst 24-jährige Freiherr Manfred von Richthofen (Matthias Schweighöfer) ist ein begnadeter Kampfpilot im Ersten Weltkrieg. Ganz Europa fürchtet seine rotgestrichene Fokker. Luftduelle sehen er und seine Kameraden Voss (Til Schweiger), Sternberg (Maxim Mehmet) und Lehmann (Hanno Koffler) als kühnen Sport. Erst als sich Richthofen in die Krankenschwester Käte (Lena Headey) verliebt, öffnet sie ihm die Augen für die Schrecken des Krieges.

Mit hohem Aufwand entstandenes Heldenepos, das zugleich mit Propaganda, Militarismus und dem Moloch Krieg hart ins Gericht zieht. Unweigerlich aber faszinieren die atemberaubenden Flugduelle, die einen deutschen Mythos in hochdramatische Bilder packen.

Manfred von Richthofen ist bereits mit 24 Jahren ein außergewöhnlich guter, waghalsiger Kampfpilot im Ersten Weltkrieg. Die rot lackierte Maschine sein gefürchtetes Markenzeichen. Erst die Liebe zu der Krankenschwester Käte macht ihm die Grausamkeit des Krieges bewusst. Als er durch die Militärregierung für Propagandazwecke missbraucht wird und viele seiner Freunde verloren hat, gibt er seinen trügerischen Heldenstatus auf.

Manfred von Richthofen ist bereits mit 24 Jahren ein außergewöhnlich guter, waghalsiger Kampfpilot im Ersten Weltkrieg, eine regelrechte Kampfmaschine. Das rot lackierte Flugzeug ist sein gefürchtetes Markenzeichen, das seine Gegner ins Mark erschüttern lässt. Erst die Liebe zu der Krankenschwester Käte macht ihm die Grausamkeit des Krieges bewusst. Als er durch die Militärregierung für Propagandazwecke missbraucht wird und viele seiner Freunde verloren hat, gibt er seinen trügerischen Heldenstatus auf.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Kriegsfilme aus Deutschland haben gelinde gesagt einen schweren Stand. Denn da ist dieses gewaltige Legitimationsproblem, sind doch beide Weltkriege von deutschem Boden ausgegangen. Andererseits verlangt das Genre nach Geschichten von Kampf und Heldentum – ob als Faszinosum und Sensation oder als Warnung und Kritik. Auf jeden Fall aber mit zur Identifikation einladenden Charakteren: die aber wieder allzu leicht als Apologien des deutschen Militarismus verstanden werden können...

    Nun hat Regisseur Nikolai Muellerschoen vor vier Jahren einen Film über Manfred von Richthofen konzipiert, der jetzt zum 90. Todestag des „Roten Baron“ ins Kino kommt. Eine ohne Filmförderung finanzierte 40-Millionen-Produktion, die der in Kalifornien lebende Filmemacher nicht einem Hollywood-Studio anvertrauen wollte (oder es dort nicht unterbringen konnte?) und die also nun von Deutschland aus die Welt erobern soll. Schließlich ist von Richthofen vor allem auch im Ausland noch heute bekannt und respektiert. Und deshalb sind neben bekannten deutschen Darstellern mit Lena Headey als love object und Joseph Fiennes in einem Gastauftritt internationale Stars (wenn auch nicht von der A-Liste) dabei; und gedreht wurde auf englisch (was wiederum leider zu einer recht miesen deutschen Synchronisation führte).

    Und so – einerseits um erfolgreich zu sein, andererseits, um der Historie gerecht zu werden, drittens, um nicht in den Ruch des Militaristischen zu geraten –muss der Film einen Spagat hinlegen zwischen Kriegsgeschichte und pazifistischem Geist, muss einen sympathischen Helden zeigen und sich vor dem Vorwurf blutlüsterner Militärpropaganda schützen. Ein Spagat muss das sein, der dem Mythos der ritterlichen Luftkämpfer bedient, ohne das elende Massensterben unten auf den Schlachtfeldern zu vergessen – war doch Weltkrieg Nr. 1 auch der erste große soldatische Massenmord in den Schützengräben von Frankreich. Der die Begeisterung der jungen Piloten beschreibt, die weniger dem Krieg als vielmehr der Technik, der Taktik, der Jagd, dem respektvollen wettbewerblichen Duell in den Wolken auf Augenhöhe mit dem Feind galt –die aber gleichzeitig durch ihren Kampf im Himmel den massenhaften anonymen Tod im Felde unterstützen. Ein Spagat ist das, bei dem Muellerschoens „Roter Baron“ mehrmals auf die Schnauze fällt.

    So gibt es zum Beispiel kaum Luftkämpfe – dabei geht es doch genau darum. Hatten die Macher Angst, dass ihnen Kriegslüsternheit vorgeworfen würde? Oder hatten sie schlicht nicht genügend CGI-Mittel, um das Kämpfen (und Sterben) in der Luft zu zeigen? Dabei ist ja klar, dass es bei den feindlichen Gefechten im Luftraum nicht nur einfach um den Effekt, um die Lust an der Jagd, um die potentiellen visuelle Kraft des im dreidimensionalen Raum beweglichen Flugzeuge gehen kann. Es geht ja bei von Richthofens Jagstaffel in der Luft nicht bloß darum, einen Fliegenden Zirkus zu inszenieren, sondern auch um die Darstellung von taktischem und fliegerischem Geschick des Barons – das ist ja der Kern des Mythos, der Kern auch des Films, der aber einfach weggelassen, im Ungefähren gelassen wird. Und so bleibt der legendäre Ruf nur Behauptung, wird nie (be)greifbar. Und wenn dann doch mal ein Luftkampf gezeigt wird nach einer dreiviertel Stunde, dann unelegant, ohne Raffinesse, zersetzt mit Großaufnahmen der fliegenden Kämpfer, die freilich der Übersichtlichkeit hinderlich sind.

    Man will halt einen Helden haben, der nicht heldenhaft sein darf. Dabei aber sitzen die Filmemacher schlicht dem Missverständnis auf, im Kriegsfilm einen Helden zu zeigen sei sogleich affirmativ, apologetisch, ja vielleicht auch revisionistisch oder reaktionär. So zieht „Der Rote Baron“ immer wieder den Schwanz ein, lässt zum Beispiel entgegen den Genreregeln den Zuschauern keine Chance zum Abschied von Fliegerkameraden des Barons, was aber weniger einen kühnen Bruch mit den Konventionen denn eine Unbeholfenheit im Umgang mit der Dramaturgie zu sein scheint – das Abgeschossenwerden, der Tod der Piloten wird einfach weggelassen und nur über die Reaktionen des Barons, also gebrochen und über Bande erzählt. Und wie im weitgehenden Fehlen von Luftkämpfen mangelt es auch durch das weitgehende Fehlen der direkten Sterbensdarstellung an Unmittelbarkeit, die auch eine pazifistische Botschaft im Kriegsfilm braucht.

    Und andererseits wird Manfred von Richthofen eben doch als Held inszeniert, und den Klischees des Genres wird doch entsprochen. Da gibt es dann gleich am Anfang eine allzu kitschige Initiation des jungen Manfred in einem sonnendurchfluteten Wald, mit einem Reh und einem Gewehr und einem Pferd und einem Flugzeug am Himmel, dem das Kind fasziniert folgt; da wird dann verschämt der Vizekommandeur in Richthofens Jagdfliegerstaffel Doering genannt (statt dem später huchje Obernazi Hermann G.); da ist von Richthofen halt doch der integre Mensch, der nun mal im Krieg fliegen und Feinde abknallen muss und dem der Kick des Fliegens auch den Tod vieler, vieler Gegner wert ist. Da ist dann eine obligatorische Liebesgeschichte mit einer eher fehlbesetzten Lena Headey, da ist eine symbolische Begegnung auf freiem Feld mit dem kanadischen Feindpiloten Roy Brown, der fast von Richthofens Freund sein könnte – und dem später (Ironie, Ironie!) der Abschuss des Roten Baron zugeschrieben wird. Da ist die Respektlosigkeit des Flieger-Ass gegenüber seinen Vorgesetzten im Wissen, der Beste zu sein, die ihn als individualistisch, anständig, unbeschwert und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet zeigen, da ist eine völlig unglaubwürdige Begegnung mit dem deutschen Kaiser, dem der Baron den Krieg erklärt und den Frieden predigt; da ist weils halt dazugehört ein Bruderzwist zwischen Manfred und Lothar, in dem es um sportlichen Ehrgeiz versus kriegerische Törungsambitionen im Luftkampf geht.

    Und um all diese Konventionen, ja: Klischees zu potenzieren, wird Dialog drübergegossen, der aber die Wandlung des Barons zum Pazifisten im Krieg auch nicht glaubwürdiger machen kann. Jagd, Kampf, Freiheit, Spiel, Traum: das sind Schlüsselbegriffe, in einen Paar-Satz-Monolog des Barons gedrängt. Die Krankenschwester Käte vertritt dazu die Gegenposition des modern-friedlichen Menschen, des guten Gewissens, die Manfred in einer Schocktherapie per Lazarettbesuch bekehrt: „Nie zuvor waren wir größere Bestien, nie zuvor war das Grauen größer.“ Was zu von Richthofens Schlussfazit führt, der ja nun einen Blick hat für die Gräuel auf den Schlachtfeldern, über die er fliegt, während er pflichterfüllend den Tod von oben bringt, der von den Generälen als Propagandaheld ausgeschlachtet wird (auch das eher Behauptung denn Darstellung im Film): „Sie verwenden mein Foto, um Hoffnung vorzutäuschen, wo keine mehr ist“, und also folgert der Rote Baron: „Ich werde nicht für Berlin den unsterblichen Gott spielen.“

    Und also fliegt er bis in den Tod, um die Propaganda lügen zu strafen – was natürlich eigentlich so verlogen ist wie der ganze Film: Feinde abzuschießen und den eigenen Mythos zu pflegen mit dem Alibi, damit die Kriegspropaganda von Heldentum zu hintertreiben; beziehungsweise eben: einen Kriegsfilm zu drehen, der einerseits Pazifismus predigt und den Mythos von Heldentum unterlaufen will, andererseits aber (aus Unbeholfenheit?) genau diesem Grundmuster des Genres wiederum entspricht. Und dann wird im Abspann ein Reamonn-Lied: „These open skies will take me to you“ promoted, um auch noch für crossmediale Vermarktung offen zu sein.

    Fazit: Wer die Ambivalenz von Helden im Krieg haben will, sollte sich an Clint Eastwood halten; und wer effektiv choreographierte Luftkämpfe des Ersten Weltkriegs sehen will, sollte sich „Flyboys“ zulegen.
  • In Nikolai Müllerschöns aufwändigem Fliegerepos betrachtet der populäre deutsche Kampfpilot Manfred von Richthofen Krieg als sportliche Angelegenheit.

    Jetzt fliegt er wieder, “Der Rote Baron”, bürgerlich Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen, ein deutscher Kriegsheld, im Ausland fast noch bekannter als in seiner Heimat. In Howard Hughes legendärem “Hell’s Angels” tauchte das Flieger-Ass 1930 erstmals auf der Leinwand auf, Roger Corman ließ ihn 1970 in “Von Richthofen and Brown” im Dreifachdecker gen Himmel steigen. Jetzt folgt die erste deutsche Produktion zur Legende, rund 20 Millionen Euro teuer. Viereinhalb Jahre hat Regisseur und Autor Nikolai Müllerschön an seiner Version des “roten Baron” gearbeitet, führte zunächst Gespräche mit US-Produzenten, bis die Deutschen Dan Maag (“Open Water 2″) und Thomas Reisser einstiegen. Gedreht wurde wegen besserer internationaler Verwertbarkeit in englischer Sprache, aus Kostengründen in und um Prag sowie in den renommierten Barrandov Studios, in denen zeitgleich “Casino Royale” entstand.

    Stoffgerecht eröffnet das Weltkriegs-Abenteuer mit einer spektakulären Flugnummer. Von Richthofen und drei seiner Kameraden fliegen im Jahre 1916 zur Beerdigung eines englischen Kollegen und werfen über dessen Grab zielgenau einen Kranz ab. Friend and enemy, Freund und Feind, steht auf der Schärpe zu lesen. Man hat gemeinsam die Universität besucht, geht miteinander um wie Gentlemen dies tun. Überhaupt – und das macht den adligen Richthofen aus – wird hier auf Fairness Wert gelegt: Abschießen ja, Töten möglichst nein, ein Paradox im Krieg. Nicht so für den Familienmenschen Richthofen, der die kriegerische Auseinandersetzung eher als sportliches (Groß-)Ereignis betrachtet, wie einst schon die todgeweihten australischen Soldaten in Peter Weirs “Gallipoli”. Und dann trifft der Freiherr mit dem furchteinflößenden roten Doppeldecker bei einer Absturzstelle, er hat gerade seinen liebsten Erzrivalen Captain Roy Brown abgeschossen, auf die belgische Krankenschwester Käte. Ein Blick genügt… “Sein größter Sieg war ihre Liebe” heißt das Werk denn auch im Untertitel und postwendend landet Richthofen mit Kopfschuss als “deutscher Patient” im Lazarett der Pazifistin.

    Sie will ihn am Boden halten, er sucht zum (durchaus passenden) Pompös-Score von Dirk Reichardt und Stefan Hansen die Freiheit über den Wolken. Das kann nicht gut gehen. Ganz im Gegensatz zu den formidabel gestalteten Luftkämpfen, die ausschließlich vor Green Screen und im CGI-Verfahren entstanden. 400 Computer Generated Images wurden von den Experten der VHF-Firma Pixomondo in den Film eingebaut und mit den 23 speziell gebauten Flugzeugmodellen kombiniert. Was diesen (Anti-)Kriegsfilm zu einem optischen Erlebnis werden lässt, einer aufwändigen Berlin-Sequenz inklusive, die die deutsche Hauptstadt als pulsierende Metropole zeigt. 300 Komparsen bevölkern diesen Set, Oldtimer fahren durchs Bild, den Hintergrund bildet ein wunderschönes Matte-Painting. Richthofen wird da von General von Hoeppner zum Kaiser gefahren, diesem vorgestellt. Die witzigste Szene der Arbeit, exakt getimt und mit dem nötigen Understatement gespielt.

    Überhaupt schlagen sich die Schauspieler in dieser Effekte-Schlacht recht gut. Matthias Schweighöfer brilliert als jugendlicher Heißsporn, der sich gerne mit Charme und Charisma über Befehle hinwegsetzt, “Tatort”-Kommissar Axel Prahl stellt als preußischer Offizier seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis und Lena Headey (“300″) macht als Herzdame auch in schlichter Schwesterntracht eine gute Figur. Wenig Raum zur Entfaltung bekommt hingegen Joseph Fiennes (“Shakespeare in Love”) als Brown, während Minimal-Mime Til Schweiger als Richthofens treuer Kumpel Voss, gewohnt nuschelnd und lässig, die Sympathien des Publikums ohnehin auf seiner Seite weiß. Jetzt muss der Film nur noch ebenso durchstarten wie seine Helden, die sich wagemutig mit der Sonne im Rücken auf den Feind stürzen. geh.

Darsteller und Crew

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