Der Rosinenberg (1995)

Der Rosinenberg Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Rosinenberg: Dokumentarfilm über einen kleinen Berg in Mecklenburg und seine nicht ganz alltägliche Geschichte.

In der Nähe eines Dorfes in Mecklenburg steht ein kleiner Hügel, der im Volksmund Rosinenberg genannt wird. Auf dem Hügel befinden sich seit den 30er Jahren drei Bauernhöfe, die Bauersfrauen und ihre Töchter galten als die schönsten in der ganzen Gegend. Sie wurden Rosinen genannt. 60 Jahre später leben auf den Bauernhöfen lediglich drei Männer, ein Fotograf, ein Maler und ein Kunsttischler und die Dorfbewohner beklagen die weibliche Abwesenheit.

Dokumentarfilm über einen kleinen Berg in Mecklenburg und seine nicht ganz alltägliche Geschichte.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wenn Dokumentarfilme ins Kino wollen, müssen sie mehr bieten als Talking Heads. Der in Neuseeland geborene Filmemacher Trevor Peters setzt in seiner sensiblen Studie über drei Künstleroriginale auf einen sorgsam arrangierten Soundtrack und melancholisch-erlesene Landschaftsbilder aus Mecklenburg. Dort steht auch der titelgebende “Rosinenberg”, eine kleine Erhebung mit drei Bauernhäusern, die ihre Bezeichnung dem Umstand verdankt, daß dort früher die schönsten Mädchen zuhause waren. Heute bewohnen drei alleinstehende Männer die Anwesen, ein Maler, ein Fotograf und ein Kunsttischler, die allesamt Anfang der achtziger Jahre aus Berlin geflohen sind, um in der Einsamkeit neue Inspiration zu finden.

    Der Film beginnt wie ein Märchen, mit traumhaften Bildern von alten Kastanienalleen, zwei Seen, nahezu unberührter Natur – ein kleines Paradies. Umso schmerzlicher mutet es an, wenn ehemalige Stasi-Zuträger aus dem nahen Dorf das Leben der drei Sondrerlinge kommentieren. Deutsches Spießertum diesseits und jenseits der Mauer, gepaart mit pflichtbewußtem Untertanengeist, der hinter den schrulligen, kunstversessenen Einzelgängern sofort “Oppositionelle” vermutete und jede Abweichung ängstlich beäugte.

    Trevor Peters zeigt hingegen mehr Interesse für die Lebenswege der Einsiedler, ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte. Seine impressionistischen Annäherungen entwerfen differenzierte Einsichten in den Mikrokosmos auf dem Rosinenberg, die auch Bruchstellen spürbar werden lassen, Ängst und Einsamkeit der Männer nicht auslassen.

    Aus den anregenden Streifzügen durch die Künstlerbiographien und ihr Kunstschaffen entstehen aber nicht nur locker gesponnene Porträts der kautzigen Bewohner, sondern entwickeln sich eine Reihe weiterer Erzählstränge, die in die Vergangenheit dieses Ortes zurückblenden: In die Zeit vor und nach dem Krieg, als zuerst ein Junker und dann der Kolchosvorsitzende das Sagen hatte. Im Wechselspiel zwischen Natureindrücken und den verworrenen menschlichen Schicksalen gelingt hier ein eindrucksvolles Stück historischer Vergegenwärtigung, unprätentiös und doch so aufbereitet, daß es einem größeren Publikumskreis zugänglich wird. jl.

Darsteller und Crew

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