Der letzte Mentsch (2013)

Der letzte Mentsch Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Der letzte Mentsch: Drama und Roadmovie um einen jüdischen Überlebenden, der sich im Alter seinen Wurzeln stellt und sich gemeinsam mit einer jungen Deutsch-Türkin auf den Weg zu seinem Geburtsort in Ungarn macht.

Als 15-jähriger überlebte Marcus mehrere Konzentrationslager, änderte nach der Befreiung seinen Namen und ließ sich in Deutschland nieder. Die Vergangenheit verdrängte er fortan, bis sie den nun über 80-jährigen wieder einholt. Da er sich nach jüdischer Tradition beerdigen lassen will, braucht er einen Beweis für seine Identität – die eintätowierte Häftlingsnummer genügt den bürokratischen Rabbinern nicht. So chauffiert ihn die junge Deutschtürkin Gül in sein ungarisches Geburtsdorf, wo ihn jedoch keiner mehr kennt. Nur eine blinde Frau scheint ihn erwartet zu haben.

Ein jüdischer Holocaust-Überlebender stellt sich im Alter seinen Wurzeln und reist zu seinem Geburtsort in Ungarn. Als Roadmovie erzählte Identitätssuche eines 80-Jährigen, die Mario Adorf eine weitere Meisterleistung abringt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(1)
5
 
1 Stimme
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Roadmovie-Drama mit Mario Adorf, der als Holocaust-Überlebender seine jüdische Identität in Ungarn wiederfinden möchte.

    Mit vorwiegend deutschen Geldern hat der französische Dokumentarfilmer Pierre-Henri Salfati, der mit “Le Jazzman du Goulag” das Schicksal eines jüdischen Trompeters aufgriff, diesmal eine allgemeingültige Biografie seiner Glaubensgenossen gestaltet. Darin stellt sich der Grandseigneur des Eurokinos, Mario Adorf, den Dämonen seiner verdrängten Vergangenheit. In dem Roadmovie um Identität und Erinnerung unterstützt ihn Katharina Derr (“Beautiful Bitch”) als freche, aber herzensgute Deutschtürkin und mit Hannelore Elsner gleich eine weitere Schauspielikone: zusammen werden sie wehmütig die letzten beiden Men(t)schen ihrer Art.

    Das von Almut Getto (“Fickende Fische”) mitentwickelte, melodramatische Script ist gefühlvoller, als es Salfatis bedachte, aber unsentimentale Regie zulässt, die sehr bündig von Marcus Schwartz erzählt. Der Auschwitz-Überlebende hat sein Trauma stets verdrängt, das ihn auf seine alten Tage einholt, als er sich entschließt, nach jüdischer Sitte beerdigt zu werden. Trotz Häftlingstätowierung, das einzige, was ihm wirklich blieb, sind Behörden und Rabbiner borniert und taktlos genug, ihm aus Mangel an Beweisen die Aufnahme in den exklusiven Club der Juden abzuerkennen. Die Spontanautofahrt mit der frech fluchenden, jungen Gül als Chauffeurin führt in seine Heimatstadt in Ungarn, was absurde Situationen hervorbringt: Marcus rennt von Pontius zu Pilatus, stapft durch die traurigen Reste des Holocaust in Osteuropa, wo man wie Judas verleugnet ihn zu kennen: Ein Vergessener, der nichts sehnlicher wünscht, als dass man sich seiner erinnert.

    Dank Güls Unterstützung, die dabei einiges über sich und Geschichte lernt, sowie dem Zuspruch einer blinden Jüdin (Elsner mit grauer Lockenpracht), kann sich Marcus erstmals seinem schmerzlichen Trauma stellen. Auch wenn Inhalt und Stil mitunter disparat ausfallen und die eigentlich dramatisch-berührende Geschichte von Menschen, die in Frieden sterben wollen, nicht so recht aufblüht, findet Salfati einen Königsweg zwischen bestürzender Erinnerungskultur und Lebensfreude. Das gut harmonierende Darstellerduo meistert das große Spektrum von Humor, bissigen Repliken und Lebensweisheiten bis zur dosierten Tragik, die vor allem Elsners Figur vorantreibt. Eine nicht nur von Adorf altmeisterlich gespielte Lebensreise in die Vergangenheit, um der Mensch zu werden, der man einmal war. tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Oscars: 15 deutsche Filme bewerben sich um den Auslands-Oscar 2015

    Zur 87. Oscar-Verleihung haben sich gleich 15 deutsche Produktion für den "Besten nicht englischsprachigen Film" beworben. Dazu gehört auch "Stereo" mit Jürgen Vogel.

  • Das sind die deutschen Oscar-Hoffnungen

    Es hat was von einer Casting-Show: 15 Kandidaten - und ein Sieger. Der wird dann ins heiße Rennen um den Award geschickt. Hier kommen die Bewerber ...

  • "Der letzte Mentsch": Einfühlsames Drama mit Mario Adorf

    Mario Adorf spielt in der bewegenden Geschichte "Der letzte Mentsch" einen Überlebenden des Holocaust, der nun im hohen Alter auf der Suche nach seinen Wurzeln ist. Dazu nimmt er eine Reise nach Polen auf sich - in Begleitung einer jungen Deutschtürkin. Das ungleiche Paar kann man nun im ersten Trailer sehen.

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.