Der Kaufmann von Venedig (2004)

Originaltitel: The Merchant of Venice
Der Kaufmann von Venedig Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Der Kaufmann von Venedig: Visuell opulente Leinwandadaption des Shakespeare-Klassiker mit Al Pacino und Jeremy Irons in Höchstform.

Im Venedig des 16. Jahrhunderts droht das Werben des jungen Aristokraten Bassanio (Joseph Fiennes) um die reiche Portia (Lynn Collins) an dessen zu kleiner Brieftasche zu scheitern. Um seinem besten Freund aus der Patsche zu helfen, leiht sich der Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) Geld beim reichen Juden Shylock (Al Pacino) gegen das Versprechen, bei etwaiger Zahlungsunfähigkeit mit einem Pfund Fleisch aus seiner Brust zu bürgen. Als Shylock diesen Tribut tatsächlich einfordert, nimmt ein aufsehenerregender Gerichtsprozess seinen Lauf.

Dieses klassische Shakespeare-Drama steht wegen seiner vermeintlich antisemitischen Grundlage eher selten auf Hollywoods Spielplan. Michael Radford mildert jedoch den Ton und liefert schauspielerische wie optische Opulenz.

Der angesehene Kaufmann Antonio leiht sich Geld vom Juden Shylock, um seinem Freund Bassanio das Werben um die zukünftige Ehefrau Portia, finanziell zu ermöglichen. Als seine Geschäfte schlecht gehen, kennt Shylock kein Pardon und fordert ihn auf, die Schulden zu begleichen oder in Form eines Pfundes Fleisch aus Antonios Brust zu bezahlen.

Der Kaufmann Antonio will seinem Freund Bassanio das kostspielige Werben um dessen zukünftige Gemahlin, die schöne Portia, ermöglichen. Dafür leiht er sich Geld vom Juden Shylock. Als die Geschäfte schlecht gehen und Antonio die Schulden nicht zurückzahlen kann, bleibt Shylock hart. Er fordert vom Kaufmann jenes Pfund Fleisch aus dessen Körper, mit dem er für das geliehene Geld gebürgt hatte. Was dieser freilich dann nicht zu geben bereit ist und worüber schließlich in einer spektakulären Gerichtsverhandlung gestritten wird.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wieder einmal wird ein Klassiker Shakespeares verfilmt, wieder einmal „Der Kaufmann von Venedig“. Das zeitlose Werk über Kränkung, Rachsucht und Menschlichkeit vermag es, wie viele Stücke Shakespeares, immer wieder Menschen in Theater und Kinos zu locken. Die kunstvoll miteinander verwobenen Handlungsfäden und Figurenschicksale verhelfen dem „Kaufmann von Venedig“ zu einer außergewöhnlichen Tragik.

    Der junge, unbeschwerte Held, die intriganten Weiber und der hinterhältige jüdische Geldverleiher sind Stereotypen, die im Film dennoch nicht stereotyp wirken. Mit originalen Dialogzeilen und einer opulenten Ausstattung lässt Michael Radford die Handlung in der Elisabethanischen Zeit wiederauferstehen. Dialogpassagen werden geschickt in den Film eingebaut und lassen mit Humor, aber ohne Albernheit, Drehbuch und Theaterstück verschmelzen.

    Die Originaltreue zum Stück scheint ein wesentliches Anliegen des Films zu sein, obwohl gerade der Versuch, seiner Vorlage getreu zu sein, oft ein wesentliches Problem darstellt. Besonders die in der Vorlage enthaltenen, zeitgenössischen antisemitischen Ansichten wirken auf das deutsche Publikum verstörend. Informationstafeln vor dem Film dienen scheinbar nicht nur als historische Erläuterung, sondern auch als Rechtfertigung oder Entschuldigung für den kommenden Inhalt.

    Al Pacino spielt großartig und erweckt den Anschein, nie etwas Anderem als dem Beruf des jüdischen Geldverleihers Shylock nachgegangen zu sein. Der durch die Verachtung der Christen verbitterte, alte Mann kann zwar erst Mitgefühl und Anteilnahme auf sich ziehen, seine erbarmungslose Rachsucht wirkt jedoch abstoßend und unmenschlich. Antonio charakterisiert ihn als erbarmungslosen Wolf und gefühlslosen Felsen, als den Juden.

    Sowie die Darstellung von Juden schon in Mel Gibsons „Die Passion Christi“ für große Aufregung sorgte, ist hierfür in „Der Kaufmann von Venedig“ prinzipiell noch mehr Anlass gegeben. Es stellen sich zu dem Film also gemischte Gefühle ein, da es andererseits auch erfreulich ist, dass Shakespeare nicht nachträglich schöngefärbt wird. Radfords Verfilmung verneigt sich vor Shakespeare als dem Original nahes Werk, das dennoch in filmisch schönen Bildern funktioniert. Es mangelt zwar ab und zu an etwas Frische (auch Portias Villa zeigt schon Verwitterungserscheinungen), doch exzellente Schauspieler und eine schnelle Story machen aus „Der Kaufmann von Venedig“ eine kurzweiligen Shakespeare-Abend.

    Fazit: Gelungene Umsetzung eines schwierigen Stoffes.
  • Visuelle Opulenz, erzählerische Wucht und Shakespeare – Michael Radford bringt alles zusammen in seiner Leinwand-Adaption von “Der Kaufmann von Venedig”. Allein die Besetzung mit Al Pacino als Jude Shylock und Jeremy Irons als Kaufmann Antonio, die in der Originalkulisse von Venedig gegeneinander antreten, machen diese Klassiker-Verfilmung besonders reizvoll.

    Shakespeares zeitloses Stück aus dem 16. Jahrhundert wird von Michael Radford voller Dramatik und Humor inszeniert. Die Geschichte ist bekannt: Der angesehene Kaufmann Antonio leiht sich Geld vom Juden Shylock, um seinem Freund Bassanio das Werben um die zukünftige Ehefrau, der klugen und schönen Portia, finanziell zu ermöglichen. Als seine Geschäfte schlecht gehen, kennt Shylock kein Pardon und fordert ihn auf, die Schulden zu begleichen oder den Vertrag zu erfüllen, nämlich diesen in Form eines Pfundes Fleisch aus Antonios Brust zu bezahlen. In einer spektakulären Gerichtsverhandlung sorgt ein unversehens auftauchender junger Doktor der Jurisprudenz samt Gehilfe für Antonios Rettung und Shylocks Verdammung.

    Radford balanciert geschickt zwischen Tragödie, Romanze und Komödie, zwischen harten Worten und Liebesgeflüster, Intoleranz, Eifersucht und venezianischer Liberalität. Dabei legt er den Finger auf die Wunde, prangert Diskriminierung, Vorurteile und Rachegelüste an. Auch wenn es um Antisemitismus geht, sei der Film in keinster Weise anti-semitisch, betont der Regisseur, der auch die hässlichen Seiten der damaligen Zeit zeigt, die Juden in Ghettos zwang und von “ehrenwerten” Berufen ausschloss. Wobei Shylock streckenweise als Inkarnation des Bösen wirkt, bevor er zur mitleidsheischenden Figur mutiert.

    Radford bleibt der Sprache Shakespeares treu, verfeinert leicht den Subtext für den Zuschauer von Heute. Kostümdesignerin Sammy Sheldon leistete ganze Arbeit, die Details stimmen und vor allem die Atmosphäre der Lagunenstadt mit ihren geheimnisvollen Gassen und Kanälen, auf denen die Gondeln ziehen. “Der Kaufmann von Venedig” beeindruckt durch hohen Schauwert und durch die Schauspieler, allen voran Al Pacino, der in großer Verzweiflung und Bitternis den Underdog bis zur Schmerzgrenze verkörpert und eine neue Facette seiner Schauspielkunst darbietet. Nicht nur Klassik-Liebhaber sollten das elegante Vergnügen genießen. mk.

Darsteller und Crew

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