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Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012)

Originaltitel: The Hobbit: An Unexpected Journey
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4.5

Filmhandlung und Hintergrund

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise: Vorgeschichte zur "Herr der Ringe"-Saga nach dem Roman von J.R.R. Tolkien. Peter Jackson inszeniert in 3D und mit vielen Stars aus der ersten Mittelerde-Trilogie.

Mit dem Besuch des weisen Zauberers Gandalf verändert sich das beschauliche Leben eines Hobbits für immer. Zögerlich schließt sich der unbedarfte Bilbo mit Gandalf der Mission von 13 mutigen Zwergen an, die ihr Reich zurückerobern wollen. Der furchterregende Drache Smaug, der es einst zerstörte, ist seit Jahrzehnten verschwunden. Doch ist das Monstrum wirklich tot und können die großen Gefahren dieses Abenteuers, darunter gefräßige Orks und wütende Trolle, wirklich von so kleinen Helden überwunden werden?

Auf Betreiben des Zauberers Gandalf schließt sich der unbedarfte Hobbit Bilbo einer gefährlichen Mission an. Peter Jacksons Auftakt zur zweiten “Ring”-Trilogie erzählt die Vorgeschichte erneut auf spektakulären Weise.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (4)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Reise mag unerwartet sein, das filmische Erlebnis ist es nicht. Mittelerde ist so prächtig wie eh und je. Ein schöner Auftakt für die neue Trilogie.
  • Peter Jacksons Auftakt zur zweiten Ringtrilogie erfüllt die hohen Qualitätsstandards der ersten und setzt, erstmals in 3D, ein visuelles Ausrufezeichen.

    “Halt, ihr Narren!”, möchte man im Geiste Gandalfs den Unglückspropheten zurufen, die progressive Technik als Rückschritt abqualifizieren, über Tempo 30 im Kino lamentieren und bei allen Zahlenspielen die Bilanz verdrehen. Ja, es werden drei statt zwei Filme und diese mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde gedreht, zudem 13 Zwerge in die Story eingeführt. Doch diese 166 Minuten bieten Spektakelkino von größtem Unterhaltungswert. Als unbegründet erweisen sich auch die behaupteten Kollateralschäden der verdoppelten Framerate. Kopf- oder Bauchschmerzen haben also weiterhin primär organische Ursachen, und die Künstlichkeit einiger Bilder liegt in der Natur des Studiodrehs und eines Genres, das Fantasy und eben nicht Reality heißt. Das Artifizielle war weder der ersten Trilogie und schon gar nicht “Avatar” fremd, wurde vom Zuschauer aber, gefangen im erzählerisch-emotionalen Sog, vorbehaltlos akzeptiert. Das wird auch bei “Der Hobbit” so sein, der wie “Die Gefährten” mit einem Presto beginnt, dann in der Vorstellung seiner Helden ein gesetztes Adagio folgen lässt. Das ist nicht Tempoverschleppung, sondern Charakterisierung und hat zur Folge, dass man zumindest der Hälfte der Zwerge Persönlichkeiten zuordnen und so ein mögliches tödliches Ende ihrer Reise tatsächlich auch mitfühlen kann.

    Neuzugang im Miniatur-Squat-Team ist der von Martin Freeman sehr nuancenreich gespielte Hobbit. Die gemeinsam mit Zauberer Gandalf angetretene Mission ist die Rückeroberung des Zwergenreichs, das der Drache Smaug vor Jahrzehnten in Schutt und Asche gelegt hat. Der Drache, Riesenspinnen und der beginnende Einfluss Saurons werden allerdings nur angedeutet, im Fokus stehen ein diabolischer Riesenork, monströse Trolle und Scharen von Orks, denn auch in der zweiten Trilogie ist das Böse auf mehreren Schultern verteilt. Eine unterirdische Orkschlacht ist die beste von vielen guten Actionsequenzen – voller kinetischer Kamerafahrten wie auch Perspektive- und Schauplatzwechseln. Auch der coolste Schizophrene der Populärkultur hat hier erneut einen unvergesslichen Auftritt.

    Vielleicht kann man Jackson vorwerfen, dass er das Zwergeschütteln auf Bäumen oder Brücken übertreibt, vielleicht auch beklagen, dass dem Film ein Schockmoment wie Boromirs Tod fehlt und er, getreu dem Buch, das Komische stets über das Düstere stellt. Unbestritten aber ist, dass die Bilder in Schärfe und Detailreichtum Maßstäbe setzen, dass Jackson den Raum in 3D spektakulärer denn je durchkreuzen kann, dass auch diese Mittelerdemission echtes Eventkino und trotzdem nur spektakuläres Vorspiel ist. Denn das Beste wird noch folgen – und wir auch ihm. kob.
  • Nach all dem Schlachtengetöse, das Peter Jackson in "Der Herr der Ringe"-Trilogie so souverän orchestrierte, waren Leser wie Kinopublikum umso gespannter, wie Jackson den ungleich ruhigeren Vorgänger "Der Hobbit" umsetzen würde. Die Antwort: in drei Teilen, also in jedem Falle mit epischem Atem und viel Zeit. Dem von J.R.R. Tolkien als Kinderbuch konzipierten "Der Hobbit" injiziert Peter Jackson ("King Kong", "In meinem Himmel"), der Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "Hellboy") auf dem Regiestuhl ablöste, jede Menge Drama, Action und, ja, auch Größenwahn. In einigen Kinos wird der Film "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" gar in einer Version mit doppelt so hoher Bildfrequenz, in der sogenannten High Frame Rate, zu sehen sein – und natürlich in 3D. Doch den Anforderungen an diese Technik zeigt sich Jackson in den meisten Fällen gewachsen, und auch die emotionalen Seiten der Geschichte kommen in den fast drei Stunden Laufzeit zu ihrem Recht.

    So sehr es aber auch darum gehen mag, dass auch die kleinen Geschöpfe mit Mut und Tatkraft die Geschicke ihrer Welt verändern können, so viel Zeit auch der Begegnung mit Gollum, dem Hüter des legendären Rings, gewidmet wird: Die Schlachten mit den Orks, die Scharmützel mit den Trollen, die gewaltigen Feuerwalzen Smaugs und die fein ziselierten Himmelstürme der Elben sind es, die den Film bestimmen. Und man kann sich durchaus fragen, ob die Zukunft des Kinos wirklich im immer Größeren, immer Atemberaubenderen, immer Bombastischen liegen mag. Spätestens, als zwei Berge aufeinander losgehen und einen Trümmerhagel aus dem Himmel auf die Zwerglein herabregnen lassen, kippt diese Gigantomanie beinahe ins unfreiwillig Komische.

    Dieses Dilemma verschärft sich durch die neue Technik eher noch. Die höhere Bildrate sorgt für eine ausgezeichnete Bewegungsschärfe, die aber auch den sogenannten Seifenoperneffekt zur Folge haben kann: Figuren und Hintergründe scheinen sich voneinander zu lösen, Bewegtes und Statisches passen nicht mehr so recht zusammen, und schon kleinste Unebenheiten in der Computeranimationen fallen deutlich auf.

    Umso eindrucksvoller, dass Jackson selten in diese Fallen tappt. Seine Action-Choreographien erweisen sich vielmehr als perfekt konstruierte emotionale Achterbahnfahrten. Eine Verfolgungsjagd durch eine unterirdische Goblin-Stadt, über ein Netz aus Brücken in riesigen Höhlen, während von allen Seiten die Monster zu den Freunden fluten, ist ein Meisterstück in der Inszenierung von Raum und Tempo. Das gilt so auch für den Film an sich – wobei man den Fortsetzungen raten möchte, sich nicht noch weiter in einen ästhetischen Überbietungswettbewerb zu stürzen.

    Fazit: Lauter, größer, bombastischer - Regisseur Peter Jackson hat mit "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" ein filmisches Feuerwerk geschaffen. Die neue Technik mag gewöhnungsbedürftig sein, ein handfesterer Wermutstropfen ist höchstens, dass es über eine Laufzeit von nahezu drei Stunden manchmal ein wenig zu viel des ästhetischen Bombardements wird.
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