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Der große Trip - Wild (2014)

Originaltitel: Wild
Der große Trip - Wild Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (15)
  1. Ø 4.8
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Der große Trip - Wild: Packendes Abenteuer-Drama, in dem sich Reese Witherspoon nach Cheryl Strayeds autobiographischem Bestseller auf einen 1800 Kilometer langen Fußmarsch zu sich selbst begibt.

„Der große Trip – Wild“ ist die Verfilmung der gleichnamigen Memoiren von Cheryl Strayed, die darin ihren Gewaltmarsch von über 1000 Meilen auf dem Pacific Crest Trail schildert.

In Europa wandern jährlich hunderte Menschen den Jakobsweg entlang und die Motivationen, sich diesem langen Marsch zu stellen, sind dabei mehr als vielfältig. Auch in den USA existiert mit dem Pacific Crest Trail ein Weg, der ähnlich wie der Jakobsweg, als Weg zu einem neuen Leben angesehen wird. Für Cheryl Strayed (Reese Witherspoon) sind es Mitte der 90er Jahre vor allem persönliche Gründe die sie dazu veranlassen, sich nur mit einem Rucksack bewaffnet der 1.600 Kilometer-Wanderung zu stellen. Grund für diesen Selbsterkundungs-Trip waren verschiedene familiäre Probleme, die ihren Ursprung im frühen Tod der Mutter (Laura Dern) nahmen sowie dem Heroin-Konsum und der schlussendlichen Scheidung von ihrem Ehemann endeten. Cheryl will ausbrechen, zu sich selbst finden, ein Abenteuer wagen und am Ende vielleicht als neuer, stärkerer Mensch herauskommen. Sie macht sich auf den Weg und muss sich brütender Hitze, schmerzender Kälte und schwierigen Widrigkeiten stellen, die sie am Ende jedoch immer wieder ein Stück weiterbringen werden.

Zunächst war Hauptdarstellerin Reese Witherspoon nur als Produzentin mit an Bord, doch schnell wurde sie eine heiße Kandidatin für die Hauptrolle, die ihr schlussendlich eine Nominierung bei den Golden Globes und den Oscars einbrachte. Für das Drehbuch ist ebenfalls kein unerfahrener Autor am Werk, den kein geringerer als Bestseller-Autor Nick Hornby schwang die Feder für „Der große Trip – Wild“, der sich neben seinen Romanen auch im Filmgeschäft zu Hause fühlt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Im Sommer 1995 entschließt sich Cheryl Strayed, den Pacific Crest Trail von Kalifornien bis nach Oregon zu wandern. Fast 2000 Kilometer - ein Gewaltakt, selbst ohne den überschweren großen Rucksack, mit dessen Gewicht die junge Frau gerade am Anfang zu kämpfen hat. Doch obwohl Cheryl auf ihrer Reise immer wieder auf Widrigkeiten durch Wetter, den Hunger und ihre geringe Wandererfahrung trifft, so ist sie doch entschlossen, den kompletten Weg zu gehen. Denn sie hofft, dadurch etwas zu bewältigen. Die innere Blockade. Den Wunsch, einfach aufzugeben. Und eine schmerzvolle Vergangenheit, in der sie Fehler beging. Und zuviel verloren hat. Es ist eine wahre Geschichte, die der Regisseur Jean-Marc Vallée hier erzählt. Geschickt lässt das auf dem gleichnamigen Bestseller von Cheryl Strayed basierende Drehbuch von Nick Hornby Cheryl während ihres langen Weges immer wieder zurückgehen in ihrer Erinnerung. Ob Kindheitserlebnisse, Liebhaber, eine Ehe, die durch Fremdgehen in die Brüche ging, Freundschaften oder die Heroinabhängigkeit - all diese Erfahrungen bindet der Film organisch ein in die Rahmenerzählung des strapaziösen Wegs. So reflektiert der Film eine äußere, aber auch eine innere Reise, die den Zuschauer in jedem Moment und in jedem großartig eingefangenen Bild gefangen nimmt. Dies geschieht auch dank der grandiosen Darstellerleistung von Reese Witherspoon, die auch als Produzentin hinter dem Film steht und die Rolle der Cheryl mit all ihren körperlichen Herausforderungen annimmt und meistert. Stück für Stück wird Cheryls Geschichte offenbart, ihre Ängste, ihre Wünsche, die Trauer um ihre Mutter. Und am Ende der Reise erinnert sich der Zuschauer wieder an das Zitat von Emily Dickinson, das wie ein Leitmotiv über der Geschichte steht: "Wenn dein Mut sich dir verweigert, übertriff deinen Mut!" DER GROSSE TRIP - WILD ist ein kraftvoller, berührender und überwältigender Film über das Überwinden von Grenzen - und die Chance auf einen Neuanfang am Ende des Weges.

    Jurybegründung:

    Sie nennt sich Cheryl Strayed, und ihr Nachname bedeutet "abgeirrt". Die junge Frau hat tatsächlich ihren Lebensweg verloren, nachdem der Tod ihrer Mutter sie völlig aus der Bahn geworfen hat. Sie wurde drogensüchtig und ging so oft und wahllos fremd, dass dadurch ihre Beziehung und alle ihre Freundschaften in die Brüche gingen. Deshalb entschied sie sich im Jahr 1994, einen Weg in ihrem Leben konsequent bis zum Ende zu gehen, und dies war der fast 1800 Kilometer lange Pacific Crest Trail von der Mojave Wüste bis nach Oregon. Diese wahre Geschichte, die Cheryl Strayed in einem autobiografischen Bestseller erzählt hat, wird in "DER GROSSE TRIP sehr einfühlsam und bewegend in Szene gesetzt. Nick Hornby hat das Drehbuch dazu geschrieben und dramaturgisch geschickt beginnt er damit, dass die Heldin am Anfang ihrer Wanderung alles falsch macht. Ihr Rucksack ist viel zu schwer, sie ist offensichtlich nicht körperlich fit für die Reise und ein emotionelles Wrack. Aber als sie so in ihr Abenteuer eher stolpert als geht, gibt ihr Reese Witherspoon vom ersten Augenblick an einen kompromisslosen Lebenswillen, der das Interesse an dieser Filmfigur weckt. Diese Neugierde wird durch Rückblenden befriedigt, durch die Stück für Stück klar wird, wie speziell ihr Verhältnis mit ihrer Mutter war und wie sie mit der gleichen Intensität um sie getrauert hat, mit der sie nun diese Reise unternimmt. Es geschieht nichts Spektakuläres auf dieser Wanderung, aber Cheryl entwickelt sich auf eine faszinierende Weise auf dieser sowohl äußerlich wie auch innerlich existenziellen Reise. Jean-Marc Vallée ist einer von den Regisseuren, die ihre Figuren sehr authentisch und lebensnah in Szene setzen können und Reese Witherspoon liefert hier eine oscarreife Leistung, weil sie völlig uneitel spielt und eine verblüffende Intimität zulässt.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Der Abenteuerfilm "Der große Trip – Wild" erzählt die Geschichte von Cheryl Strayed, die 1995 drei Monate lang auf dem Pacific Crest Trail wanderte. Auf der Basis ihres Bestsellers schildert der kanadische Regisseur Jean-Marc Vallée ("Dallas Buyers Club", "C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben"), wie die junge Frau den strapaziösen Trip nutzte, um schmerzhafte Erinnerungen zu verarbeiten. Der Humor der Protagonistin, den der britische Schriftsteller Nick Hornby als Drehbuchautor kongenial spiegelt, bildet ein attraktives Gegengewicht zum dramatischen Gehalt. Reese Witherspoon spielt den inneren Kampf dieser vielschichtigen und pragmatischen Figur bewegend.

    Der Pacific Crest Trail ist die Bühne für Cheryls mitgebrachtes Drama. Permanent füllen Rückblenden die Einsamkeit der Tage und Nächte aus. Der Prozess der Auseinandersetzung mit der inneren Mutter steht im Mittelpunkt des Films, steigert sich langsam, in Etappen. Cheryls Stimme in Voice-Over, Flashbacks und Musikfetzen spiegeln ihr Erleben und ihre Gefühle. Die verschiedenen Begegnungen auf der Wanderung selbst sind bereichernd, irritierend, vor allem aber flüchtig. Auch die eingebildete oder reale Gefahr, die von fremden Männern ausgeht, wird dramatisch geschildert.

    Vallée zeigt eine Vorliebe für einfache Leute, für Althippies und junge Grateful-Dead-Fans, die im USA-Bild des Kinos meistens zu kurz kommt. Die Musik spielt eine zentrale Rolle auf diesem Trip, und zwar in Form altbekannter Songs, die durch Cheryls Kopf schwirren. Vor allem Simon and Garfunkel sind stark vertreten. Die Handkamera nimmt häufig Cheryls Gesicht ins Visier, während sie mit der grandiosen Landschaft weniger anfangen kann. Auch Cheryl selbst taucht emotional nicht wirklich in die Natur ein, wodurch sich dieser Film stark von dem ähnlich gelagerten "Spuren" mit Mia Wasikowska unterscheidet. Dennoch ist er auf ganz andere Art ebenfalls ein starkes Frauenporträt.

    Fazit: Der Outdoor-Abenteuerfilm "Der große Trip – Wild" schildert die Selbsterfahrung einer jungen Frau auf Wanderschaft im reizvollen Wechsel zwischen Außen- und Innenwelt. Reese Witherspoon spielt die Hauptfigur mit einer lebendigen, bewegenden Mischung aus Herz und Realitätssinn.
  • Jean-Marc Vallée schickt die in Hochform agierende Reese Witherspoon nach Cheryl Strayeds Bestseller auf einen beschwerlichen Selbstfindungstrip.

    Der englische Titel weckt Assoziationen zu “Into the Wild” – und damit liegt man gar nicht falsch, denn auch hier geht’s um eine schwierige Selbstfindung, um eine lange Reise zu sich selbst. Eine wahre Geschichte erzählt Jean-Marc Vallée in imposanten Bildern nach, die Vorlage lieferte Cheryl Strayed mit ihrem autobiographischen Bestseller “Wild”. Die Filmrechte sicherte sich Reese Witherspoon, die entsprechend als Produzentin firmiert und als Hauptdarstellerin die Wanderschuhe schnürt.

    Diese drücken sie zu Anfang schwer, unter der Last ihres riesigen, überpackten Rucksacks bricht sie fast zusammen. Aber sie ist entschlossen, ihr Vorhaben umzusetzen. Von Südkalifornien will die junge Frau im Sommer 1995 über den Pacific Crest Trail über 1800 Kilometer nach Nord-Oregon hiken, drei Monate lang, alleine, ohne Erfahrung in Sachen Fernwanderungen. So verwundert es nicht, dass sie sich schwer tut ihr Zelt aufzustellen und den Kocher anzuzünden – eine falsche Gaskartusche -, was dazu führt, dass sie tagelang auf kalte Hafergrütze angewiesen ist.

    In klug verschachtelten Rückblenden erfährt man, was Cheryl zum “großen Trip” trieb, sie mit dem alten Leben brechen ließ. Der Vater war gewalttätiger Alkoholiker, die geliebte Mutter (Laura Dern) starb früh an Krebs. Eine Flucht ins Heroin war die Folge, Seitensprünge ließen die Ehe scheitern. Nach Kitsch klingt das, wohl auch Grund für den Erfolg des Buches. Nick Hornby (“An Education“) greift all diese Elemente geschickt auf, ohne sie zu Klischees verkommen zu lassen. Drama und Komödie vereint er elegant, überraschende Wendungen zeichnen sein Skript aus. So erweist sich ein feister, verschwitzter Farmer als netter Zeitgenosse, während zwei Wanderer, die Cheryl um Wasser bitten, etwas ganz anderes als ihren Durst stillen möchten.

    Ein gutes Auge für seine Figuren beweist erneut Vallée, der seit “Dallas Buyers Club” zu den gefragten Regisseuren Hollywoods zählt. Seine Charaktere atmen Leben, sind vielschichtig und wissen zu überraschen. Gekonnt vermittelt er, wie seine (Anti-)Heldin sich allmählich in der Natur ein- und in ihr zurechtfindet. Perfekte, gleichermaßen raue wie poetische Bilder liefert hierzu Yves Bélanger, die jedoch nie zum Postkartenkitsch verkommen und vom Soundtrack – unter anderem sind Simon & Garfunkel und Leonard Cohen zu hören – großartig gestützt werden. Der größte Trumpf dieses etwas anderen Abenteuerfilms ist jedoch Oscar-Preisträgerin Witherspoon (“Walk the Line“), die sich mutig in ihre heikle Rolle stürzt und vor gewagten Sexszenen ebenso wenig zurückschreckt wie sich als Junkie der Hässlichkeit preiszugeben. geh.
  • Wir erleben Cheryl Strayed am tiefsten Punkt ihrer dreimonatigen 1100 Kilometer langen Wanderung entlang des Pacific Crest Pfades, ganz allein. Ihre Füsse sind blutig, einen zersplitterten Nagel muss sie abtrennen. Cheryl schreit qualvoll, wie im Todeskampf. Einer ihrer Wanderstiefel fällt die Klippe hinunter, sie wirft den anderen hinterher. Wir sollten uns betroffen fühlen, angesichts der jungen Frau allein in der Wildnis, ohne Schuhe. Als ich den Film sah, wusste ich aber: Sie wird es schaffen. Warum? Weil es Reese Witherspoon ist, die wohl patenteste und problemlösendste Schauspielerin Hollywoods. Ihre nicht zu unterschätzende Klugheit, sie hat so viele Filme getragen! Eine Überlebenskünstlerin ist Witherspoon nicht nur auf der Leinwand. Ihre Karriere erlitt einen Knick ausgerechnet in dem Moment, da sie den Oscar gewonnen hatte (wie bei so vielen anderen Schauspielerinnen auch). In der Folgezeit konnte ihr Hollywood einfach keine gebührenden Rollen anbieten, da sie aus dem Blondinen-Fach herausgewachsen war. Nun produziert sie einfach selbst und Wild ist ihre nächste grosse Charakter-Rolle. Leider fällt es mir schwer, Witherspoon diese verlorene Seele komplett abzunehmen. Das liegt gar nicht an ihr als grosser Schauspielerin, sondern an ihrem Image. Sie ist wunderbar beim Versuch, sich einen viel zu grossen Rucksack umzuschnallen (und dabei einfach umzufallen). Weniger nehme ich ihr die Szenen ab, in denen ihr Leben zusammenbricht (wir erleben das in Rückblenden): Witherspoon, wie sie Heroin nimmt und wahllos Sex hat. Sicher, sie gibt alles und spielt sogar ihre erste Sex-Szene nackt. Dann aber entscheidet sie während der Wanderung: “I’m going to walk myself back to the woman my mother thought I was.” Und das nehme ich ihr ab! Schliesslich dieser wunderschöne Moment, als sie einem Jungen mit seiner Grossmutter begegnet und ein Ständchen bekommt: Red River Valley. Meine Augen wurden feucht, fast, dass ich fast anfing zu heulen - und das entschädigt für einige wenige nicht so überzeugende Szenen allemal! Auch der Film findet zurück auf den richtigen Pfad. Weitere Survival Filme gibts in unserer Film List auf cinegeek.de
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