Der große Kater (2009)

Der große Kater Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der große Kater: Bruno Ganz glänzt als Schweizer Bundespräsident, der sich gegen Intrigen wehren und um das Leben seines Kindes und die Liebe seiner Frau kämpfen muss. Spannender Polit-Poker trifft Satire und privates Drama.

Die Umfragewerte für den Schweizer Bundespräsidenten, genannt “Kater”, sind im Keller. Und sein Sohn ist schwer an Krebs erkrankt. Zur Aufpolierung von Katers Image soll der Besuch des spanischen Königspaars mit Glanz und Gloria und militärischen Ehren dienen. Als durch eine Intrige des Fraktionsvorsitzenden die Königin in der Krebsklinik für Kinder Tränen vergießen soll, glaubt Katers Gattin an einen Werbegag und sorgt beim Staatsschmaus für einen Eklat. Amt und Ehe stehen auf dem Spiel.

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Kritikerrezensionen

  • Bruno Ganz muss man eigentlich gar nicht mehr in einem Film besetzen, vor allem nicht als Politiker. Zu sehr ist er A. Hitler, auch wenn bei ihm hier als Schweizer Bundespräsident der Schnauzbart etwas breiter ist.

    Und: Wenn Bruno Ganz dabei ist, ist klar, dass der Film ernst sein will, eine menschlich-dramatische Botschaft ausdrücken will, gerade auch in diesem Fall vom großen Kater, erster Mann im Staate, der sich durch private Probleme und politische Intrigen durchkämpfen muss. Da wollen die Filmemacher etwas aussagen, wollen in die Grundfeste der condition humana eindringen. Und merken nicht, dass der Stoff in einer Komödie viel besser aufgehoben gewesen wäre; und dass mit satirischem Ansatz das Anliegen des Films viel treffender hätte verfolgt werden können.

    So aber, wie er ist, bemüht sich der Film um philosophische Fragen über die Zeit, die dem Menschen zugeteilt ist, und über den Willen und wie frei man ihn ausüben kann. Zeigt den Präsidenten Kater ganz menschlich in den zwei Tagen, die der Film erzählt, in denen sich für Katers Karriere wie für sein Menschbleiben alles entscheidet. Zeigt ihn in einer Krise, nicht nur in einer Krise seiner Umfragewerte, auch in einer seiner Beziehung mit Ehefrau Marie und seiner eigenen Persönlichkeit: er merkt, dass er dabei ist, sich selbst zu verlieren; so wie er seinen achtjährigen Sohn verliert, der todkrank mit Krebs im Endstadium in einer Klinik liegt. Und zudem will der Film einen Blick hinter die Kulissen eines hochoffiziellen Staatsbesuches werfen, auf die Rädchen im politischen Getriebe, auf die Intrigen der Ehrgeizlinge und schnell Beleidigten.

    Ach, und dabei ist der Film so verlogen! Kater macht eine Wandlung durch, er, der die Einfachheit des Lebens und des Denkens vermisst, wie er sie in seiner Kindheit erlebt und gefühlt hat, der deshalb Zweifel bekommt, Skrupel wegen seiner Amtsführung, der das Opfer einer Machtrintige wird. Und so – im Kontrast zu den Usurpatoren – am Ende als der Reine und Gute dasteht. So läuft das aber mit Sicherheit nicht im Politbusiness, seine Rückkehr am Ende zu anfänglicher Unschuld ist betuliche Beschwichtigung, wo der Film eigentlich auch wahrhaftig das Politische und Private eines Staatsmannes hätte ausleuchten können. Regisseur Wolfgang Panzer hat eine Entscheidung getroffen wie das Ehepaar Kater am Krankenbett des Sohnes: zu lügen, die grausame Wahrheit zu verschweigen, Positives darzustellen, wo nur Negatives wartet.

    Womit der Film den Tod des Kindes genauso instrumentalisiert, wie er dies eigentlich in seiner Handlung verurteilt. Da ist Marie äußerst sauer, weil sie ihren Mann verdächtigt, aus der Krankheit des Sohnes einen Mitleidsbonus für die Wählerschaft herausholen zu wollen – nichts anderes aber tut „Der große Kater“, wenn er das private Leiden der Katers zur Zuschaueremotionalisierung benutzt und zum Hebel macht für Katers Wandlung zum Guten.

    Gegen Anfang des Films läuft Kater, der Bundespräsident, mit schüchtern gemurmelter Entschuldigung mitten durch eine Schülergruppe, die gerade den Palast besichtigt: schon in dieser Szene verliert der Film seine Glaubwürdigkeit.

    Fazit: Zwar hat „Der große Kater“ Qualitäten: Schauspieler, Kamera, Inszenierung, alles solide. Aber der Film weicht mit seiner Betulichkeit allzu sehr vom harten Politischen ins Allzumenschliche aus und wäre sicher auf einem 20.15 Uhr-Programmplatz im Fernsehen besser aufgehoben.
  • Bruno Ganz glänzt als Schweizer Bundespräsident, der sich gegen Intrigen wehren und um das Leben seines Kindes und die Liebe seiner Frau kämpfen muss.

    Neun Leben hat die Katze. Der Schweizer Bundespräsident, genannt “Kater” hat nur eines, aber da lässt er sich ungern hineinpfuschen. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die Umfragewerte sind im Keller, die Parteigenossen mucken auf, die Luft wird dünner. Zur Imageaufwertung soll der Besuch des spanischen Königspaares dienen mit Glanz und Gloria, militärischen Ehren und Flugshow, Galadinner und Folklore. Den Medien im Hinblick auf die Wahl Futter bzw. schöne Bilder geben, heißt die Losung. Viel schlimmer als der Kampf um die Macht ist der hoffnungslose Kampf um das Leben des an Krebs erkrankten Sohnes, dem er und seine Frau nicht die Wahrheit sagen. Als durch eine Intrige des Fraktionsvorsitzenden die spanische Königin ausgerechnet in der Krebsklinik für Kinder Tränen vergießen soll, glaubt Katers Gattin an einen Werbe-Gag und sorgt beim festlichen Staatsschmaus für einen Eklat. Amt und Ehe stehen auf dem Spiel.

    “Die Menschen tun, was geschieht” schreibt Thomas Hürliman in seinem Titel gebenden Erfolgsroman mit autobiografischen Zügen (der aber ziemlich – auch im Finale – umgemodelt wurde) und spielt damit auf das Ausgeliefertsein an, gegen das die Filmfigur hier revoltiert. Die deutsch-schweizerische Koproduktion erfüllte nicht die Erwartungen der Eidgenossen, Animositäten gegenüber Steinbrück-Deutschland mögen vielleicht eine Rolle gespielt haben, denn angekreidet wurde u.a. “zu viel deutsches Geld und Entscheidungsgewalt, unpassende deutsche Schauspieler in Schweizer Rollen” und die Regie von Wolfgang Panzer (zog zwischenzeitlich mal seinen Namen zurück), der allerdings aus der Vorlage einen spannenden Polit-Poker, eine unterhaltende Polit-Satire und ein berührendes privates Drama macht – eine gelungene Kombination. Edgar Selge als apostolischer Nuntius, Ulrich Tukur als falscher Freund, Marie Bäumer als verzweifelte Frau des Katers und die der Vorlage hinzugefügten ehrgeizige persönliche Assistentin, dargestellt von Christiane Paul, machen ihre Sache allesamt gut. Unschlagbar Bruno Ganz, machtbewusst und gewieft, gleichzeitig auch verletzbar und charismatisch, der in einem Befreiungsschlag seine persönliche Integrität wieder gewinnt. Etwas sehr simpel gestrickt dagegen sind die verschwurbelten Rückblenden in seine Kindheit, die als langatmige Erklärungsmuster für die ambivalente Persönlichkeit dienen sollen. “Der große Kater”, eine bitterböse Reflexion über Macht und Menschenverachtung, Politik mit “human touch”, Sarkasmus und Gefühl, wirkt in manchen Momenten erschreckend wirklichkeitsnah. Da kommt Katerstimmung auf. mk.

Darsteller und Crew

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