Der große Gatsby (2013)

Originaltitel: The Great Gatsby
Der große Gatsby Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (4)
  1. Ø 4.5
Kritikerwertung (4)
  1. Ø 4.3

Filmhandlung und Hintergrund

Der große Gatsby: Schillernde Neuverfilmung des Klassikers von F. Scott Fitzgerald um einen sozialen Aufsteiger, der seine Verflossene zurückgewinnen will. Mit Leo DiCaprio und Tobey Maguire!

Als neuer Nachbar des unter mysteriösen Umständen zu Reichtum gekommenen Aufsteigers Jay Gatsby erlebt der junge Broker Nick Carraway 1922 Glanz und Elend des amerikanischen Traums. In nur fünf Jahren ist Gatsby ganz oben angekommen, feiert rauschende Feste, deren Faszination auch Carraway erliegt. Doch der Glanz des neuen Königs von Long Island ist nur Tarnung für einen einsamen Mann, der versucht, seine große Liebe Daisy zurückzuerobern, die sich vor Jahren für einen anderen Mann und sein Geld entschied.

Der Aufsteiger Jay Gatsby will seine längst verheiratete Jugendliebe zurückgewinnen. Opulente und starbesetzte Neuverfilmung des Literaturklassikers von F. Scott Fitzgerald.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Als Nick Carraway im Jahr 1922 nach New York kommt, fühlt sich der junge Mann völlig überwältigt von der stetig wachsenden und pulsierenden Metropole. Magisch angezogen wird er dennoch von der Gesellschaft, in der man für Partys lebt und in der das Geld regiert. Im Zentrum dieses Kosmos steht Jay Gatsby, ein Selfmade-Millionär, der sich mit Geld alles kaufen kann. Bis auf seine große Liebe, Daisy Buchanan, die mit einem anderen verheiratet ist. Doch Gatsby glaubt weiter an seinen Traum, Daisy zurückzugewinnen. Koste es, was es wolle. F.Scott Fitzgeralds Roman über die amerikanische Gesellschaft der Roaring Twenties gehört zu den bekanntesten Werken der Moderne. Nun hat sich der australische Meisterregisseur Baz Luhrmann der Geschichte über Liebe, Hoffnung, Betrug und Enttäuschung angenommen. Meisterhaft und opulent setzt er, aus der Perspektive des Beobachters Nick, die Gesellschaft der oberen Zehntausend in Szene, mit schrillen Farben und Kostümen, ausschweifenden Partyszenen und jeder Menge Glamour, Glanz und Tempo. Doch im Innern der Geschichte steht die tiefe und doch aussichtslose Liebe zwischen Gatsby und Daisy, grandios verkörpert von Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan. Zwischen all dem Glitzer und Schein sind es ihr Schmerz und ihre Sehnsucht, die den Zuschauer berühren. Luhrmann lässt die zeitlose Geschichte der großen Gefühle in einer kalten berechnenden Welt in neuem Licht erstrahlen. Groß, größer, Gatsby.

    Jurybegründung:

    Im gewohnten Stil seiner Überwältigungsästhetik hat sich Baz Luhrmann, der zu den Protagonisten des postmodernen Films zählt, einem der berühmtesten Romane der modernen US-amerikanischen Literatur angenommen. Postmoderne Ästhetik und moderner Roman, funktioniert das? Fast zwangsläufig drängt sich zudem die Filmadaption von 1974 auf, in der Robert Redford die Hauptrolle spielte. Schon Jack Claytons Film wurde indes vorgeworfen, der literarischen Vorlage nicht gerecht zu werden. Das ist zugegebenermaßen die Crux vieler Verfilmungen der Weltliteratur. Luhrmann bewies bereits 1996 mit ROMEO UND JULIA, dass er selbst einem der berühmtesten Werke der Literatur seinen Stempel aufzudrücken gewillt ist. In der Rolle des Romeo avancierte damals Leonardo DiCaprio zum Star. In DER GROSSE GATSBY, seinem erst fünften Spielfilm, arbeitete Luhrmann nach langer Zeit wieder mit DiCaprio zusammen, der schon lange zu einem der gefragtesten Schauspieler gereift ist. Den Gatsby spielt er mit Bravour und auch die anderen Darsteller wissen zu überzeugen: Tobey Maguire verkörpert als Nick Carraway einmal mehr den unverdorbenen American Boy, der sich mit den Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert sieht. Und natürlich Carey Mulligan, deren Lächeln als Daisy ebenso tief ins Herz dringt wie ihr trauriger zerrissener Blick, der unsere Anteilnahme an den Irrungen und Wirrungen ihrer Gefühlswelt und unser Mitgefühl erregt.

    Mit dem Roman hat Luhrmann gewiss einen passgenauen Stoff gefunden, um einmal mehr von der Liebe in einer Gesellschaft des Spektakels zu erzählen. Die Bildästhetik und die Ausstattung sind bemerkenswert. Doch einmal mehr muss sich Luhrmann auch den Vorwurf gefallen lassen, dass es ihm nicht vollends gelingt, die Zuschauer von seiner Suche nach dem authentischen Gefühl in einer Welt der Oberfläche und des Zitats zu überzeugen. Oft macht der Film hinter der Erlebnisgesellschaft Momente der Nähe spürbar, Augenblicke, in denen die Wahrheit hinter der Lüge zum Vorschein kommt. Dann brechen die Emotionen mit aller Wucht hervor, wie etwa in der beeindruckenden Szene, wenn es für Daisy darum geht, ob sie sich für ihren Mann Tom oder für Gatsby entscheidet. Unter der Oberfläche, so wie Luhrmann sie mit allen Mitteln, die das Medium Film zu bieten hat, zeigt, gibt es letztlich aber zu wenig zu entdecken. Die dezidierte Ästhetisierung erzeugt große Momente, aber auch zu viel Kitsch, um genügend Substanz für einen wirklich großen Film aufzuweisen. Trotzdem ist mit DER GROSSE GATSBY eine bildgewaltige und unterhaltsame Adaption eines Literaturklassikers gelungen.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • So vielschichtig wie der Roman. Baz Luhrmans Verfilmung wartet mit einem grandiosen Leonardo DiCaprio auf –und ist der großartige Beweis dafür, wie man 3-D sinnvoll einsetzen kann.
  • In Baz Luhrmanns Adaption von F. Scott Fitzgeralds Klassiker verblasst der Rausch der Liebe gegenüber der Euphorie von Partytime.

    Als Roman entfaltet “Der große Gatsby” auf kleinem Raum, auf weniger als 200 Seiten, große Wirkung als Porträt der Oberflächlichkeit der Roaring Twenties, das den amerikanischen Traum feiert und gleichzeitig aushöhlt. Als Film präsentiert sich die Geschichte eines Aufsteigers, der einer romantischen Illusion erliegt, als Galerie wuchtig-glänzender Bilder, die den kritischen Kontext mitunter überstrahlt, ihn aber nicht völlig ausblendet. Von der Kamerafahrt durch das Filmlogo hinein in den dreidimensionalen Raum, in dem Nebelschwaden und Schnee fast greifbar werden, ist Luhrmanns fünfter Film visuelles Eroberungskino, das den Zuschauer ähnlich überwältigt wie der Partyrausch den etwas blassen Erzähler Carraway (Tobey Maguire), der in den Sog des verschwenderischen Lebensstils seines mysteriös zu Reichtum gekommenen neuen Nachbarn Gatsby (Leonardo DiCaprio) gerät. Das Ruhelose ist Stilprinzip in dieser Flut von Bilder- und Perspektivewechseln, von rasenden Kamerafahrten, in der sich hinter verspielter Show mitunter auch Virtuoses entdecken lässt, wenn etwa beim Blick auf eine Hausfassade individuelles Leben durch Speed-Zooms auf einzelne Fenster markiert wird. Die opulente Optik mit ihren New Yorker Digital-Panoramen ist so verführerisch wie bewusst artifiziell, lässt gerade durch 3D im Raum gestaffelte Schauplätze manchmal schablonenhaft erscheinen. Wie in “Moulin Rouge” wirkt Luhrmanns Welt wie eine traum- und theaterhafte Interpretation der realen. Das passt zum Leben der Titelfigur, das selbst märchenhafte Inszenierung ist – ein Köder für Daisy (Carey Mulligan), die sich vor Jahren gegen Gatsby und für das Geld ihres vulgäreren und untreuen Mannes entschieden hat. Luhrmanns Eigenwilligkeit zeigt sich dabei über Stil und Anachronismen hinaus am deutlichsten in der Darstellung Gatsbys, in sporadischer Überzeichnung, besonders beim ersten Wiedersehen mit Daisy. Der tragische romantische Träumer, wie ihn DiCaprio noch in “Titanic” spielte, ist Gatsby nur bedingt, denn eine wahnhafte Begleitnote ist unübersehbar. Eine konstante Sympathiefigur gibt es für den Zuschauer nicht, doch wenn der Film in der zweiten Hälfte auf sein dramatisches, von Eifersucht und Verrat gespeistes Finale zusteuert, bekommt er mehr Gewicht – und Gatsby, auch durch Fitzgeralds Dialoge, tatsächlich Größe. kob.
  • Baz Luhrmann, der Mann, der uns in "Moulin Rouge" und "Romeo und Julia" diese wahnsinnigen, fiebrigen Bildwelten brachte, hat nun F. Scott Fitzgeralds Roman "Der große Gatsby" verfilmt, die Chronik der Lügen und Exzesse seiner Generation. Das scheint trefflich: "Style over substance", dieser klischeehafte Vorwurf, den Luhrmann sich oft genug anhören musste, trifft die Geschichte vom großen Lebemann und Blender Gatsby recht genau.

    Entsprechend energetisch legt Luhrmann los: Die Leinwand scheint beinahe zu bersten vor kleinen, bunten Details. Ein Film als Knallbonbon. Gigantische Häuserschluchten in der Stadt, Gatsbys Villa als Partytempel, riesige Treppenflure und darüber, darunter, dazwischen: Menschen, singend, tanzend, in grellen Farben zuckend. Überhaupt gibt sich der erste Teil des Films einem hemmungslosen Geschwindigkeitsrausch hin, Motoren und Lautsprecher heulen auf, und um all das herum herrscht ein einziges ekstatisches Gewusel.

    Doch so wie Luhrmann Klänge von Gershwin und Rapper Jay-Z nebeneinander existieren lässt, so macht sich auch jedes Zeitalter seinen eigenen Gatsby – was ja nicht das schlechteste Erkennungsmerkmal für große Literatur ist. Fitzgerald schrieb seinen Roman 1925 und erzählte davon, wie sich eine Gesellschaftsschicht aus den Trümmern der Vergangenheit ihre eigenen Lügengebäude errichtete. Heute lesen wir Gatsbys Aufstieg und Fall eher als Geschichte von Rausch und Kater, als drohende Mahnung einer Katastrophe, die da erst noch kommen sollte.

    Je deutlicher sich Gatsbys Vergangenheit jedenfalls entfaltet, desto zurückhaltender wird Luhrmanns Inszenierung, desto bescheidener seine Kulissen. Spätestens jetzt fällt auf, wie künstlich Luhrmanns häufiger Verzicht auf Tiefenschärfe die Figuren im Vordergrund des 3D-Bildes erscheinen lässt: Sie sehen aus wie Klebebildchen, die einer trostlosen Welt aufgepappt sind. Andererseits wird der Ton des Films ernster. Gerade Leonardo DiCaprio ("Django Unchained", "Inception") nimmt seiner Figur jede Karikaturhaftigkeit, die diesen Gatsby zuvor noch umtrieben hatte.

    Das Verblüffende: Es funktioniert. So durchsichtig die inszenatorische Strategie von Gaspedal und Bremse auch ist, DiCaprio, Tobey Maguire ("Spider-Man 3", "The Good German") und Carey Mulligan ("Shame", "Drive") setzen der Oberflächlichkeit des Anfangs eine Gefühlstiefe entgegen, die eine nahezu Hundert Jahre alte Geschichte plötzlich ganz neu aussehen lässt – im Wechselspiel mit einem Regisseur, der um die Vielschichtigkeit seines Stoffes weiß.

    Fazit: Baz Luhrmann spielt in "Der große Gatsby" nicht nur ein überbordendes Spiel mit Farbe und Geschwindigkeit, sondern bettet diese oberflächliche Opulenz einer Gesellschaftsschicht und eines Zeitalters ganz im Sinne der Vorlage in seine Geschichte ein. Sein Film ist Kino zum Träumen, das die Wirklichkeit nach dem Aufwachen aber in jeder Einstellung mitdenkt.
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