Der Duft von Lavendel (2004)

Originaltitel: Ladies in Lavender
Der Duft von Lavendel Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 3
Kritikerwertung (1)
  1. Ø 4.5

Filmhandlung und Hintergrund

Der Duft von Lavendel: Charmantes Melodram, in dem zwei betagte Schwestern kurz vor dem Zweiten Weltkrieg einen schiffbrüchigen jungen Polen bei sich aufnehmen.

Mitte der 30er Jahre wird ein Jüngling (Daniel Brühl) offenbar polnischer Herkunft an die Gestade von Cornwall gespült. Er weckt bei einem kauzigen, älteren Schwesternpärchen (Maggie Smith und Judi Dench), das gemeinsam ein Haus bewohnt und den Schiffbrüchigen dort gesund pflegt, mütterliche und auch noch andere Instinkte. Als der junge Mann bald darauf mit Kostproben reichen musikalischen Talents die Aufmerksamkeit einer russischen Exilkünstlerin (Natascha McElhone) weckt, erblühen Eifersucht und Spekulation.

Charles Dance

Die betagten Schwestern Ursula und Janet Widdington aus Cornwall nehmen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg einen schiffbrüchigen jungen Polen bei sich auf. Die Damen leben so richtig auf, lauschen den Klängen des begabten Violinisten, der sich dann in die hübsche Russin Olga verliebt. Was die Damen so eifersüchtig macht wie den Dorfdoktor, der sich Chancen bei der Schönen ausrechnet.

Ein abgelegenes Fischerdorf in Cornwall. Bei einem Strandspaziergang entdecken die alleinstehenden Schwestern Ursula und Janet zwischen den Felsen einen bewusstlosen jungen Mann. Die beiden nehmen den Schiffbrüchigen mit nach Hause und pflegen ihn gesund. Nach und nach versuchen sie, etwas über ihren geheimnisvollen Gast, der nicht einmal ihre Sprache spricht, in Erfahrung zu bringen. Zunächst finden die Schwestern lediglich heraus, dass er wunderschön Geige spielen kann, und das genügt ihnen auch erst einmal – vor allem Ursula.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein bemerkenswerter Film, der vor allem durch das Zusammenspiel der beiden legendären Damen des britischen Kinos, Maggie Smith und Judi Dench, lebt. Was aber am meisten beeindruckt, ist die vielschichtige Handlung und die kontroversen Charaktere, die hier aufeinander treffen. Regisseur Charles Dance versteht es in den meisten Fällen die außerordentlichen Darstellungen seiner Schauspieler unverschnörkelt einzufangen und so das Augenmerk auf die Handlung zu lenken. Nur teilweise tritt die Inszenierung in den Vordergrund, was oft schön anzusehen, manchmal aber eher hinderlich ist. So setzt er immer wieder Zeitlupen von kleinen Gesten seiner Charaktere ein, die zwar die oft begründet sind, aber eben nicht immer.

    Dahingegen vermag er es seine Charaktere subtil zu zeichnen und Hinweise auf ihre Persönlichkeit zu geben, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Janet, die Rationale, steht mit beiden Beinen in der Realität. Ursula dahingegen ist eine Träumerin, die einem vermeintlich verschenktem Leben hinterher trauert. So entspricht die Verliebtheit der alten Dame dem Wunsch noch einmal jung zu sein und die Liebe ihres Lebens zu erfahren. Das ist der Grund, warum sie ihre Schwester auch andauernd mit Fragen über ihren Mann und ihre Liebe plagt. Es erschüttert mit anzusehen, wie Judi Dench die Leiden der Frau darstellt, die zwischen ihrem alten gereiften Selbst und einem verliebten Teenager Dasein hin und herschwankt. Maggie Smith brilliert in der Rolle gesorgten Schwester.

    Andrea hingegen bleibt den ganzen Film über ein Mysterium. Wir wissen weder, ob er, als er schiffbrüchig ging gerade auf dem Weg nach Amerika war, von dem er als dem Land der Freiheit spricht, noch, aus welcher Familie er stammt und wie er aufgewachsen ist. Es gibt Indizien, die dafür sprechen, dass er aus einem gut situierten Umfeld stammt, sein Geigenspiel spricht dafür, aber auch die Art und Weise, wie er mit seiner neuen ‚Familie’ umgeht. Leider kann man ihn aus diesem Grund nie ganz ins Herz schließen, denn man erwartet doch von jemanden, dessen Leben gerade gerettet wurde, etwas mehr Dankbarkeit und vor allem, dass er sich an den neuen Gegebenheiten orientiert anstatt ihnen seinen eigenen Charakter aufzupressen.

    Olga hingegen, mit der Andrea die meiste Zeit im Film deutsch spricht, ist eine moderne Frau und es ist schön mit anzusehen, wie sie sich von niemanden verbiegen lässt. Kein Wunder, dass sie mit ihrer selbstbewussten und eigenständigen Art, Ursula wie die Hexe aus den Märchen vorkommen muss. Noch nicht einmal mit Andrea lässt sie sich ein.

    Es ist unbedingt ratsam, sich diesen Film im Original anzuschauen, denn da die Fremdsprache hier deutsch ist, wird bei der Synchronisierung wahrscheinlich ein guter Teil der interessanten Missverständnisse und Sprachprobleme verschwinden.

    Fazit: Drama mit überzeugenden Charakteren, der vor allem durch seine Darsteller glänzt.
  • Ein unbestrittener Höhepunkt des Filmfests München kam erst als Abschlussfilm: Charles Dances Regiedebut “Der Duft von Lavendel” mit den Schauspiel-Legenden und Oscar-Preisträgerinnen Dame Judi Dench und Maggie Smith. Daniel Brühl spielt an ihrer Seite einen jungen schiffbrüchigen Polen, den die Land-Ladies liebevoll aufpäppeln und der ganz unterschiedliche Gefühle in ihnen weckt. Ein charmantes Melodram gespickt mit englischem Witz und bestückt mit total skurrilem Personal.

    Endlich hat es geklappt. Schon seit Jahren laborierte Schauspieler Charles Dance (“Gosford Park”, “Swimming Pool”) an Drehbüchern, plante einen Film. Erst diese Kurzgeschichten aus William J. Lockes “Faraway Stories” löste den Knoten. Die Schwestern Ursula und Janet Widdington verbringen ihre Tage geruhsam mit Spaziergängen, Gartenarbeit und Stickereien. Als eines Tages das Meer einen jungen Mann vor den Klippen ausspuckt, nehmen sie den Schiffbrüchigen auf, pflegen ihn gesund und betrachten ihn bald als Konstante. Zwar kann der Fremde, der sich als Pole Andrea Marowski entpuppt, kaum ein Wort englisch, was aber die Konversation nicht weniger reizvoll macht. Man verständigt sich mit einigen deutschen Wortbrocken, die Janet mal vor Urzeiten gelernt hat und durch Gesten. Die beiden Damen leben so richtig auf und lauschen bald verzückt den Klängen des begabten Violonisten. Dass sich ausgerechnet die hübsche Russin Olga sich für den Wunderknaben und seine Musik interessiert, macht sie eifersüchtig, wie auch den Dorfdoktor, der sich Chancen bei der Schönen ausrechnet. Subtil spinnt Dance die Schicksalsfäden – da ist die robuste Witwe Janet mit ihrer pragmatischen Sicht der Dinge, die sensible Ursula, bei der die Liebe zum ersten und wohl letzten Mal aufflackert und die sich eingestehen muss, dass es zu spät ist, der geheimnisvolle Andrea, dessen Hintergrund im Dunkeln bleibt, die aktive Olga, die seine Musiker-Karriere vorantreibt, der düpierte Doktor, der seinen Frust über das Love Interest mit Whiskey runterspült und – eine helle Wonne – die resolute Haushälterin (Miriam Margolyes). An der Küste von Cornwall gehen die Uhren 1936, kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges noch anders. Man gluckt zusammen, hört Nachrichten und Konzerte im Radio und igelt sich in die kleine Gemeinschaft ein. “Der Duft von Lavendel” erzählt von der heilen Welt mit feinen Rissen, von der Jugend des Herzen und dem Alter des Körpers, von brennender Sehnsucht, die nicht an Jahre auf dem Papier gebunden ist. Eine bessere Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle hätte es nicht geben können. Maggie Smith und Judi Dench (der man die mädchenhafte Verliebtheit abnimmt) sind ein Power-Paar, dem der Zuschauer stundenlang zugucken möchte und bestes Beispiel für das Charisma britischer Bühnen- und Kinostars. Daniel Brühl schlägt sich neben diesen Ikonen wacker als netter Junge ohne seelische Untiefen. Das Feuerwerk an typisch englischem Witz und Sarkasmus bricht geschickt aufkommende Traurigkeit, ohne in Fröhlichkeit abzudriften. Die schmerzhafte Zärtlichkeit und zarte Melancholie dieses Melodrams sollte niemanden unberührt lassen, weder Jung noch Alt. mk.

Darsteller und Crew

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