Der deutsche Freund (2012)

Der deutsche Freund Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der deutsche Freund: Ungewöhnliche Liebesgeschichte einer Tochter jüdischer Emigranten und eines Sohnes einer Nazifamilie zwischen Argentinien und Deutschland.

Die Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland freundet sich mit dem Sohn einer Nazi-Familie an, die in Argentinien untergetaucht ist. Als der Junge von der Vergangenheit seines Vaters erfährt, geht er nach Deutschland und schließt sich der Studentenbewegung an, das Mädchen folgt ihm. Doch er ordnet das private Glück seinem politischen Engagement unter, und kehrt nach Argentinien zurück, um gegen die Militärdiktatur zu kämpfen. Erst sehr spät und nach vielen Irrwegen finden sich die beiden im fernen Patagonien.

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Kritikerrezensionen

  • Das Drama "Der deutsche Freund" der aus Argentinien stammenden Regisseurin und Drehbuchautorin Jeanine Meerapfel erzählt die Geschichte einer Liebe, die einen Zeitraum von 30 Jahren umspannt. Schon als Schulkinder in Buenos Aires Mitte der 1950er Jahre sind Sulamit und Friedrich Freunde. Obwohl ihre Eltern in Nazi-Deutschland als Juden zu den Opfern gehörten und sein Vater ein ranghoher SS-Mann war, wehren sie sich dagegen, dass ihre individuelle Beziehung deswegen unmöglich sein soll. Sie erleben das Deutschland der Studentenbewegung und die Militärdiktatur in Argentinien, wobei sich ihre Wege durch ihre unterschiedlichen Ansichten und die äußeren Umstände für lange Zeit trennen.

    Das 13-jährige Mädchen, deren Eltern ihr den Kontakt mit dem Sohn der deutschen Nachbarn verbieten wollen, sagt: „Wir sind Argentinier!“ Sulamit mag den blonden Jungen und setzt durch, dass sie auch mit seiner Familie in die Ferien fährt. Erst Jahre später findet Friedrich heraus, dass sein Vater als ranghoher Nazi in Argentinien eine neue Identität angenommen hat. Er bricht mit seiner Familie und will nach Deutschland, um mehr über seine Herkunft zu erfahren. Dort radikalisiert er sich, während Sulamit sich an der Universität wohlfühlt und es genießt, sich mit Literatur beschäftigen zu können. Sie ist die Vernünftige und Pragmatische, er ein Hitzkopf, der an der Bürde seiner Familiengeschichte fast zerbricht. Er geht in den argentinischen Untergrund und kommt während der Militärdiktatur in Haft.

    Jeanine Meerapfel erzählt eine fiktive Geschichte nach autobiografischen Motiven. Als Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland erlebte sie in ihrer Kindheit in Buenos Aires selbst die Nachbarschaft mit deutschen Nazis. Die wilde 1968er Epoche verbrachte sie in Deutschland und sah, wie viele junge deutsche Männer aus Hass auf ihre Väter einen linksradikalen Weg beschritten. Friedrichs und Sulamits Liebe mutet wie ein Appell der Regisseurin selbst an, dass die Gräben der Herkunft individuell überwunden werden können. Wie schwer das allerdings sein kann, zeigt sich daran, dass die beiden auch Kinder ihrer Zeit sind und sein wollen.

    Sulamit, gespielt von der argentinischen Schauspielerin Celeste Cid, wundert sich als Studentin in Deutschland über die radikalen Ansichten des von Max Riemelt dargestellten Friedrich. Sie sieht das demokratische Land mit seinen Möglichkeiten viel positiver als er, versteht auch nicht ganz, warum er sein persönliches Glück dem politischen Kampf unterordnet. Diese unterschiedlichen Sichtweisen gehören zu den interessantesten Aspekten des Films. Meerapfel malt das zeitgeschichtliche Panorama, das zwei Kontinente umspannt, in detaillierter Fülle aus. Die Kamera begleitet Sulamits Vater in den Fünfzigern in Buenos Aires in die koschere Metzgerei, das Mädchen und ihren deutschen Schulfreund zum Wasserski und fängt den Moment ein, als die junge Jüdin den Ring ihrer von den Nazis ermordeten Großtante geschenkt bekommt.

    Eine solch minutiöse Darstellung hat auch ihre Schattenseiten: Die beiden Hauptfiguren bleiben emotional recht hölzern und müssen sich der Handlung stark unterordnen. Besonders in stilleren Szenen in Innenräumen entsteht zudem immer wieder ein Spannungstief, eine atmosphärische Unsicherheit, die der behaupteten Romantik widerspricht. Imposante Landschaftsaufnahmen in Patagonien visualisieren hingegen, wie klein sich der einzelne Mensch in den Weiten eines Landes, einer Epoche ausnehmen kann.

    Fazit: Ehrgeizig, aber emotional zurückhaltend erzählt "Der deutsche Freund" über eine schwierige Liebe vor dem Hintergrund deutscher und argentinischer Zeitgeschichte.
  • Die ungewöhnliche Liebe zweier zwischen Politik und Privatem, Erinnerung und Zukunft zerrissenen Menschen, die sich von den Schatten der Vergangenheit befreien.

    “Wer zweimal mit der Gleichen pennt, gehört schon zum Establishment”, ein ziemlich dummer Spruch der 68er Bewegung, den aber nicht alle beherzigten, auch wenn eine feste Beziehung “politisch unkorrekt” war. Für Sulamit, Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland, und Friedrich, Sohn eines früheren SS-Obersturmbannführers, die in Argentinien Tür an Tür wohnen und sich im Deutschland der Studentenproteste lieben, galt diese Maxime jedenfalls nicht.

    Jeanine Meerapfel, ebenfalls in Argentinien als Tochter jüdischer Emigranten aufgewachsen und in den wilden Jahren Studentin bei Alexander Kluge und Edgar Reitz, folgt den Spuren einer großen Liebe in dieser Umbruchszeit. Und die beginnt in Argentinien, wo sich Täter- und Opferkind kennenlernen und sich gegen den Willen ihrer Eltern befreunden, zwischen den Jugendlichen keimt eine romantische Liebe. Als der Heranwachsende die wahre Identität seines Vaters erfährt, bricht er mit der Familie und geht Ende der 1960er Jahre nach Deutschland, das Mädchen folgt ihm. Trotz großer Emotionen ordnet er das private Glück dem politischen Widerstand unter, schließt sich der Studentenbewegung an und kehrt später nach Argentinien zurück, um gegen die Militärdiktatur zu kämpfen. Sie bleibt zurück, kann aber auch in einer neuen Beziehung den Mann ihres Lebens nicht vergessen.

    Meerapfel erzählt die fiktive Geschichte aus weiblichen Blickwinkel, lässt ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen einfließen, aus dem südamerikanischen Land mit Verschleppung, Folter und Tod wie aus Deutschland der 68er Jahre mit jungen Männern, die nicht nur gegen das Establishment aufstanden, sondern eigentlich gegen ihre Nazi-Väter und oft sehr lange brauchten, um sich selbst lieben zu können und damit auch andere -Vorbilder für das Liebespaar (Celeste Cid, Max Riemelt), das sich erst nach vielen Wirren sehr spät im fernen Patagonien findet. Authentizität und dichte Atmosphäre bestimmen das Drama, das ein Stück Zeitgeschichte widerspiegelt. Nicht spektakulär und in lauten Tönen wie “Der Baader-Meinhof-Komplex”, sondern in leisen Zwischentönen, ie dafür um so intensiver nachklingen. mk.

Darsteller und Crew

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  • Drehstart für "Der deutsche Freund" mit Max Riemelt

    Regisseurin Jeanine Meerapfel (“Annas Sommer”) wird die dramatische Liebesgeschichte “Der deutsche Freund” mit Max Riemelt (“13 Semester”) in der Hauptrolle inszenieren. Der Film handelt von einer jüdischen Emigranten, gespielt von Celeste Cid, die sich in Buenos Aires mit einem jungen Mann anfreundet. Als dieser herausfindet, dass sein Vater im Dritten Reich ein hohes Tier der SS war, bricht er mit der Familie und...

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