Der deutsche Freund (2012)

Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Der deutsche Freund: Ungewöhnliche Liebesgeschichte einer Tochter jüdischer Emigranten und eines Sohnes einer Nazifamilie zwischen Argentinien und Deutschland.

Die Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland freundet sich mit dem Sohn einer Nazi-Familie an, die in Argentinien untergetaucht ist. Als der Junge von der Vergangenheit seines Vaters erfährt, geht er nach Deutschland und schließt sich der Studentenbewegung an, das Mädchen folgt ihm. Doch er ordnet das private Glück seinem politischen Engagement unter, und kehrt nach Argentinien zurück, um gegen die Militärdiktatur zu kämpfen. Erst sehr spät und nach vielen Irrwegen finden sich die beiden im fernen Patagonien.

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Kritikerrezensionen

  • Die ungewöhnliche Liebe zweier zwischen Politik und Privatem, Erinnerung und Zukunft zerrissenen Menschen, die sich von den Schatten der Vergangenheit befreien.

    “Wer zweimal mit der Gleichen pennt, gehört schon zum Establishment”, ein ziemlich dummer Spruch der 68er Bewegung, den aber nicht alle beherzigten, auch wenn eine feste Beziehung “politisch unkorrekt” war. Für Sulamit, Tochter jüdischer Emigranten aus Deutschland, und Friedrich, Sohn eines früheren SS-Obersturmbannführers, die in Argentinien Tür an Tür wohnen und sich im Deutschland der Studentenproteste lieben, galt diese Maxime jedenfalls nicht.

    Jeanine Meerapfel, ebenfalls in Argentinien als Tochter jüdischer Emigranten aufgewachsen und in den wilden Jahren Studentin bei Alexander Kluge und Edgar Reitz, folgt den Spuren einer großen Liebe in dieser Umbruchszeit. Und die beginnt in Argentinien, wo sich Täter- und Opferkind kennenlernen und sich gegen den Willen ihrer Eltern befreunden, zwischen den Jugendlichen keimt eine romantische Liebe. Als der Heranwachsende die wahre Identität seines Vaters erfährt, bricht er mit der Familie und geht Ende der 1960er Jahre nach Deutschland, das Mädchen folgt ihm. Trotz großer Emotionen ordnet er das private Glück dem politischen Widerstand unter, schließt sich der Studentenbewegung an und kehrt später nach Argentinien zurück, um gegen die Militärdiktatur zu kämpfen. Sie bleibt zurück, kann aber auch in einer neuen Beziehung den Mann ihres Lebens nicht vergessen.

    Meerapfel erzählt die fiktive Geschichte aus weiblichen Blickwinkel, lässt ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen einfließen, aus dem südamerikanischen Land mit Verschleppung, Folter und Tod wie aus Deutschland der 68er Jahre mit jungen Männern, die nicht nur gegen das Establishment aufstanden, sondern eigentlich gegen ihre Nazi-Väter und oft sehr lange brauchten, um sich selbst lieben zu können und damit auch andere -Vorbilder für das Liebespaar (Celeste Cid, Max Riemelt), das sich erst nach vielen Wirren sehr spät im fernen Patagonien findet. Authentizität und dichte Atmosphäre bestimmen das Drama, das ein Stück Zeitgeschichte widerspiegelt. Nicht spektakulär und in lauten Tönen wie “Der Baader-Meinhof-Komplex”, sondern in leisen Zwischentönen, ie dafür um so intensiver nachklingen. mk.

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