Der Besuch der alten Dame (2008)

Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Besuch der alten Dame: TV-Tragikomödie nach dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der ARD-Tochter Degeto ist mit dieser prominent besetzten Adaption des Dürrenmatt Klassikers ein richtig guter Film gelungen.

    Die Stücke Friedrich Dürrenmatts sind von beeindruckender Zeitlosigkeit. Sein 1956 entstandener “Besuch der alten Dame” lässt sich beinahe umstandslos in die Gegenwart übertragen. Susanne Beck und Thomas Eifler haben die Handlung moderat modernisiert, doch im Wesentlichen halten sie sich eng an die Vorlage: Jahrzehnte nach ihrer Flucht kehrt Klara Wäscher in ihren Heimatort Güllen zurück. Allerdings heißt sie nach der Hochzeit mit einem Ölmagnaten jetzt Claire Zachanassian. Die Bürger empfangen sie mit entsprechenden Hoffnungen, denn nach der Schließung der örtlichen Fabrik ist die Kleinstadt von Armut geprägt. Tatsächlich ist Claire bereit, jedem Einzelnen unter die Arme zu greifen: Zwei Milliarden will sie unter den Einwohnern verteilen. Einzige Bedingung: Alfred Ill muss sterben. Der Ort ist entsetzt, doch als Claires Motiv bekannt wird, schlägt die Stimmung um: Der Autoverkäufer hatte Klara damals geschwängert und dafür gesorgt, dass sie mit Schimpf und Schande davon gejagt wurde.

    Dürrenmatt hat sein Drama ausdrücklich als tragische Komödie etikettiert. In der Inszenierung von Nikolaus Leytner überwiegt allerdings eindeutig die Tragödie. Die Honoratioren des Ortes, bei Dürrenmatt lauter lächerliche Männer, erscheinen hier als harmlose Zeitgenossen, die der Verlockung des in Aussicht gestellten Reichtums nicht widerstehen können. Auch die namhafte Besetzung dieser Rollen mit unter anderem Dietrich Hollinderbäumer (Bürgermeister), Helmut Berger (Sparkassenchef) und Rolf Hoppe (Schulrektor a.D.) trägt dazu bei, dass die hohen Herren nicht zur Karikatur werden. Bezeichnend ist der Absturz des skrupulösen und zunächst strikt abstinenten Rektors, der mehr und mehr zum Säufer wird.

    Aber der Film lebt naturgemäß von den beiden Hauptdarstellern. Für Christiane Hörbiger ist die Titelfigur selbstredend eine Paraderolle. Äußerlich kerzengerade, während sie sich innerlich vor Schmerzen krümmt, zerbrechlich, aber würdevoll: Mit eiskaltem Blick und wächsernem Gesicht lässt Claire alle Appelle an alte Zeiten stoisch an sich abprallen. Dass der Part des Gegenspielers ausgerechnet mit Michael Mendl besetzt wurde, Hörbigers Partner in diversen Seniorenromanzen (“Hengstparade”, “Mathilde liebt”), gibt dem Film einen weiteren Reiz, zumal Mendl als Sympathieträger eingeführt wird und das trotz seiner früheren Verfehlungen auch bleibt: Ihrer Empörung zum Trotz beginnen seine Mitbürger, Geld auszugeben, das sie noch gar nicht haben. tpg.

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