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Der Baader Meinhof Komplex (2008)

Der Baader Meinhof Komplex Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Baader Meinhof Komplex: Aufwändige und um ein Höchstmaß an Authentizität bemühte Verfilmung von Stefan Austs gleichnamigem Sachbuch über die Geschichte der RAF.

Als Antwort auf Amerikas Krieg in Vietnam, den die deutsche Elite in Politik, Industrie und Justiz unterstützt, gründen linksextreme Radikale 1970 die RAF – die Rote Armee Fraktion. Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) erklären dem neuen Faschismus und der BRD den Krieg. Horst Herold (Bruno Ganz) jagt die Gruppe, deren brutale Terrorkampagnen im heißen Herbst 1977 gipfeln.

Stefan Austs

September und Oktober 1977 gehen als Deutscher Herbst in die Geschichte ein. Seinen Höhepunkt erlangt er durch die Selbstmorde der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Esslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen in Stammheim. Zusammen mit Ulrike Meinhof gehörten sie zur ersten Generation der Roten Armee Fraktion. Nicht zuletzt durch die Ereignisse rund um die Demonstrationen beim Schah-Besuch 1967 in Berlin und dem gewaltsamen Tod Benno Ohnesorgs radikalisieren sie sich zusehends und lösen durch Banküberfälle und Sprengstoffanschläge die größte Fahndung in der Geschichte der BRD aus.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Deutsche Geschichte als große Kinoproduktion:beeindruckend, authentisch, politisch, spannend. Die Verfilmung von Stefan Austs Sachbuch beschönigt nichts. Der Film versucht, sowohl den Terroristen wie auch den Vertretern der Staatsgewalt gerecht zu werden, indem er beide Seiten mit einer ähnlich objektiven Distanz beschreibt. Die Atmosphäre ist kalt und beängstigend. Dabei ist es Uli Edel gelungen, aus der Fülle des Materials, einen 150 Minuten langen Film voller Hochspannung zu inszenieren. Aussehen, Ausstattung, Sprechweise sind höchst stimmig und gewähren dem Zuschauer intensive Einblicke in den Alltag der RAF-Terroristen und deren Denkweise. Intelligentes Actionkino mit wissenswertem Inhalt.

    Jurybegründung:

    Das Sachbuch von Stefan Aust wurde als großes Kino werkadaptiert, das zugleich analytisch sowie differenziert erzählt. Die Gewaltszenen werden mit den Mitteln von Actionfilmen inszeniert; die Show-Werte machen aber nie die Inhalte vergessen.

    Der Einstieg ist mit der Demonstration gegen den Schah, die Prügelorgie der Jubelperser und schließlich dem Tod von Benno Ohnesorg geschickt gewählt, denn so wird das Gefühl der Ohnmacht der jungen Rebellen vermittelt. Der Film versucht, sowohl den Terroristen wie auch den Vertretern der Staatsgewalt gerecht zu werden, indem er beide Seiten mit einer ähnlich objektiven Distanz beschreibt. So wird Horst Herold von Bruno Ganz nicht nur als eine Charaktermaske, sondern als ein kluger und nachdenklicher Stratege gezeichnet. Die einzelnen Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe lernt man als idealistische Romantiker kennen, die sich zusehends in ihren Fanatismus hineinsteigern.

    Obwohl viele Nebenfiguren nur in sehr kurzen Sequenzen auftauchen, wird der Plot nie diffus, und dies hat neben dem gut gebauten Drehbuch auch mit der sehr geschickten Besetzung zu tun. Viele der Schauspieler sehen den von ihnen Dargestellten ganz erstaunlich ähnlich, und auch kleine Rollen wurden mit hochklassigen Akteuren besetzt. So hat etwa Alexandra Maria Lara noch nicht einmal eine Sprechrolle.

    Dies ist ein historischer Film über die jüngste bundesdeutsche Vergangenheit, und als solcher scheint er beeindruckend authentisch. Von der Ausstattung über Kostüm, Make-up bis zur Sprechweise der einzelnen Protagonisten wirkt das alles wie aus einem Guss. Und so hat Uli Edel hier einen Film in der Tradition von Constantin Costa-Gavras gemacht: Der Baader Meinhof Komplex ist zugleich politisch und spannend.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit „Der Baader Meinhof Komplex“ stellte sich Produzent sowie Drehbuchautor Bernd Eichinger gemeinsam mit Regisseur Uli Edel einer großen Herausforderung: Es galt, die größte deutsche Tragödie der Nachkriegszeit, die zehn Jahre umfasst, in einen Kinofilm von circa 150 Minuten Länge zu pressen. Als Grundlage und Unterstützung für das Drehbuch diente dabei das Standardwerk von Ex-Spiegelchefredakteur Stefan Aust – eine Zusammenfassung der Ereignisse von 1967 bis zum „Deutschen Herbst“ 1977.

    Um diese Komprimierung leisten zu können, folgt die Handlung keiner herkömmlich einheitlichen Dramaturgie, sondern einer deutlich zerrissenen Form – beinahe fetzenartig. Was zur Folge hat, dass die meisten Figuren ohne größere Einführung einfach da sind und ebenfalls einfach ohne weitere Erklärung wieder verschwinden, wenn sie unwichtig geworden sind. Zeit, um sämtliche politischen Hintergründe zu erklären, bleibt auch keine und unter welchem Druck die deutsche Regierung stand, wird ebenfalls nur ansatzweise deutlich, denn der Fokus liegt ganz deutlich auf den Taten der RAF. Das wiederum setzt ein enormes Vorwissen voraus, denn ohne solches bleiben viele Zusammenhänge im Dunkeln – wie etwa der Grund, weshalb einer der ersten Anschläge das Kaufhaus Schneider in Frankfurt betrifft. Die Figur des Jan-Carl Raspe – gespielt von Niels Bruno Schmidt – wirkt über zwei Drittel des Films eher unwichtig und sitzt dann plötzlich mit Baader, Meinhof und Ensslin als führender Kopf der RAF auf der Anklagebank in Stammheim und kommt dort auch zum ersten Mal wirklich zu Wort.

    Ein deutliches Plus des Films ist die Demonstration des Zeitgeistes und Lebensgefühls dieser Tage. Das schließt selbstverständlich die Kostüme, Autos und Lebensgewohnheiten mit ein und geht bis zu der Tatsache, dass praktisch ununterbrochen geraucht wird.

    Auch die Vermittlung der damaligen Ereignisse als solche ist absolut gelungen: Die Darstellung der mit Gewalt aufgelösten Demonstration vor der Deutschen Oper während des Besuchs des persischen Schahs, bei der der Student Benno Ohnesorg zu Tode kommt, wodurch das ganze Unheil seinen Anfang nimmt, ist mehr als beeindruckend und beklemmend zugleich. Es ist kaum vorstellbar, dass die Polizisten regungslos daneben stehen, als die persischen Studenten – von den Buh-Rufen der Demonstranten angestachelt – ihre Schilder von den Stangen reißen, diese zu Schlagknüppeln umfunktionieren und auf die Demonstranten einprügeln – und zu allem Überfluss dann auch noch selbst für die Eskalation sorgen. Auch bei der berühmten Rede von Rudi Dutschke vor 1500 Jugendlichen an der TU Berlin dürfte während der „Ho-Ho-Ho-Chi-Minh“-Rufe der Masse nicht nur Zeitzeugen eine Gänsehaut den Rücken herunter laufen. Das Drehen an vielen Originalschauplätzen wie eben der deutschen Oper, der TU Berlin oder dem Originalgerichtssaal in Stammheim vereinfachten die Sache natürlich ungemein und selbst zahlreiche Dialoge stammen wohl aus Originaltexten oder überlieferten Inhaltsangaben. Bei den Schießereien und Explosionen, die unglaublich brutal wirken, hielt man sich scheinbar an historisch belegte Tatsachen. Auf die Begleiter von Schleyer seien laut der Polizeiberichte insgesamt 119 Kugeln abgefeuert und in den Körpern bis zu 25 Einschüsse gefunden worden. Bei den Dreharbeiten sei also keine Kugel mehr oder weniger verwendet worden. Um dem Film noch mehr Authentizität zu verleihen, werden viele Montagesequenzen eingeschoben, die aus damaligen Tagesschau-Ausschnitten und Bildern bestehen, die dem Zuschauer bereits bestens bekannt sind.

    Zwiespältig hingegen ist die beinahe endlos lange Starriege anzusehen, aus der sich die Besetzungsliste zusammensetzt. Mit Sicherheit sind Martina Gedeck, Johanna Wokalek und Moritz Bleibtreu als Meinhof, Ensslin und Baader absolut glaubwürdig, aber Gedeck und Ensslin haben sich auch deutlich mit ihren Figuren auseinandergesetzt und sich Dank diverser Aufnahmen auch ein etwaiges Bild vom Gestus machen können und auch wenn in Bleibtreus Baader ein bisschen von ihm selbst steckt, nimmt man Bleibtreu ab, dass Baader zu Beginn der RAF ein geltungssüchtiger Polit-Punk war. Und natürlich spricht es auch für die deutschen Stars, wenn sie – wie beispielsweise Jasmin Tabatabai – nur zweimal durchs Bild laufen und sich nicht zu fein dafür sind, aber wenn Tom Schilling aussieht wie immer, dann ist es nicht Josef Bachmann – den er verkörpert –, der Rudi Dutschke erschießt, sondern dann bleibt er Tom Schilling und so ist es bei vielen hochkarätig besetzen Nebenrollen, die zwar ihr Talent zeigen, aber aufgrund fehlender Figureneinführung einfach die bleiben, die sie sind. Anders als bei Johanna Wokalek. Bei ihr genügen schon die schwarz umrandeten Augen und ein Minirock, um das schüchterne Mädchen aus „Barfuss“ vergessen zu machen.

    „Der Baader Meinhof Komplex“ bietet keine Helden und somit weder Identifikationsfiguren noch Sympathieträger und versucht so, mit dem Mythos RAF aufzuräumen. Durch Selbstmord und nicht durch Mord endete das Leben der verbliebenen RAF´ler der ersten Generation und so seht folgendes Statement am Schluss des Films: „Ihr kanntet sie nicht. Hört auf sie so zu sehen, wie sie nicht waren!“

    Fazit: Gelungene fiktionale Dokumentation, die ein dunkles Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte keinesfalls heroisiert. Kenntnis von ergänzenden historischen Fakten ist allerdings notwendig.
  • 23 Jahre nach Erstveröffentlichung von Stefan Austs Standardwerk zur Geschichte der RAF kommt die lange erwartete Verfilmung des “Baader Meinhof Komplex” in die deutschen Kinos und wird gleich von Deutschland ins Rennen um eine Oscar-Nominierung geschickt.

    Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel, die schon bei “Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” und “Letzte Ausfahrt Brooklyn” zusammenarbeiteten, erzählen in üppigen und angesichts der Fülle des Materials doch knapp bemessenen 150 Minuten die Chronik der damaligen Ereignisse, angefangen bei den Demonstrationen anlässlich des Schah-Besuches 1967 in Berlin und des gewaltsamen Todes Benno Ohnesorgs. Die beiden Kreativen legten dabei größtmöglichen Wert auf eine realitätsnahe Schilderung. So drehten sie die Szenen vor der Deutschen Oper, im Audimax der Technischen Universität Berlins sowie einige Aufnahmen im Gefängnis Stuttgart-Stammheim an Originalschauplätzen. Die Dialoge basieren, soweit möglich, auf überlieferten Gesprächen und für das Setdesign wurde auf Originalfotos zurückgegriffen. Zusammen mit der Kostümarbeit (Birgit Missal) und der manchmal etwas klischeehaften Musikauswahl, wird ein stimmiges Bild der 70er Jahre gezeichnet. Auch bei der Auswahl der Schauspieler legte man nicht nur Wert auf deren Fähigkeiten, sondern auch auf äußerliche Ähnlichkeiten mit den betreffenden Figuren. So liest sich die Besetzungsliste wie das Who-is-Who der deutschsprachigen Schauspielgrößen, angefangen bei Moritz Bleibtreu über Martina Gedeck, Alexandra Maria Lara und Hannah Herzsprung, bis zu Heino Ferch und Bruno Ganz.

    Da selbst eine Laufzeit von zweieinhalb Stunden nicht ausreicht die Fülle an Ereignissen, Personen und Hintergründe in ihrer Gänze zu erfassen, konzentriert sich der Film auf wesentliche Wendepunkte. Dies führt allerdings ab und zu zu unlogisch erscheinenden Verkürzungen. Deutlich wird dies z.B. wenn sich die Angeklagten im Stammheim-Prozess über ihre Isolationshaft vor Gericht beschweren, die direkt nachfolgende Szene aber Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) und Ulrike Meinhof (Gedeck) gemeinsam in einer Gefängniszelle zeigt. Auch die Motivation einzelner Protagonisten wird mehr behauptet, als erzählt. Gerade die Figur des Andreas Baaders wirkt trotz des intensiven Spiels Bleibtreus weitgehend blass. Und auch wenn er tatsächlich nicht viel mehr war als der Egomane, der sich in der Rolle des chauvinistischen aber coolen Outlaws gefiel, als der er in “Der Baader Meinhof Komplex” gezeigt wird, bleibt dadurch die Faszination, die Baader nicht nur auf seine engsten Begleiter ausübte sowie sein späterer Weg in letzter tödlicher Konsequenz nur schwer nachvollziehbar.

    Die Filmemacher verzichten in ihrer schnellen Aneinanderreihung von Episoden – Eichinger spricht von einer “Fetzendramaturgie” – bewusst auf eine Wertung und Analyse. Durch die filmische Form bringen sie einem neuen, jungen Publikum, das allerdings über einen gewissen Grad an thematischer Vorbildung verfügen sollte, die Dekade von 1967 bis 1977 nahe. Technisch und schauspielerisch auf hohem Niveau geht diese atemlos inszenierte Terrorchronik berechtigt für Deutschland ins Rennen um die diesjährige Oscarnominierung.

    Edel und Eichinger schufen einen Film, der, 31 Jahre nach dem Deutschen Herbst, den deutschen Kinoherbst mit dominieren wird. Dass Zuschauer wie 1986 bei Reinhard Hauffs “Stammheim”, nach einem Drehbuch von Stefan Aust, die Filmvorführungen mit Filmrollenklau und Buttersäureangriffen begleiten, müssen sie allerdings nicht fürchten. Dafür polarisieren sie – bewusst – zu wenig. Aber vielleicht sagt dies auch mehr über die heutige Zeit, als über diesen längst überfälligen Film aus. mahe.

Darsteller und Crew

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Der Baader Meinhof Komplex"

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