Das Schwein von Gaza (2011)

Originaltitel: Le cochon de Gaza
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Das Schwein von Gaza: Tragikomödie um die irrwitzige Odyssee eines palästinensischen Fischers, der ein Schwein aus dem Meer fischt und versucht, es zu verkaufen. Nicht leicht in einem Gebiet, in dem die verfeindeten Moslems und Juden Schweine als unrein betrachten.

Einem Fischer vom Gazastreifen gerät ein schwarzes Schwein ins Netz. Damit gehen die Probleme los. Borstenvieh gilt bei Moslems und Juden als unrein. Der Verkauf des lästigen Tieres an einen UN-Beamten oder der Todesschuss mit der Kalaschnikov misslingen. Und die Israelis wollen nur das Sperma zu künstlichen Befruchtung, bald rollt der Schekel. Als die Islamisten Wind von der Sache kriegen, zwingen sie den armen Mann samt quiekender Begleitung zu einer tödlichen Mission.

Ein palästinensischer Fischer fischt ein Schwein aus dem Meer und versucht, es zu verkaufen – und gerät damit zwischen die Fronten. Groteske und hoffnungsvolle Komödie, die von den Absurditäten auf Seiten der Palästinenser wie der Israeli lebt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein vom Pech verfolgter Fischer und ein unerwünschtes Schwein auf irrwitzige Odyssee durch den Gazastreifen.

    Der Gazastreifen und Komödie, das passt zusammen wie Feuer und Wasser. Vielleicht funktioniert diese ungewohnte Kombination auch nur, weil der französische Schriftsteller und Journalist Sylvain Estibal unbekümmert und ohne Sympathie nur für die eine oder andere Seite und beherzt das brisante Thema angeht. Er greift es nicht mit Larmoyanz, gegenseitigen Schuldzuweisungen oder erhobenen Zeigefinger auf, sondern witzig und mit immenser Menschlichkeit.

    Jaffar, ein palästinensischer Fischer, fängt höchstens ein paar Sardinen und schlägt sich so durch. Bis ihm nach einem Sturm ein schwarzes Schwein ins Netz geht. Damit gehen die Probleme aber erst richtig los, gelten die Viecher doch als unrein, bei den Palästinensern wie Israelis. Nichts haut hin – weder der Verkauf des Tieres an einen deutschen UN-Beamten noch der Todesschuss mit der Kalaschnikov. Als Jaffar hört, dass die Israelis Schweine züchten, versucht er das quiekende Etwas an eine russisch-jüdische Siedlerin zu verkaufen. Die will aber nur das Sperma zur künstlichen Befruchtung. Mit Viagra und einer Pin-up-Galerie von schicken Schweinedamen kommt das Tier in Hochstimmung, bald rollt der Schekel. Leider kriegen die Islamisten bald Wind von der Sache und zwingen Mann und behaarten Begleiter zu einer tödlichen Mission.

    Der Film lebt von den Absurditäten auf Seiten der Palästinenser wie der Israelis. Passend dazu wird das Schwein zur Friedenstaube. Da halten die Israelis das unreine Borstenvieh zum Aufspüren von Sprengstoff, damit es den heiligen Boden nicht berührt, wird es auf Holzbrettern gehalten oder kriegt auch schon mal Socken angezogen. Scheinheiliger geht’s nicht. Der auf dem Dach stationierte israelische Soldat guckt genauso gerne Telenovelas wie Jaffars Frau, darüber entspinnt sich sogar ein Gespräch. Die Ähnlichkeiten zwischen den verfeindeten Gruppen sind größer als die Unterschiede. Estibal verschleiert nicht die Gewalt, sei es die von der israelischen Armee oder die von den menschenverachtenden Djihadisten. Die Opfer sind immer die Menschen, die eigentlich nur in Frieden leben wollen. Die Form der Farce erlaubt einen sich sukzessive steigernden Surrealismus, die politischen Aspekte kommen ganz nebenbei zur Geltung – im Bild eines gefällten Olivenbaums, in der Räumung der Siedlung, in der Aufnahme eines lächerlichen Bekennervideos. Über allem schwebt ein leichter Humor und eine zarte Poesie mit einer hoffnungsvollen Vision am Ende. mk.

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