Das Salz der Erde (2014)

Originaltitel: The Salt of the Earth
Das Salz der Erde Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Salz der Erde: Intensives Porträt des und Hommage an den Meister der Sozialfotografie Sebastião Salgado aus der Sicht seines Sohnes Juliano und der seines Bewunderers Wim Wenders.

Das Werk des mittlerweile 70-jährigen weltberühmten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist geprägt von Empathie. Wie kein anderer legt er Zeugnis ab vom menschlichen Leid. Seine rauen Schwarz-Weiß-Bilder von den Krisengebieten der Welt, etwa der Hungerkatastrophe in der Sahel Zone, dem Genozid in Ruanda oder den Arbeitsbedingungen in einer brasilianischen Goldmine gingen um die Welt. Bis er, an seiner Belastungsgrenze angekommen, einen Schlussstrich zog und Fauna, Flora und Umweltschutz ins Zentrum seiner Arbeit rückte.

Zeit seines Lebens hält Sebastiao Salgado das Leid der Welt mit der Kamera fest, bis er beschließt, endlich etwas zu tun. Intensives Porträt des Fotografen aus der Sicht seines Sohnes und der seines Bewunderers Wim Wenders.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der Fotograf Sebastiao Salgado ist ein Chronist des Weltgeschehens, und zwar an Orten, die sonst nicht ins Blickfeld der westlichen Wohlstandsgesellschaft gelangen. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien erscheinen seit den 1970er Jahren in Printmedien, Bildbänden und werden auf Ausstellungen gezeigt - 2015 auch in Berlin und München. Im Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" rekapituliert der Regisseur Wim Wenders ("Pina", "Don´t Come Knocking") gemeinsam mit Salgados Sohn Juliano Ribeiro die verschiedenen Projekte des Künstlers und Zeitzeugen. Der Fotograf selbst nimmt ausführlich Stellung zu seiner Motivation und erzählt über die Erlebnisse, die hinter seinen Bildern stehen. Dem bewegenden Film geht es nicht nur um die Ausdruckskraft der Fotografie an sich, sondern um das Entdecken neuer Wahrheiten über die Welt und ihre Menschen.

    Salgado lebte mit Eingeborenen in den Wäldern Südamerikas und Indonesiens, studierte den Alltag der Armen im Nordosten Brasiliens. In jüngster Zeit suchte er die Nähe zur Natur und ihrer Tierwelt. Die Familie Salgado bekämpfte auch die Bodenerosion auf ihrer brasilianischen Farm mit einem Umweltprojekt, bei dem sie den Regenwald mit über zwei Millionen einzelnen Bäumen wieder aufforstete. Auch davon berichtet der Film, aber im Mittelpunkt stehen die Fotografien, die Zeugnis ablegen von Hungersnöten und von ethnischen Säuberungen in Ruanda, in Jugoslawien. Man sieht in Gesichter von Menschen, deren Sprache nicht geschaffen wurde für all die Grausamkeit, die sie erleiden. Aus den Fotografien spricht auch die Erkenntnis, dass solche Katastrophen sich allzu oft über Jahre hinziehen, weil die Weltöffentlichkeit nicht hinschaut.

    Der Part, den Wenders filmt, ist in Schwarz-Weiß gehalten, wie die Fotografien. Der Sohn filmt in Farbe. Auch dieser Wechsel des Bildmaterials führt eindrucksvoll vor Augen, wie verschieden die Dinge wirken, je nachdem, wie sie präsentiert werden. Gerade auch in seinen schweren Passagen ist dieser so aussagekräftige Film ein Bekenntnis zur Widerstandskraft des Lebens.

    Fazit: Wim Wenders präsentiert in dem bewegenden Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" das Lebenswerk des brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado, dessen Bilder den Erfahrungshorizont der Wohlstandsgesellschaft weit hinter sich lassen.
  • Ein Blick auf Leben und Werk des weltberühmten Fotografen Sebastião Salgado, von Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado mit minimalen filmischen Mitteln intensiv inszeniert.

    Eine Hommage, für die die Filmemacher in Cannes mit minutenlangen Ovationen gefeiert wurden. Zu recht. Denn klug fahren Wenders und sein Koregisseur Juliano Ribeiro Salgado die filmischen Mittel auf ein Minimum zurück, stellen das beeindruckende Lebenswerks des Meisters der Sozialfotografie in den Mittelpunkt. Ein Werk, das sich dem Betrachter ganz neu offenbart. Sie lassen die Fotos für sich sprechen – und den Fotografen zum Zuschauer: Aus einem “dark room” heraus mit Hilfe eines halbdurchlässigen Spiegels gefilmt, wird in das Gesicht des Künstlers überblendet, spricht Salgado aus seinen Bildern heraus in die Kamera. Ein intensives, intimes Erleben. Das raue, unmittelbare Schwarz-Weiß seiner Fotos kommt Wenders, selbst Fotograf und Leica-Fan, entgegen, er greift es auch im Interview-Footage auf.

    Julian Ribeiro Salgado begleitete den Vater bei seinen letzten Reisen, die Vater-Sohn-Beziehung verleiht der Doku eine weitere Dimension. Die Fotos der Reisen ins Herz der Finsternis wählten Wenders und Salgado gemeinsam aus. Sie erzählen mehr als tausend Worte von den Brennpunkten der Welt, der Hungerkatastrophe in der Sahel Zone, dem Genozid in Ruanda oder, eines seiner berühmtesten Fotos, von den Arbeitsbedingungen in einer brasilianischen Goldmine.

    Salgados fotojournalistische Arbeit ist geprägt von Mitgefühl und Humanismus. Er lebte mit den Menschen, die er fotografierte, ließ ihnen ihre Würde und gab ihnen eine Stimme, drei Jahrzehnte lang, bis er selbst seine Belastungsgrenze überschritten hatte. Nach einer Pause erfand sich der Mann, der nie die Kamera aus der Hand legt, neu, fotografierte Pflanzen und Tiere, entdeckte bedrohte, vergessene Landschaften. Nachdem er lange Chronist des Elends war, richtete Salgado jetzt den Blick auf die Schönheiten und Wunder der Erde, begann sein Tribute to the Earth-Projekt “Genesis”. Und gründete, gemeinsam mit seiner Frau Lélia, das ökologische Instituto Terra auf der brasilianischen Ranch der Familie, wo der durch Abholzung zerstörte Regenwald nach und nach wieder aufgeforstet wird.

    Salgado bei den Prozessen, die seine Arbeit ausmachen, zuzuschauen, seinen Überzeugungen zuzuhören – teils unterlegt mit Ethno-Rhythmen, die gut zu den Bildern passen – die Kraft zu spüren, die sie ihn gekostet haben, das gehörte zu den intensivsten Kino-Erfahrungen, die 2014 in Cannes zu machen waren. boe.
  • Mein Beruf ist der des Videothekars. Ich sehe mir die Kunstwerke anderer an und geniesse sie. Meine liebste Filme empfehle ich den Kunden, auf dass sie genauso begeistert reagieren! Wim Wenders hat denselben Job, indem er uns den Fotografen Sebastiao Salgado nahe bringt: Er hat sich durch den Dschungel, im Eis fotografiert und in der Dürre der Sahelzone. Er hat Feuerwehrleute in den brennenden Ölfedern Kuweits aufgenommen und die Opfer des Massakers in Ruanda. Die Fotoserien des Brasilianers Sebastiao Salgado tauchen ein in die politischen Krisenherde der Welt: Ausbeutung, Vertreibung, Unterdrückung, Flucht. Das Salz der Erde fängt mit solchen Bildern an: Wir sehen Goldgräber in einer brasilianischen Mine. Aus der Distanz bilden Hunderte von Männern ein Ornament, aus der Nähe sehen wir ihre ärmliche Kleidung und ihre Erschöpfung. Das Foto begründet Salgados Ruf als Social Fotographer. Wim Wenders drehte seine Doku gemeinsam mit Salgados ältestem Sohn Juliano Ribeiro als Verbeugung vor dem Lebenswerk des Künstlers. Die Biographie dient dazu, die Fotos zu erden (und deshalb berichtet Wenders auch nur das Nötigste). Das Herz dieser Dokumentation aber ist die atemberaubende Montage, die Salgados Bilder zusammenfasst. Salgado ist umstritten, man warf ihm Elends-Glamour vor. Es ist offensichtlich, dass Wenders diese Kritik nicht teilt, sondern Ehrfurcht, ja Liebe für Deslgados Kunst empfindet. Wie bringt man das Publikum dazu, hinzuschauen auf das Elend der Verdammten der Erde? Salgado versucht es durch Lyrik, durch Stilisierung. Es reisst die Verhundernden, die Sterbenden aus dem Zusammenhang der Nachrichten und macht sie gross. Irgendwann ist Salgado zusammengebrochen. Nun hat er aus dem Anwesen seiner Familie einen Nationalpark gemacht und sucht nach der Schönheit von Mensch und Natur. Nicht in einem esotherischen Sinne, sondern darin, wie der Mensch die Natur ausbeutet. Wie er sich von sich selbst entfernt hat. Wim Wenders hat mal einen Film gemacht, in dem ein Mann aus der Wüste kommt und nicht mehr weiss, wer er ist. Weitere interessante Dokus über Kunst und Fotografie in unserer Film List auf cinegeek.de
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