Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte (2013)

Filmhandlung und Hintergrund

Angenehm altmodischer Kinderfilm mit DEFA-Patina, aber zeitgemäßem Wortwitz und sehr viel Südtiroler Heimatfilm-Kolorit – nach einem Bilderbuch von Susanne Straßer.

Weniger digitaler Disney-Firlefanz als klassisches Erzählkino in der Tradition von Werken wie “Drei Nüsse für Aschenbrödel”, die in den Siebzigerjahren in Koproduktion mit der DEFA und der Tschechoslowakei entstanden, ist das Regiedebüt des HFF-Absolventen Steffen Zacke. Freilich bezieht sich der angenehm altmodische Aspekt lediglich auf Ausstattung, Kostüme und Produktionsdesign – ansonsten weiß der Regisseur, Autor und Cutter der zeitgenössischen Vorlage des gleichnamigen Bilderbuches der aus Erding bei München stammenden Illustratorin Susanne Straßer durchaus gerecht zu werden. So unterfüttert Zacke die Geschichte einer jungen Prinzessin, die sich durch besonders unstandesgemäßes Verhalten auszeichnet und doch von allen nur geliebt werden will, mit frischen Dialogen, die authentisch und lebensnah klingen. Außerdem sorgt er immer wieder für situationskomische Sequenzen, die auch Menschen jenseits der Zielgruppe von Mädchen im Vor- und Grundschulalter zum Schmunzeln bringen. Besonders pfiffig sind auch kleine einfache Cartoons, in denen die Märchen (“Froschkönig”, “Rotkäppchen”, “Dornröschen” etc.), in denen Prinzessin Clara gerne vorkommen möchte, in abgewandelter Kurzform präsentiert werden. Diese liebevoll animierten Zeichnungen bringen Struktur in eine Handlung, die sich ansonsten weitgehend darauf beschränkt, das Bemühen der Protagonistin um Anerkennung zu dokumentieren. Diese wird von Hanna Merki verkörpert, die für den TV-Film “Das dunkle Nest” erstmals vor der Kamera stand, hier als Adelstochter mit zerzauster Pippi-Langstrumpf-Frisur eher blass bleibt und das Feld anderen überlässt, etwa Michael Kranz (“Das weiße Band”) als linkisch-liebenswertem Hofnarr Michel, Ferdinand Schmidt-Modrow als eitlem Prinz Pfauenherz oder der Südtirolerin Jasmin Barbara Mairhofer als gehässiger Schwester Quendolin. Neben weiteren Darstellern aus der Alpenregion wurde auch (zu drei Vierteln) im Südtiroler Klausen gedreht, was dem Märchenspaß eine dicke Heimatfilmnote verpasst. Zum Schluss gibt’s eine hippe Tanznummer zu einem Popsong von Ex-Kelly-Family-Member Maite: “So wie Du bist” gibt auch kleinen Prinzessinnen im Kinosaal die löbliche Botschaft mit auf den Nachhauseweg, dass man einfach so bleiben sollte wie man ist. lasso.

Die schusselige Prinzessin Clara lebt in einem kleinen Königreich, hat eine böse Schwester, die sie immer verpetzt, und einen gestrengen Vater, dem sie nichts recht machen kann. Eines Tages findet sie ein altes Märchenbuch und beschließt, all das zu tun, was Prinzessinnen in diesen Geschichten zu tun pflegen, in der Hoffnung, dadurch endlich beliebt und anerkannt zu werden. Obwohl Clara vom getreuen Hofnarren Michel tatkräftig unterstützt wird, geht der Plan gründlich schief, und die Königstochter muss umdisponieren.

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