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Das Mädchen, das die Seiten umblättert (2006)

Originaltitel: La tourneuse de pages
Das Mädchen, das die Seiten umblättert Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Mädchen, das die Seiten umblättert: Im Spannungsfeld von Erotik, Macht und Abhängigkeit geht eine junge Schönheit mit Engelsgesicht auf einen Rachefeldzug und zerstört eine Familie.

Mélanie Prouvost (Julie Richalet) kommt aus einfachen Verhältnissen und ist eine begabte Pianistin. Ihre Eltern (Jacques Bonnaffe, Christine Citti) und sie selbst wünschen sich eine Karriere im Konzertsaal. Doch ihr Lebenstraum findet ein jähes Ende. Beim Vorspiel bei der Aufnahmeprüfung am Musik-Konservatorium bringt sie die Jury-Vorsitzende Ariane Fouchecourt (Catherine Frot) mit ihrem Gehabe absichtlich aus dem Konzept. Sie wird abgelehnt. Zehn Jahre später bietet sich Mélanie (nun: Déborah François) die Chance zur Rache.

Mit großer Raffinesse und sexueller Spannung vollzogener Rachefeldzug im Bürgermilieu Claude Chabrols. Das klassische französische Kinostück verzaubert durch Präzision und Kühle, die dem feinen Arthaus-Thriller von Denis Dercourt außerordentlich gut stehen.

Praktikantin Melanie bietet ihrem Chef an, sich in den Ferien um dessen zehnjährigen Sohn zu kümmern. Im Landhaus der Familie wird sie bald auch Vertraute und Notenumblätterin der Hausherrin, einer Pianistin in der Krise. Eine Liaison mit katastrophalen Folgen, denn Melanie hat noch eine Rechnung mit der Künstlerin offen.

Die Praktikantin Melanie bietet ihrem Chef an, sich in den Ferien um dessen zehnjährigen Sohn zu kümmern. Im Landhaus der Familie wird sie bald auch Vertraute und Notenumblätterin der Hausherrin, einer Pianistin in der Krise, die unter starkem Lampenfieber leidet. Eine Liaison mit katastrophalen Folgen, denn Melanie hat noch eine Rechnung mit der Künstlerin offen, die sie einst ohne es zu ahnen um ihre Lebensträume brachte.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Suspensethriller um Rache im feinsinnigen Milieu der klassischen Musik: Aus einfachen, kontrastierenden Zutaten hat Regisseur und Drehbuchautor Denis Dercourt seinen Film „Das Mädchen, das die Seiten umblättert“ gebaut. Schon in der Einleitung schneidet er das feine Klavierspiel der Mädchenhände gegen Szenen, in denen ihr Vater in der Metzgerei Fleisch in Stücke hackt, und eine unheimliche Musik kündigt das Nahen des Bösen an. In den nächsten Minuten erfährt man, dass Mélanie schon als Kind eine grausame Ader hatte, ihren Vater liebte, und nach der Aufnahmeprüfung den Deckel des Instruments für immer schloss.

    Dercourt ist Lehrer für Bratsche und Kammermusik an einem französischen Konservatorium. Er erzählt davon, dass Lampenfieber oder minimalste Störungen in der Prüfungssituation über ganze Karrieren entscheiden können. Die schreckliche Nervosität vor dem Vorspielen, die große Zahl an begabten Konkurrenten setzt den Talenten zu und gebiert womöglich schwarze Fantasien in den Köpfen der Musiker, die zur Arbeit ihrer Hände nicht so ganz passen.

    Dabei war es nur ein dummer Zufall, dass mitten in Mélanies Vorspiel diese Autogrammjägerin platzte, und die Jurypräsidentin, um sie schnell wieder loszuwerden, stumm auf ihren Wunsch einging. Wahrscheinlich hätte sie nicht gedacht, dass sie dadurch ein hoffnungsvolles Klaviertalent zur Psychopathin macht, die vor dem Verlassen des Prüfungsgebäudes einer Konkurrentin den Klavierdeckel auf die Finger zu knallen versucht.

    Die Jurypräsidentin erkennt zehn Jahre später Mélanie nicht wieder, sie ahnt bis zum Schluss nicht einmal, wen sie sich da ins Haus geholt hat. Ariane fragt die unterkühlte Mélanie in der Küche, ob sie ihr beim wichtigen Radiokonzert die Noten umblättern will. Dabei fällt ihr Blick auf den gehäuteten Hasen, den Mélanie zerkleinert, aber das sagt ihr nichts. Schade, denn etwas wird sich der Regisseur schon dabei gedacht haben, dass er Mélanies Herkunft aus einer Metzgerfamilie so betont.

    Beim Radiokonzert zittert Ariane und Mélanie sitzt wachsam hinter ihr. Jetzt könnte sie die Noten zu schnell, oder zu langsam umblättern, und Arianes Karriere wäre beendet, der Film ein Kurzfilm geblieben. Doch nein, man erfährt noch mehr über den Umgangston in Frankreichs besseren Kreisen: Im Hause Arianes wird wenig und nur aus purer Höflichkeit geredet. Handlungsfäden werden gelegt, die nirgends hinführen, etwa, dass Mélanie auch dem armen Buben Tristan schaden will. Es ist nicht unbedingt ihre Vorhersagbarkeit, die diese Geschichte langweilig macht. Vielmehr ist sie von Anfang an zu dünn und wird auch im Verlauf nicht angereichert.

    Fazit: Pianistin vermasselt Schülerin die Aufnahmeprüfung: Zehn Jahre später folgt die Rache, aber sie dauert zu lange.
  • Im Spannungsfeld von Erotik, Macht und Abhängigkeit geht eine junge Schönheit mit Engelsgesicht auf einen ausgeklügelten Rachefeldzug und zerstört eine bürgerliche Familie.

    Auf den ersten Blick sieht Melanie aus, als könne sie kein Wässerchen trüben: zarte Figur, blonde Haare, adrette Kleidung, schüchternes Lächeln. Kein Wunder, dass ihr Chef das Angebot der Praktikantin annimmt, sich in den Ferien um den zehnjährigen Sohn zu kümmern. Als die junge Frau im Landhaus des arrivierten Paares ankommt, huscht schon eine seltsame Genugtuung über ihr Gesicht. Bald gewinnt sie das Vertrauen der Hausherrin, einer Pianistin in der Krise, die unter immer stärkerem Lampenfieber leidet und sie zu ihrer Notenumblätterin macht, sich ganz auf sie verlässt – auch bei dem für ihre Karriere wichtigen Konzert. Eine Entscheidung mit katastrophalen Folgen, denn Melanie hat noch eine Rechnung mit der Künstlerin offen. Als Zehnjährige träumte die Metzgertochter von Anerkennung am Piano und der Aufnahmeprüfung für das Konservatorium. Ein Traum, den die Jurypräsidentin, eben diese Pianistin, für immer zerstörte.

    Das Drama ist mit permanent unterschwelligem Suspense aufgebaut, das emotionale Fiasko vorauszuahnen, nur der Weg dahin bleibt bis zum Ende geheimnisvoll. Mit wenigen Blicken, Gesten und Andeutungen gelingt es Denis Dercourt die tiefe Verletzung eines Menschen empfinden zu lassen, wie auch durch systematische Zerstörung die Familienstruktur und -fassade der französischen Bourgeoisie aufzubrechen, die Eleganz suggeriert, aber in Wahrheit nur Verlorenheit spiegelt. Dabei verlässt er sich auf das in seiner Gegensätzlichkeit wunderbar harmonierende Schauspieler-Duo Catherine Frot und Déborah Francois, zwischen dem Anspannung und Anziehung sukzessive wächst. Bei diesem subtilen und in seiner Vieldeutigkeit verwirrenden Psychothriller über eine Rache geht es nicht direkt zum Ziel, sondern wie durch ein Labyrinth auf überraschenden Pfaden dem finalen Eklat zu. Der Sohn einer Klavierlehrerin und Professor am Konservatorium komponiert den Film wie eine Schicksalssinfonie, aggressive wie zärtliche Gefühle schlagen sich in der Klangwelt nieder, der Inhalt des Drehbuches bestimmte auch die Musikszenen, Kammermusik und Kameraarbeit ergänzen sich zu einem manipulativen Spiel, in dem es nur Verlierer geben kann. mk.

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