Das letzte Schweigen (2009)

Das letzte Schweigen Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Das letzte Schweigen: Düsteres Krimidrama nach der Romanvorlage von Jan Costin Wagner.

Ein Neubaugebiet: Die 13-jährige Sinikka verschwindet genau an der Stelle, an der vor 23 Jahren ein anderes Mädchen verschwand, das später vergewaltigt und ermordet aufgefunden wurde. Die Eltern von Sinikka sind verzweifelt, und auch die Mutter der vor Jahren getöteten Pia wird wieder vom Schmerz eingeholt. Im Fall ermittelt der psychisch angeschlagene David, der sich noch nicht vom Tod seiner Frau erholt hat. Er wird unterstützt vom pensionierten Exkollegen Krischan, der den Fall Pia nie aufklären konnte.

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Kritikerrezensionen

  • Mit rund einem Dutzend Stars adaptierte Baran bo Odar den zweiten Polizeiroman des hessischen Autors Jan Costin Wagner um den finnischen Kommissar Kimmo Joentaa, wobei er die Suche nach einem verschwundenen Mädchen von Finnland nach Deutschland verlegte. In gleichem Maße wie Ermittler Joentaa, hier David Jahn (Sebastian Bloomberg) genannt, steht jedoch Familienvater Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring) im Zentrum, der vor 23 Jahren am Mord eines anderen Mädchens durch Hausmeister Sommer (Ulrich Thomsen) beteiligt war.

    Es verwundet schon, dass ausgerechnet „Das Schweigen“ mehrere Adaptionen fand, denn abgesehen von ihren literarischen Qualitäten wird die düstere Verbrechensstudie weitgehend aus der Innenperspektive der Protagonisten geschildert, deren Schicksale hier miteinander verknüpft sind. Im Grunde lässt sich das Erzählprinzip im rein akustischen Medium leichter umsetzen. Neben der regulären, gekürzten Lesung durch Matthias Brandt existiert zudem ein einstündiges, prominent besetztes WDR-Hörspiel, wo man (wohl aus Zeitgründen) auf die Polizeirecherchen komplett verzichtete. Den Pornografieliebhaber und Kindermörder spricht hier Vadim Glowna, der sicherlich in der Verfilmung ebenso ein treffliches Täterprofil abgeliefert hätte, für die Rückblenden aber schon zu alt wäre. Davon abgesehen wirken auch Möhring und Thomsen, der inzwischen fast akzentfrei deutsch spricht, wohl kaum 23 Jahre gealtert, aber darüber lässt sich hinweg sehen.

    Zwar wurde „Das letzte Schweigen“ vom „Kleinen Fernsehspiel“ mitfinanziert, aber bei Baran bo Odars zweitem Langfilm handelt es sich keinesfalls um ein aufgeblasenes TV-Format, sondern um echtes Kino. Odar und sein talentierter Kameramann Nikolaus Summerer finden eindrucksvolle Bilder für die Ohnmacht der Ermittler und die um sich greifende Verzweiflung der Eltern. Mit wiederholten Kameraflügen über Wälder und Zeitlupeneinsatz unterstreichen sie die vergeblichen Suchanstrengungen und die unausrottbare Macht des Bösen, das stets von neuem zuschlagen kann. Dank starker Darsteller offenbart sich die schicksalhafte Verknüpfung der Biografien von Polizisten, Täter und Eltern der Opfer. Mehrere unglückliche Paarbeziehungen stehen sich gegenüber: die zwei Täter, die beiden verfeindeten Hauptermittler, Sinnikas Eltern in angespannter Beziehung sowie die beiden einsamen Seelen - Ex-Kommissar Mittich und Pias trauernde Mutter.

    Zwar setzt die gradlinigere Verfilmung weniger stark auf dem Bewusstseinstrom des schuldigen Mitwissers Friedrich, der von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird – ausgelöst etwa durch das Quietschen der Schaukel vor Sommers Wohnung oder Impressionen eines Kindes auf einem Trampolin. Trotz entscheidender Änderungen gegen Ende, welche die Story noch düsterer erscheinen lassen, fängt die dramatische Story um Schuld und Sühne den Geist der Vorlage weitgehend getreu ein, übertreibt es aber gelegentlich mit Gefühlsausbrüchen.

    Hier bewies die sensibel-melancholische Vorlage wesentlich mehr Zurückhaltung. Angesichts der überzeugenden Besetzung, die Nuancen ihrer Charaktere trefflich auszuspielen vermag, wären stete Zornesregungen und Angiftungen nicht notwendig gewesen. Tiefpunkt stellt die finale, laute Auseinandersetzung des unter dem Tod seiner Frau leidenden Kommissars und seines von Oliver Stokowski verkörperten Antipoden dar, die wie in einem platten Fernsehkrimi mit Holzhammerdramaturgie ausfällt. Gerade davon wollte sich Baran bo Odar eigentlich absetzen. Zuvor bewies er schließlich zu Genüge sein Gespür für großes Kino. Bleibt zu hoffen, dass er künftig diese Linie fortsetzen kann und nicht wie Dutzende von Kollegen sein Dasein beim ARD-„Tatort“ fristen wird.

    Fazit: Dicht inszenierte Kombination aus Polizei- und Psychothriller mit einigen überzogenen Einlagen.
  • Mit einem düsteren Krimi-Drama mit hervorragender Ensembleleistung gibt Baran Bo Odar sein Langfilmregiedebüt.

    Ein Neubaugebiet im Sommer: Die 13-jährige Sinikka verschwindet genau an der Stelle, an der vor 23 Jahren ein anderes Mädchen verschwand, das später vergewaltigt und ermordet aufgefunden wurde. Die Eltern (Roeland Wiesnekker, Karoline Eichhorn) von Sinikka sind verzweifelt, und auch die Mutter (Katrin Sass) der vor Jahren getöteten Pia wird wieder vom Schmerz eingeholt. Im Fall ermittelt der psychisch angeschlagene David (Sebastian Blomberg), der sich noch nicht vom Tod seiner Frau erholt hat. Er wird unterstützt vom pensionierten Exkollegen Krischan (Burghart Klaußner), der den Fall Pia nie aufklären konnte. Auf dem Roman von Jan-Costin Wagner basierend verwebt Baran Ba Odar (Nachwuchspreise für sein mittellanges Drama “Unter der Sonne”) die Schicksale dieser Figuren und die der Täter (Wotan Wilke Möhring und Ulrich Thomsen) zu einem intensiven Ensembledrama, das seinen Darstellern die Möglichkeit für starke Performances gibt. Vor allem hervor zu heben sind Klaußner und Saß, die in ihrer Präsenz überzeugen und Wotan Wilke Möhring, der in einer ungewöhnlichen Rolle als schuldgeplagter Mittäter mit nuancierter Darstellung überrascht. Stimmungsvolle Landschaftsbilder etwa von gelben Kornfeldern im Wind von Nikolaus Summerer bilden oft einen Gegenpol und ein gelungener Soundtrack untermalt die Dramatik und Tragik der Geschichte, in der nur Oliver Stokowski als sturer Polizeichef für einen Hauch von Humor sorgt. Baran Bo Odar ist viel mehr an der Psychologie der Figuren interessiert denn an einem klassischen stringenten Krimiplot. Er wertet die Aktionen seiner Figuren nicht, schildert sie nur und ihrer verschiedenen Herangehensweise an Trauer mit größtmöglicher Ehrlichkeit. Nicht alle Handlungsentwicklungen mögen zwingend sein, aber diese Filmfest München Premiere ist insgesamt eine vielversprechende Arbeit – gerade auch im Hinblick auf den mutigen Schluss. Die Macher sollte man im Auge behalten. hai.

Darsteller und Crew

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