Das Leben ist eine Baustelle (1997)

Das Leben ist eine Baustelle Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Das Leben ist eine Baustelle: Einfühlsame, moderne Großstadtballade und unmögliche Lovestory im Berlin der Neunziger Jahre.

Jan lernt Vera kennen, als er zufällig in eine Straßenschlacht gerät und das Mädchen vor zwei Zivilpolizisten verteidigt. Eine Nacht mit Folgen: Jan verliert seinen Job, erhält eine Geldstrafe. Alles Kopfzerbrechen tritt in den Hintergrund, wenn er seine Zeit mit Vera verbringt. Dabei könnte das Glück nur temporär sein: Jan befürchtet, sich mit Aids infiziert zu haben, und Vera schleicht sich Nacht für Nacht aus dem Bett und bleibt jede Erklärung für ihr Verhalten schuldig.

Der junge Fleischer Jan gerät in Berlin in eine Straßenschlacht. Dabei lernt er die geheimnisvolle Vera kennen, die er gegen die anstürmenden Polizisten verteidigt. Eine Nacht mit fatalen Folgen. Denn am nächsten Tag ist Jan nicht nur seinen Job los, er erhält auch noch eine Geldstrafe. Immerhin bringt ihn die Zeit, die er mit seiner neuen Freundin Vera verbringt, auf andere Gedanken. Als ihm jedoch ein Mädchen, mit dem er einmal zusammen war, beichtet, daß es HIV-positiv ist, scheint Jans Leben endgültig aus den Fugen zu geraten.

Zufällig in eine Straßenschlacht geraten, lernt Fleischer Jan Vera kennen und verliebt sich in sie. Doch das junge Glück ist nur von kurzer Dauer. Jans Ex-Freundin beichtet ihm, daß sie HIV-positiv sei und Vera schleicht sich nachts heimlich aus dem Bett. Liebesgeschichte im Berlin der 90er Jahre mit Jürgen Vogel, von Wolfgang Becker einfühlsam erzählt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Wie schon X-Filme-Erstling “Stille Nacht” ist auch Wolfgang Beckers “Das Leben ist eine Baustelle” ein Film, der seine Liebe zum Kino offenherzig zur Schau trägt. Anders als Dani Levys formal exzellentes Selbstzerfleischungsdrama verliert sich der einzige deutsche Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale jedoch nicht in Verzweiflung und Selbstmitleid. Vielmehr überzeugt die Tragikomödie über die “Liebe in den Zeiten der Kohl-Ära” mit einem Tanz auf dem Vulkan Berlin, in dem auch Platz für Hoffnung und Glaube an die Zukunft ist.

    Nicht von ungefähr beginnt Wolfgang Beckers dritter Spielfilm mit einer Straßenschlacht: Sinnbild für eine in ihren Grundfesten erschütterten Welt. Zwischen patrollierenden Wasserwerfern und fliehenden Passanten treffen der Fleischer Jan und die geheimnisvolle Vera erstmals aufeinander. Um sie zu verteidigen, legt sich Jan nichtsahnend mit Zivilpolizisten an – und wird prompt zu einer hohen Geldstrafe verknackt. Damit nicht genug: Jan verliert seinen Job, muß erfahren, daß er sich bei einem One-Night-Stand Aids eingefangen haben könnte und findet zu allem Überfluß seinen Vater tot in dessen Wohnung – gestorben an Vereinsamung. Aufregend und voller Glück sind dagegen die Stunden mit der unberechenbaren, impulsiven Vera. Doch auch über der gemeinsamen Zukunft schweben Fragezeichen. Denn was soll Jan davon halten, daß Vera sich Abend für Abend davonschleicht, ohne ihm zu sagen, warum und wohin.

    Fernab hinlänglich aus deutschen Romantikkomödien jüngerer Vergangenheit bekannter Wohlstandsklischees betrachtet Wolfgang Becker seine Figuren bei ihren vorsichtigen Versuchen, mit dem Leben zurechtzukommen. Kleine Episoden, genau beobachtet, mit bescheidener Zurückhaltung inszeniert, fügen sich zu einer fragmentarischen Handlung, die nur zum Schluß ein wenig außer Tritt kommt, als man die Bemühungen bemerkt, die vielen angedachten Themen zufriedenstellend zu Ende zu bringen. Die ungewöhnliche Liebesgeschichte berührt durch ihre Intimität. Und wenn der Regisseur seinen Protagonisten ein Happy End schenkt (es ist ohnehin fragiler Natur: Nicht umsonst knarzt das Eis in der letzten Einstellung bedrohlich), dann ist das Ausdruck der Hoffnung, den Lebensmut trotz aller Tristesse nicht sinken zu lassen.

    “Das Leben ist eine Baustelle” ist ein schöner Film über das Leben im Berlin – die Mutter aller Baustellen! – kurz vor dem Jahrtausendwechsel. Das verdankt Becker nicht nur seinem präzisen Auge, sondern auch seinen sehr guten Schauspielern, allen voran Jürgen Vogel, diesmal nicht im Klaus-Kinski-Modus, als kompetenter Sympathieträger. Der notorische “Bad Guy” spielt seinen Jan mit überzeugenden Resultaten. Seine Unsicherheit und Ziellosigkeit wirken echt und ungeschminkt. An Vogels Seite wächst auch Christiane Paul über sich hinaus und beweist nach ihrem Filmdebüt “Workaholic”, daß man von ihr in der Zukunft mehr erwarten darf als nur ein hübsches Gesicht. Daß Wolfgang Beckers Streifzug durch die Straßen Berlins und durch das Leben einiger nicht auf der Sonnenseite hausender Menschen auf unschlüssiger Sinnsuche seine filmisch nächsten Verwandten in den Arbeiten der Briten Ken Loach und Mike Leigh hat, zeigt sich in der Wahl von “Riff Raff”-Darsteller Ricky Tomlinson für die Rolle des ewigen Teddyboys Buddy, der eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft mit Jan führt. Wie Loach und Leigh liebt Wolfgang Becker den Realismus, in dem Glück und Trauer, Humor und Tragik eng beieinander liegen: Daß es ihm gelungen ist, sie in seinem Film in einer Art Waffenstillstand Seite an Seite zu präsentieren, ist wohl das größte Plus dieser erfreulichen Überraschung. ts.

Darsteller und Crew

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