Das Geheimnis der Bäume (2013)

Filmhandlung und Hintergrund

“Die Reise der Pinguine”-Regisseur Luc Jacquet erklärt bildgewaltig die Wunderwelt des tropischen Regenwalds.

Eine Liebeserklärung an das grüne Biotop, gedreht in Peru, Gabun und – für einige Tieraufnahmen – einer französischen Vogelvoliere, unterbreitet der promovierte Zoologe Luc Jacquet, der für den Marsch der Kaiserpinguine 2006 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde und in Deutschland alle Zuschauerrekorde für Naturdokus brach. Sein nachfolgendes Tierabenteuer “Der Fuchs und das Mädchen” lief etwas unter Wert, aber diese erneute Reise zur Schönheit der Schöpfung, knüpft wieder an die Imposanz seines Millionenerfolgs an.

Basierend auf einer Idee des Botanikers Francis Hallé, begegnet man diesem zeichnend an einem Baumriesen. Als Erzähler wird er das Verschwinden der Regenwälder zu seinen Lebzeiten beklagen und leidenschaftlich die Geschichte einer Wiedergeburt präsentieren. Eine hochinformative Biologie-Stunde auf dem neuesten Stand der Forschung, die sich aber nicht nur auf die vielen in das Material eingearbeiteten Animationen beschränkt, sondern auch mit Aufnahmen beeindruckt: Eine minutenlange Kamerakranfahrt von der Wurzel bis zur Krone eines immensen Baumriesen verdeutlicht früh, wie Jacquet mit Panoramen aus der Vogelperspektive über dem grünen Baldachin bis hinein in die mikroskopische Welt der Insekten, speziell der Ameisen, zu faszinieren gedenkt.

Neben dem Urwald und seiner natürlichen Geräuschkulisse baut er dabei auf einen symphonischen Score, der von orchestral bis perkussiv alle Spielarten beherrscht, um sein Anliegen zu untermalen: von der Geburt bis zum Tod eines Baumgiganten die Rückkehr eines Paradieses zu feiern. 700 Jahre dauert es, bis aus Ödland wieder die gesamte Artenvielfalt dieses Lebensraums reift, zahlreiche aus dem Computer sprießende Triebe und Zeitrafferaufnahmen machen diese Prozesse höchst umfassend und wissensvermittelnd sichtbar. Den Wald als System zu begreifen und die Teile eines gigantischen Puzzles zusammenzusetzen – dies gelingt Jacquet, womit er Verständnis und Ehrfurcht lehrt, sich an einem so komplexen wie wunderbaren Gesamtorganismus nicht zu vergreifen. tk.

Als der Botaniker Francis Hallé vor Ort den Regenwald zeichnet, muss er dessen Verschwinden auf breiter Front in nicht einmal 50 Jahren feststellen. Ausgehend von einem Kahlschlaggebiet untersucht er nun den gesamten Zeitraum von 700 Jahren, den es benötigt, bis über mehrere Etappen von Baumpionieren und Sekundärwald der finale Primärwald mit all seinem pflanzlichen und tierischem Artenreichtum steht. Hallé setzt die Zyklen und Prozesse der Natur zusammen und schlüsselt die Kreisläufe von der Wurzel bis zur Baumkrone, von Insekten bis Elefanten akribisch auf.

Der Botaniker Francis Hallé forscht der Geschichte des Regenwaldes in erschöpfender Tiefe nach. Bildstarke Dokumentation über den Lebensraum Regenwald von “Die Reise der Pinguine”-Regisseur Luc Jacquet.

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