Darwins Alptraum (2004)

Originaltitel: Darwin's Nightmare
Darwins Alptraum Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Darwins Alptraum: Spannender, ausgezeichneter Dokumentarfilm um die Zusammenhänge zwischen Fischereiindustrie und Waffenhandel am Viktoriasee.

In den 60er Jahren kamen findige Experten auf die Idee, einen fremden Raubfisch namens Nilbarsch in den Viktoriasee in Ostafrika einzusetzen. Innerhalb von dreißig Jahren rottete der Nilbarsch alle anderen Arten im See aus und wurde selbst als fetter Speisefisch zur Grundlage einer regen Exportindustrie mit Zielrichtung Europa. Im Gegenzug kamen von dort Waffen für den Bürgerkrieg im Kongo, in Ruanda und anderswo zurück. Verdient haben am Fisch indes nur wenige Konzerne. Die Bevölkerung um den See herum blieb zu arm, um sich Nilbarsch leisten zu können. Dafür breitete sich Aids aus wie ein Flächenbrand.

Wie es ausgehen kann, wenn ein Entwicklungshilfeprojekt mal “Erfolg” hat, zeigt dieser ebenso niederschmetternde wie erhellende Dokumentarfilm des Österreichers Hubert Sauper aus der schönen neuen, globalisierten Wirtschaftswelt.

Seit den 60er Jahren ist der von Forschern im Viktoriasee ausgesetzte Nilbarsch ein weltweiter Exportschlager. Am Ufer des Sees ist im Zuge dessen ein verheerendes Bündnis aus Fischern, Politikern und Waffenhändlern entstanden: Die begehrten weißen Filets des Edelfisches werden bevorzugt gegen Munition für die herrschenden Bürgerkriege getauscht.

In den sechziger Jahren wurde am ostafrikanischen Viktoriasee der Nilbarsch ausgesetzt. Der Raubfisch schaffte es binnen weniger Jahrzehnte, rund 400 Fischarten auszurotten. Heute gelten die weißen Filets des Nilbarschs als weltweiter Exportschlager, der bevorzugt gegen Munition für die herrschenden Bürgerkriege getauscht wird. Nicht zuletzt deshalb tummeln sich am Viktoriasee einheimische Fischer, Agenten der Weltbank, heimatlose Straßenkinder, afrikanische Minister, EU-Kommissare, tansanische Prostituierte, russische Piloten.

Binnen weniger Jahrzehnte rottete der im Viktoriasee ausgesetzte Nilbarsch rund 400 Fischarten aus, und heute werden seine Filets gegen Munition für Bürgerkriege getauscht. Preisgekrönter, unbarmherziger Dokumentarfilm.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Dieser Film schmettert nieder. Ein Alptraum von einem Film. Hubert Saupers über vier Jahre entstandener Dokumentarfilm zeigt die Welt als Darwins Alptraum: Das Gesetz “der Stärkere überlebt” angewendet auf die Beziehung von Europäern und Afrikanern innerhalb der Globalisierung des Marktes, dem Nilbarsch und den restlichen Fischarten im Victoriasee, führt er in grausamen, kruden Bildern vor Augen.

    Nach einem fast poetischen Anfang, der Schatten eines Flugzeugs, der sich zu den Klängen eines traurigen, russischen Liedes als russisches Transportflugzeug entpuppt, konfrontiert Sauper mit der krassen, von Touristen nie gesehenen Realität um den Victoriasee in Tansania: Straßenkinder, die Klebstoff schnüffeln und sich um eine Hand voll Reis prügeln, junge Frauen, die sich für zehn Dollar die Nacht verkaufen, ein Wachmann, der mit vergifteten Pfeilen gewappnet, froh ist, den Job seines ermordeten Vorgängers bekommen zu haben und sich Krieg wünscht, weil er als Soldat besser bezahlt würde. Sauper zeigt Menschen, die die verwurmten Reste aus den Fischfabriken zu frittierten Fischköpfen als Nahrungsmittel für die Einheimischen “verarbeiten” und dabei krank werden. Der Nilbarsch wurde einst als “Experiment” im Victoriasee freigelassen und rottet seit dem die anderen Fischarten aus.

    Das Zynischste ist nicht etwa, dass tonnenweise Fischfilets nach Europa geflogen werden und nur Gräten den Einheimischen bleiben, sondern, dass das selbe Flugzeug, dass die Filets ausfliegt, Waffen einfliegt, wie einer der Hauptfiguren des Films, ein Crewmitglied des russischen Flugzeugs, schließlich mit Tränen in den Augen vor laufender Kamera zugibt, nachdem er es bei früheren Nachfragen immer wieder abgestritten hatte.

    Die Stärke des Autors, Regisseurs und Kameramanns in Personalunion ist, dass er dahin schaut, wo niemand hinsieht und damit auch den Zuschauer zwingt, sich mit Dingen auseinander zu setzen, die er sonst gerne ignorieren würde, und hartnäckig bleibt. Ob bei den Nachfragen bei der russischen Flugzeugcrew, dem Fischfabrikbesitzer oder den Prostituierten, deren Kollegin von einem Freier getötet wurde. So kitzelt er – wenn keine gesprochene Wahrheiten, doch zumindest echte Gefühle und Gesten heraus. Mit objektivem Journalismus hat das nichts zu tun, Sauper polemisiert wie Michael Moore, dessen Filme im Vergleich wie Schuljungenstreiche wirken. “Darwins Alptraum” wurde mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet und hat bereits auf etlichen Festivals weitweit einen tiefen Eindruck hinterlassen. hai.

Darsteller und Crew

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