Dark Shadows (2012)

Dark Shadows Poster
Nicht mehr im Kino.
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Kritikerwertung (6)
  1. Ø 2.2

Filmhandlung und Hintergrund

Dark Shadows: Johnny Depp als Vampir, der nach 200 Jahren Tiefschlaf in den Siebzigerjahren erwacht. Wunderbar schräger Tim Burton-Film!

Als Vampir Barnabas Collins nach 200 Jahren seinen Sarg verlässt, mischen sich in seiner Reaktion Staunen und Zorn. Die Welt der 1970er Jahre ist ihm so fremd wie seine letzten Nachkommen, die Frau aber, die jetzt den Ton in der Stadt angibt, so vertraut wie verhasst, weil sie, eine verführerische, aber eifersüchtige Hexe, einst seine große Liebe tötete und ihn zum Untoten machte. Kann Barnabas seiner zerrütteten Familie näherkommen und dabei die romantisch gestörte stalkende Zauberin auf Distanz halten?

Ein Vampir erwacht nach 200-jährigem Schlaf in den Siebzigerjahren und schweißt seine letzten Nachkommen wieder zu einer Familie zusammen. Komische Liebes- und Schauergeschichte über einen Vampir – die achte Zusammenarbeit von Johnny Depp und Tim Burton.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • „Dark Shadows“ ist typisch Tim Burton, inklusive einem fantastischen Produktionsdesign, Johnny Depp und Danny Elfman, nur fehlt halt einfach das Quentchen Seele, das aus dem besten „Addams Family“-Film aller Zeiten sowas grandioses wie „Batmans Rückkehr“ machen würde. Der erhoffte Knaller entpuppt sich als lediglich sehenswerte Retro-Geisterbahn. Die mit etwas gebremsten Erwartungen aber auf jeden Fall große Freude bereitet. Allerallermindestens wegen dem herrlichen Alice Cooper-Cameo zu den Klängen von „No more Mr. nice guy”. WORD!
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  • Quietschfidele Gruselseifenoper mit der Garantie zur Lavalampe und einem der charismatischsten Vampire aller Zeiten. Doch Burton und Depp hatten schon mehr Biss.
  • Der Vampir, was hat er in den letzten Jahren in unseren popkulturellen Phantasien nicht alles über sich ergehen lassen müssen: romantischer Lover in der "Twilight"-Filmreihe war er, ein zombiehaftes Killerwesen etwa in "Vampire Nation" oder ein obszönes Sinnbild des dunkles Abgrundes unter der bürgerlichen Gesellschaft in der Fernsehserie "True Blood". Das erste jedenfalls, das Barnabas nach seiner Auferstehung zu Gesicht bekommt, sind die goldenen Bögen des McDonalds-Zeichens.

    Für Regisseur Tim Burton ("Sleepy Hollow","Sweeney Todd"), der zumal mit Johnny Depp schon wunderbare Exzentriker und melancholische Außenseiter auf die Leinwand gebracht, muss Dan Curtis´ gleichnamige TV-Serie, auf der der Film "Dark Shadows" basiert, als ideales Ausgangsmaterial gelten: Welch ein Zusammenprall von Lebenswelten und Stilen! Welch abgedrehte Figuren! Welch Möglichkeiten, den Kitsch von ewiger Liebe und pompösem Herrenhaus ironisch zu unterlaufen, und: was für eine Chance, dem Tod mal wieder, aus purer Furcht freilich, herzhaft ins Gesicht zu lachen!

    Der Clou der Kinoversion besteht nun darin, dass die Serie bereits Ende der 60er-Jahre im amerikanischen Fernsehen lief und Drehbuchautor Seth Grahame-Smith darauf verzichtet hat, die Handlung in die Jetztzeit zu verlegen. So kann der große Nostalgiker Burton, der noch in jedem Monster das Kind entdeckte, gleich eine doppelte Retro-Strategie fahren: Er lässt in der Person des Barnabas eine vergangene Ära auf eine ebenfalls vergangene treffen - dass man es dann auch mit der historischen Akkuratesse nicht so genau nehmen muss, mag ein angenehmer Nebeneffekt gewesen sein.

    Carolyn (gespielt von Chloe Grace Moretz, die in „Let Me In“ noch selbst zur Ader ließ), die pubertierende Tocher der amtierenden Hausherrin Elizabeth (Michelle Pfeiffer) hat sich in dem nach typischer Burton-Art gotisch-verspielt gestalteten Anwesen der Collins ein quietschbuntes Teenager-Zimmer eingerichtet mit viel Rot, vor allem in den Lavalampen, die Barnabas als Blutgefäße missversteht. Wie kann man außerdem auf ein Wesen namens Alice Cooper stehen, auf ein derart hässliches Weib? Und überhaupt: "15 Jahre - und noch kein Gemahl?"

    Allzu viel mehr als Witzchen der laueren Art macht das Drehbuch aus seiner Konstellation nicht - die Andeutung etwa, dass in den 70er-Jahren der Siegeszug der Großkonzerne sich auch in der Provinz zu manifestieren begann, dient zu wenig mehr als einer weiteren Stilisierung des Barnabas als, hier womöglich sympathischem, Anachronismus. Überhaupt schienen Burton und Grahame-Smith nicht so recht zu wissen, was sie aus ihrer Hauptfigur machen wollten, die an so vielen Fronten antreten muss, dass sie droht, an keiner davon echte Konturen zu entwickeln: Barnabas kämpft mit der Gegenwart, gegen einen übersinnlichen Gegner und für die Liebe der Haushaltshilfe Victoria, in der er seine Josette wiedererkennt, der Vampir ist Gentleman, Identifikationsfigur, Mörder, Lustmolch und hegt gleichzeitig eine seltsame Sehnsucht nach der Menschlichkeit.

    So entsteht weniger das Bild eines komplexen, in sich ambivalenten Ganzen als vielmehr ein recht willkürliches Potpourri. Am meisten Spaß macht es immer noch, Johnny Depp bei einem seiner wirkungsvollsten Manierismen zuzusehen: Affektiert hebt er Augenbraue oder Lippe und charakterisiert damit viel stärker seine Figur als das Geschehen um diese herum. Und wie in einigen der großartig gestalteten Räume, die weitläufig und wuchtig, imposant und detailverliebt zugleich sind, allmählich Charme und Farbe abblättern wie im Gesicht der verbiesterten Elizabeth, das zeigt dann hin und wieder doch den Tim Burton, wie man ihn aus seinen stärksten Filmen kennt.

    Fazit: Die neueste Zusammenarbeit "Dark Shadows" von Tim Burton und Johnny Depp entwickelt durchaus ab und an die Momente morbid-schrägen Charmes, für die der Regisseur berühmt ist. Insgesamt aber scheinen viele erzählerische Ansätze nur halbherzig verfolgt.
  • Langsam drängt sich die Frage auf: Was ist mit Tim Burton passiert? Nach seinem blutig-faszinierenden Ausflug ins Musical-Fach mit Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street folgte der viel zu geradlinige Alice im Wunderland. Doch konnte man dessen Banalitäten noch auf den Produzenten Disney schieben, lässt Dark Shadows die Gründe für seinen flachen Plot unbeantwortet. Der Film plätschert hauptsächlich öde vor sich hin, während fast alle Gags nach bekannten Mustern funktionieren (Vampir schläft im Schrank und bittet die kleine Frau, aus dem Fernseher zu kommen, haha). Die verschiedenen Charaktere werden vollkommen verschenkt, mittendrin vergisst man sie hinter Johnny Depps Hauptfigur sogar völlig. Dabei kann nicht mal Burtons Lieblingsmime mit besonderer Leistung glänzen, hat man doch irgendwie alles schon mal von ihm gesehen. Auch die an sich bezaubernde Eva Green wirkt hin und wieder etwas hölzern, hat aber den insgesamt interessantesten Part, während die viel zu selten zu sehende Michelle Pfeiffer das darstellerische Highlight gibt. Einen guten Film macht das trotzdem nicht. Und einen guten Burton erst recht nicht!
  • In einer melancholischen Komödie beobachten Tim Burton und Johnny Depp, wie ein Vampir nach Jahrhunderten im Sarg seine Nachkommen und die 1970er Jahre entdeckt.

    Die achte Zusammenarbeit ist sichtbar den Sensibilitäten und kreativen Präferenzen des kongenialen Duos verpflichtet, ermöglicht Depp ein weiteres exzentrisches Exotenporträt und Burton die Rückkehr zum gothic Grusel von “Sleepy Hollow”, gekoppelt mit einer Liebeserklärung an romantische Seelen und ihren Platz im Leben suchende Außenseiter. Weil die gleichnamige Vorlage, die zwischen 1966 und 1971 täglich ausgestrahlte, von übernatürlichen Kreaturen bevölkerte Soap, deutschen Zuschauern unbekannt ist, muss “Dark Shadows” nostalgisch verklärte Puristen nicht fürchten, kann unbelastet nachweisen, dass der Hölle Zorn nichts gegen die Rache einer verschmähten Frau ist.

    Der Prolog enthüllt den wirtschaftlich-sozialen Aufstieg der englischen Auswandererfamilie Collins im Amerika des ausgehenden 18. Jahrhunderts und ihren Niedergang, als Sohn Barnabas (Depp) nicht den Körper, wohl aber die Liebeserklärungen der Magd Angelique (Eva Green) zurückweist. Die Reaktion der Dame, die sich als Hexe outet, fällt dramatisch aus, führt zum Tod von Barnabas’ wahrer Liebe und zu seiner Verwandlung in einen Vampir, der in einem verschlossenen Sarg entsorgt wird. Als Barnabas 1972 durch einen Zufall sein Gefängnis wieder verlassen kann, stößt er auf seine letzten entfernten Verwandten, die in seinem heruntergekommenen Anwesen wohnen, aber auch auf die unsterbliche Hexe, die sich unverändert von ihm besessen und damit verhaltensgestört zeigt.

    Mit seiner Star-Besetzung, erweitert durch Michelle Pfeiffer und Chloë Moretz, und einem bestechenden visuellen Gesamteindruck deutet “Dark Shadows” eine Größe an, mit der das Drehbuch nicht immer korrespondiert, wenn es sich auf die Dynamik zwischen Hexe und Vampir konzentriert, dafür das exotische Familienporträt etwas vernachlässigt wie auch die komischen Kollisionen des aus seiner Zeit gerissenen Vampirs mit der Späthippie-Ära nicht ausreizt. Obwohl sich Burton der Komödie nur zurückhaltend verschreiben, sein Film nie die “Addams Family” sein will, gibt es genügend Gags der schrägen Art, über die man sich amüsieren kann und für die Actionfans einen effektgeladenen Showdown, bei dem sich “Der Tod steht ihr gut” und “Der Rosen-Krieg” begegnen. Über allem aber thront Johnny Depp mit antiquiertem Sprachduktus, Kabuki-Make-up und theatralischem Gang – und ein romantisches Plädoyer für die Liebe, das selbst bösen Hexenherzen Vergebung verdienen lässt. kob.
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