Dame König As Spion (2011)

Originaltitel: Tinker Tailor Soldier Spy
Dame König As Spion Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Dame König As Spion: Agententhriller nach John Le Carrés Bestseller um einen pensionierten Topspion, der einen Maulwuf im Secret Service enttarnen soll.

Ein Maulwurf sorgt beim britischen Secret Service für Aufregung. Brisante Informationen landen seit Jahren beim sowjetischen Abwehrdienst KGB. Als man sich nicht mehr zu helfen weiß, wird der ehemalige Meisteragent George Smiley aus dem Ruhestand geholt, um den Maulwurf zu finden. Das erweist sich als überaus schwierig, denn man verweigert ihm den Zugang zu geheimen Dokumenten, und außerdem muss er seine Mission vor den Kollegen geheim halten – denn einer von ihnen ist der Verräter.

Ein pensionierter Topspion soll in geheimer Mission einen Maulwuf im Secret Service enttarnen. Agententhriller nach John Le Carrés Bestseller, das Thomas Alfredson als elegantes und anspielungsreiches Puzzlespiel anlegt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (3)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Film, der vor Konzentration fast zu implodieren droht. Besser werden Spionage-Thriller schlicht nicht mehr.
  • Ein Maulwurf sorgt beim britischen Secret Service für Aufregung. Brisante Informationen landen seit Jahren beim sowjetischen Abwehrdienst KGB. Der ehemalige Meisteragent George Smiley (Gary Oldman) wird aus dem Ruhestand geholt, um den Maulwurf zu finden. Kein leichtes Unterfangen, denn man verweigert ihm Zugang zu geheimen Dokumenten, und außerdem muss er seine Mission vor den Kollegen verbergen – denn einer von ihnen ist der Verräter. Furioser Agententhriller nach John Le Carrés berühmten Bestseller mit grandioser Star-Besetzung. Muss man sehen, ein Hit!
  • Die erste falsche Fährte dieses Films liegt in der Besetzung von John Hurt: Der Chef des innersten Kreises der britischen Spionageagentur, die nur der „Circus“ genannt wird, tritt auf, bringt den Stein ins Rollen – und stirbt dann unvermittelt. Die weitere Ausführung des Anti-Gegenspionage-Einsatzes übernehmen andere für ihn – deren Schauspieler nicht so bekannt sind wie Hurt.

    Einen Maulwurf müsse es in den eigenen Reihen geben, da ist er sich sicher, einen Doppelagenten, der der anderen Seite, den Russen, dem Großen Unbekannten namens Karla, zuarbeitet. Ein Einsatz in Budapest geht schief, die eigenen Reihen sind aufgerüttelt, man bekämpft sich gegenseitig, misstraut einander, bootet einander aus – weniger, um sich gegen die Feinde von außen zu schützen, als um die eigene Macht im Circus zu erweitern und zu zementieren. Doch dies ist kein Agententhriller, wie man ihn heutzutage erwarten würde: „Dame König As Spion“ ist ein im besten Sinne altmodischer Film.

    Was schon mit der Ausstattung beginnt – nicht nur, dass wir uns Anfang der 1970er befinden, mitten im Kalten Krieg, nein: Mobiliar, Einrichtung, Gerätschaften stammen alle aus noch viel früheren Zeiten, selbstverständlich: Wie sollte eine staatliche Behörde sich jährlich modernisieren, um auf dem neuesten Stand der Technik, des Stils, der Mode zu sein? Hier herrschen die konservativen Kräfte, deren Aufgabe es ist, den Status quo zu bewahren – Veränderung bedeutet Zugeständnisse an den Feind.

    Regisseur Thomas Alfredson blickt – ganz nah am Geist der Vorlage von John le Carré – hinter die Kulissen des Geheimdienstes, auf die Mechanismen, die dort wirken, auf die Impulse, die sich ergeben, auf die Wirkungen, die bestimmte Ursachen haben; auf das Handwerk des Spionagebeamten, der Aufklärungsbürokratie.

    Und er lässt diesen nüchternen, ernüchternden Blick auf die trockene Materie des Informationensammelns übergehen in spannende Episoden. In Budapest, ein arrangiertes Treffen mit einem möglichen Überläufer: eine Choreographie der Blicke, ein Duell der kleinen Gesten, eine Inszenierung des Misstrauens, des Lauerns, der wartenden Beobachtung und ausbrechenden Aktion. Stimmige Asynchronitäten des Zeitablaufs baut er in seinen Film ein, plötzliche Rückblenden, Störungen der erzählerischen Chronologie, um damit neue Perspektiven zu eröffnen, bestimmte Informationen zu offenbaren, die neue Gedanken – dem Zuschauer wie den Filmfiguren – ermöglichen.

    Man muss sehr genau aufpassen, um nichts Wichtiges zu verpassen, sehr dicht ist dieser Film, sehr komplex aufgebaut, mit komplizierten Figurenkonstellationen und verschachtelten Handlungsebenen: viele kleine Nebengeschichten strömen zusammen, viele Figuren mit jeweils eigener Agenda wirken aufeinander. Und dabei inszeniert Alfredson auf eine fast aufreizende Art entschleunigt, unaufgeregt; die Action geschieht sozusagen – zumeist – im Off.

    Ein Ensemble großartiger Charakterdarsteller unterstützen die leise, aber wirkungsvolle Inszenierungsweise; es spielt sich alles im Subtilen, im Subtext ab, im Milieu der Agenten kann jedes offene Wort schädlich sein, das hat man auch im Umgang mit den eigenen Leuten verinnerlicht. Der junge Benedict Cumberbatch und der alte Hase Gary Oldman auf der einen, das Direktorium des Circus auf der anderen Seite liefern sich einen Kampf, der meist hinterrücks geführt wird. Das ist spannend – doch für den Zuschauer auch recht anspruchsvoll, der eine Menge Handlungsfäden im Kopf behalten muss.

    Am Ende läuft das komplexe Netz aus Täuschung und Aufklärung, aus Wissen und Macht auf ein Whodunit-Plot hinaus – wer ist der Maulwurf in der Menagerie des Circus? (Und wo der Film zu Anfang durch die Besetzung eine falsche Fährte legte, da fällt er am Ende selbst auf das eigene Star-Casting herein.) Doch interessanter als das Rätsel der Handlung sind die Wirkungsweisen des Agentenhandwerks, die schon allein für sich viel Suspense bieten.

    Fazit: Spannender Spionagethriller; im besten Sinne altmodisch: nicht auf Action, sondern auf Charaktere bezogen, geht es um die inneren Mechanismen des Geheimdienstes, und weniger um den Kampf gegen einen externen Feind.
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