Conjuring - Die Heimsuchung (2013)

Originaltitel: The Conjuring
Conjuring - Die Heimsuchung Poster
Nicht mehr im Kino.
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  1. Ø 4
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Conjuring - Die Heimsuchung: Packender Horrorthriller vom Macher von "Saw" und "Insidious" um eine Familie, in deren Haus in Neuengland es spukt.

Ed und Lorraine Warren sind eigentlich abgebrühte Spezialisten für paranormale Geschehnisse. Doch was sie im abgelegenen Haus der Familie Perron erleben, macht auch ihnen Angst, treibt sie an ihre Grenzen. Die Perrons werden mit dem Grauen in ihren Träumen und in der Realität konfrontiert. Die bösen Geister wirken nicht nur auf die Psyche ein, sondern bald häufen sich auch physische Verletzungen. Ja, die Geisteraustreibung gerät zu einem lebensgefährlichen Unternehmen.

Zwei erfahrene Geisterjäger werden mit einem Schrecken konfrontiert, der auch sie an ihre Grenzen führt. Packender Horrorthriller von James Wan, der wie schon bei “Insidious” ausschließlich auf Grusel, Schocks und Spannung setzt.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (1)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit 70er-Jahre-Flair und einer zeitgemäßen Inszenierung lehrt James Wan dem Publikum das Fürchten.
  • “Saw”-Erfinder James Wan lehrt vier Schauspielhochkarätern in einem ungemein effektiven Haunted-House-Horror das Fürchten.

    Bevor sich Wan der siebten “Fast & Furious”-Rallye widmet, stöbert er in Amerikas paranormalen Siebzigerjahren, wo nach einem wahren Fall aus den Archiven der Warrens, den wohl renommiertesten Geisterjägern ihrer Zeit, ein Fluchhaus zwei Familien zum Verhängnis wird. Die Floskel “nichts für schwache Nerven” traf selten so zu wie auf den Story und Figuren ungewohnt ernst nehmenden Horrorthriller, der das Beste aus “Amityville Horror”-Geistern und “Exorzist”-Dämonen zu einem wahren Gänsehautpaket verschnürt. Neben formaler Vollendung wie einer famos mobilen Kamera sind es vier Charaktermimen, allen voran Lili Taylor, die emotional ungewohnte Tiefe erzeugen und sich mit dem furios orchestrierten Schrecken einen packenden Kampf um Leben und Seelen liefern.

    Längst hat sich “Saw”-Kerkermeister Wan von seinen Exzessen im Folterkeller emanzipiert, legt nach dem erfolgreichen “Insidious” sein ganzes Können in die Waagschale, um den Perrons (Ron Livingston und Lili Taylor) samt ihren fünf Töchtern den Einzug in ein Spukhaus New Englands in einen Alptraum zu verwandeln. Sterbende Tiere, die Entriegelung eines verborgenen Kellers, Schlafwandeln, Spieluhren, Hide & Clap: Eingetaucht in einen authentisch anmutenden, farbbleichen, leicht vergilbten 70er-Jahre-Look erzeugt Wan damit eine bedrohliche American-Gothic-Atmosphäre, die er ohne Hektik und Effekthascherei immer weiter verdichtet. Subtil-unheimliche Andeutungen der langsamen ersten Halbzeit beherrscht er ebenso wie herzangreifende Jump Scares, später nackten Terror mit furioser Montage, versierten Soundeffekten und ungewohnten Blickwinkeln.

    Als sich der Spuk an ihren Töchtern festsetzt, rufen die verängstigten Perrons die Warrens (Vera Farmiga und Patrick Wilson) zu Hilfe. Die rücken mit ihrem Team dem gefährlichen Geist mit Hi-Tech auf den Astralleib und müssen einen Laien-Exorzismus durchführen, während ihre eigene Tochter in den Bann einer im Prolog vorgestellten Dämonenpuppe gerät. Damit zitiert Wan sowohl den aktenkundigen “Annabelle Fall” als auch mit “Dead Silence” sich selbst, nimmt darüber hinaus Anleihen bei “Poltergeist”, “The Haunting” und sogar “Die Vögel”. Aber jedes Versatzstück wirkt frisch, die Bedrohung glaubhaft intensiv, die Nähe zu den Darstellerinnen fast intim, das familiäre Miteinander lebendig und alle Gefühle echt. Bis zum hochdramatischen Finale verdichtet Wan seine Ereignisse auf ein Level, das in dieser Saison kaum zu übertreffen sein wird, vermutlich selbst von seinem eigenen “Insidious”-Nachfolger nicht. Ein extraordinärer Nervenkitzel, bei dem das Blut gefriert.

    tk.
  • James Wan wurde mit der blutrünstigen Horrorserie "Saw" international bekannt, dessen erster Teil er im Jahr 2004 selbst inszenierte. Doch seine weiteren Werken in diesem Genre setzen eher auf sublimeren Schrecken. Stärker zielen seine Spukstoffe auf das Sounddesign, den Einsatz plötzlicher Musik und eine mit der Licht-/Dunkel-Dramaturgie arbeitenden Fotografie ab denn auf Ströme von Blut und abgetrennten Körperteilen. Nach dem unterschätzten, wenig beachteten "Dead Silence" (2007) und dem überschätzten, aber erfolgreichen "Insidious" (2011) beschreitet er mit "Conjuring - Die Heimsuchung" weiter den Pfad des Geisterthrillers.

    Über weite Strecken wirkt der in den Siebzigern angesiedelte, angeblich wahre Gruselstoff wie ein Genrehandbuch, das sich wie per Strichliste bemüht, kein populäres Element auszulassen: Im Prolog erscheint eine vom Bösen besessene Teufelspuppe (wie in "Dead Silence"), die mehrfach als Bedrohung auftaucht, ohne echte dramaturgische Bedeutung zu erlangen. Es gibt den unsichtbaren, widerspruchslos akzeptierten Spielkameraden eines kleinen Mädchens (wie in "Insidious"), den aus dem Nichts hüpfenden Ball im verhexten Keller (wie in Joe Dantes "The Hole", einem weiteren Horror-Sammelsurium) oder den an die Familie gebundenen Fluch, welcher auch durch einen Umzug nicht abgeschüttelt werden kann (wie in "Paranormal Acitvity" oder "Insidious"). Auch hier muss der Protagonist Ed Warren (Patrick Wilson aus "Insidious") ein früheres Trauma bekämpfen, was ihn besonders angreifbar erscheinen lässt.

    Statt des albernen Abstiegs ins Totenreich, der dem zuvor noch effektvollen "Insidious" schwer zusetzte, erfolgt im Finale ein waschechter Exorzismus mit allen nötigen Insignien, außer der verspuckten Bohnensuppe. Man merkt es dem Drehbuch also durchaus an, dass sich die Autoren Chad und Carey W. Hayes mit den Genre-Gesetzen bestens auskennen. Trotzdem wirkt ihr Drehbuch nicht wie Stückwerk, sondern aus einem Guss. Nach dem unheimlichen Prolog baut sich die düstere Mär um die Heimsuchung der glücklichen Familie langsam auf - als Gegenstück läuft im Fernsehen einmal der Comedy-Hit "Drei Mädchen und drei Jungen". Häufig enden Sequenzen mitten im Angriff auf einen der Charaktere, wodurch der Spannungsbogen weiter aufgeheizt wird.

    Mit nur wenigen, aber einprägsamen Szenen werden die Figuren hinreichend eingeführt, was sowohl die siebenköpfige Familie als auch die zu Hilfe eilenden "Ghostbusters" betrifft. Bei der Zeichnung des Spezialistenteams mit ihren für die Siebziger modernen Ermittlungsmethoden (bis hin zum bewährten Glöckchen an der Tür) kommt Regisseur Wan ohne die karikaturhaften Elemente des Vorläufers "Insidious" aus. Zudem werden die Spezialeffekte ökonomisch sinnvoll und nicht als Bombast-Overkill eingesetzt. Dazu fügt die Songauswahl des Soundtracks ("Season of the Witch") ironische Akzente bei. Mit dem auf Aufzeichnungen der realen "Dämonologen" Ed und Lorraine Warren basierenden PSI-Thriller hat James Wan dieses Mal (fast) alles richtig gemacht. Deshalb versprechen Teufelspuppe Annabelle und weiteren Memorabilien ihres Arbeitszimmers eine Fortsetzung, die nach dem US-Erfolg schon in Arbeit ist.

    Fazit: "Conjuring - Die Heimsuchung" liefert einen effektvollen Spuk- und Exorzismus-Thriller, der von seiner düsteren Atmosphäre und stilsicher gesetzten Schreckensmomenten lebt.
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