Citizenfour (2014)

Citizenfour Poster
Nicht mehr im Kino.
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Kritikerwertung (1)
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Filmhandlung und Hintergrund

Citizenfour: Dokumentation über den "Fall Edward Snowden". Inszeniert von Laura Poitras, einer engen Vertrauten des politisch Verfolgten.

In der Oscar-prämierten Dokumentation „Citizenfour“ erhalten die Zuschauer einen exklusiven Blick auf den Whistleblower Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen die Welt für immer veränderte. Bei „Citizenfour“ handelt es sich um den Nickname, den Snowden verwendete, als er sich das erste Mal an die Filmemacherin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald wendete. Das war im Frühjahr 2013, als die Welt noch nichts von den Machenschaften rund um die NSA wusste und viele Fakten noch um dunkeln lagen. Doch das sollte sich bald ändern.

Das erste Treffen zwischen Snowden und Poitras findet im Juni 2013 in Hong Kong statt. Snowden musste sich aus den USA abseilen, denn die Informationen, die er an die Weltöffentlichkeit brachte, waren so brisant, dass es nicht sicher gewesen wäre, dort zu verweilen. Der im Exil lebende Snowden löste durch die Enthüllungen über die Ausmaße von Überwachungs- und Spionagepraktiken der Geheimdiensten im Jahre 2013 die große NSA-Affäre aus, die uns noch bis heute verfolgt. „Citizenfour“ zeichnet die Ereignisse aus der Sicht Snowdens nach und ist hautnah dabei, wenn die brisanten Informationen veröffentlicht werden. Dann entwickelt sich der Film beinah zu einem spannenden Suspense-Thriller. Hier wird uns jedoch keine erfundene Geschichte präsentiert, sondern die Ereignisse schildern das wahre Leben.

Gleichzeitig bekommt der Zuschauer ein Gefühl für den Menschen Edward Snowden. Was ist seine Motivation? Was steckt dahinter und was will er mit diesen Enthüllungen erreichen? „Cititzenfour“ versucht darauf Antworten zu finden.

Regisseurin Laura Poitras konnte bereits durch ihre Oscar-nominierte Dokumentation „Irak – Mein fremdes Land“ und ihren investigativen Journalismus auf sich aufmerksam machen und nun gelang es ihr mit „Citizenfour“ endlich den Oscar entgegenzunehmen.

Videos und Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Laura Poitras hat Edward Snowden während der Tage seiner Enthüllungen in Hong Kong gefilmt. Geschichte wird geschrieben - aus nächster Nähe. Snowden hatte über den Codenamen Citizenfour Kontakt mit der Filmemacherin aufgenommen und Dokumente versprochen, die beweisen, wie die NSA ihre Bürger ausspioniert. Acht Tage lang lief die Kamera, während Snowden die Journalisten empfing. Alles gipfelt darin, wie er sich selbst vor der Öffentlichkeit offenbart. Ein vages Gefühl von Paranoia schlägt um in Gewissheit. Obwohl Poitras so dicht dran ist an den Ereignissen, wirkt sie eigentümlich distanziert, fast kühl. Wir sehen einen still handelnden Snowden, den sie mit aller Macht nicht zum Helden stilisieren will. Am Ende sind wir uns nicht einmal sicher, ob Snowden überhaupt ein Vorbild ist. Laura Poitras selbst wurde immer wieder überwacht un doch bleibt der Schrecken einer kafkaesken Welt hier aus. Ein Aufschrei? Ein Aufruf zum Widerstand? Aber: Kein Film, der so dringend gesehen werden muss. Keine Doku, in welcher der Filmemacher selbst Teil des Geschehens ist (hier wird Geschichte geschrieben!). Kein Film, der je so eine nationale Debatte gestartet hätte. Eine Tatsache uns der Film auf seine unaufgeregte Weise: Um die Dinge zu ändern, braucht es Bürger, welche ihre Regierungen ändern wollen. Die Filmemacher versuchen übrigens selbst, ihre Arbeit so offen zu legen, wie sie es von den Regierungen erwarten. Wir hoffen, dass Citizenfour die Kinos überrollen wird! mehr auf cinegeek.de
  • Faszinierender Doku-Thriller über Flucht und Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden.

    “Zu diesem Zeitpunkt kann ich dir nichts weiter anbieten außer meinem Wort. Ich bin ein hochrangiger Mitarbeiter der Geheimdienste”. Als die für ihre Kritik an den USA und deren “Kampf gegen den Terror” bekannte, inzwischen in Berlin lebende Dokumentarfilmerin Laura Poitras diese mit Citizenfour unterzeichnete Mail erhält, ahnt sie noch nicht, dass Edward Snowden hinter dem Pseudonym steckt. Bis zur ersten Begegnung in einem Hotelzimmer in Hongkong, dauert es fast zwanzig Minuten, in denen der US-Geheimdienstchef James Clapper ohne mit der Wimper zu zucken vor Gericht beteuert, die NSA habe “nicht wissentlich” Daten von Millionen Amerikanern gesammelt, der frühere NSA-Mitarbeiter William Binney das seit 9/11 flächendeckende Ausspionieren anprangert oder ein Hacker über die Vernetzung von Daten aufklärt. Alles Geplänkel, wie auch am Ende die Vorträge von Guardian-Journalist Glenn Greenwald auf Diskussionsforen. Das Herzstück bilden die achttägigen Gespräche mit Snowden im Juni 2013.

    George Orwell würde sich bestätigt fühlen. Da sitzt der schmale Mann wie verloren auf einem Hotelbett, und schockiert mit seinen Enthüllungen über die totale geheimdienstliche Überwachung der Welt, gibt Greenwald und dessen Kollegen Ewan MacAskill die ungeheuerlichsten Informationen über PRISM, das geheime U.S. Programm, mit dem die Regierung ungeniert in Nutzerdaten von Google, Yahoo, Facebook & Co. oder Telefongesellschaften herumschnüffelt. Die Veröffentlichungen im Guardian, Washington Post und auf CNN schlagen ein wie eine Bombe.

    Trotz räumlicher Nähe kommt Poitras in ihrem dritten Teil der Trilogie über die USA nach 9/11 dem Protagonisten nicht nahe. Wer dieser Snowdon wirklich ist, der betont “I am not the story” und konstatiert “Privacy is dead”, bleibt ein Rätsel. Nur manchmal ist hinter dem coolen Auftreten Unsicherheit zu spüren – beim sehnsuchtsvollen Blick vom 10. Stock auf die Stadt, beim Schrecken durch einen Feueralarm-Test, beim hektischen Hantieren an Telefon oder Laptop. Nach der Flucht in Putins Reich kommt der Hammer: In einem Moskauer Hotelzimmer kommunizieren Snowden und Glenn aus Vorsicht ganz altmodisch mit Papier und Zettel. Die News sind heiß, die Spur eines neuen Whistleblowers scheint direkt ins Weiße Haus zu führen. In diesem brisanten Kontext wird Merkels Handy nur zu einer kleinen Fußnote. mk.

Darsteller und Crew

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