Casino (1995)

Casino Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Casino: Dreistündige Meisterwerk über Aufstieg und Fall der Mafia in Las Vegas von Meisterregisseur Martin Scorsese.

Anfang der 1970er Jahre in Las Vegas soll der professionelle Spieler Sam „Ace“ Rothstein (Robert De Niro) vom Boss des Chicago Outfit, Remo Gaggi (Pasquale Cajano), die Leitung eines neuen Kasinos  übernehmen. Er soll für seine Bosse bei der italienischen Mafia den ständigen Geldfluss überwachen und dafür sorgen, dass es im Tangiers keine Schwierigkeiten gibt. Dabei bekommt er Unterstützung von seinem besten Freund, den hitzköpfigen Nicky Santoro (Joe Pesci), der für seine brutalen Methoden bekannt ist und Ace den Rücken freihalten soll. Alles läuft perfekt, bis eines Tages die atemberaubende Edel-Prostituierte Ginger McKenna (Sharon Stone) in sein Leben tritt und er sich in sie verliebt. Obwohl Ace genau weiß, dass sie noch immer an ihrem früheren Zuhälter Lester (James Woods) hängt und seine Gefühle nicht wirklich erwidert, kann er sich nicht von ihr lösen und verliert allmählich die Kontrolle über sein Leben. Nachdem die beiden geheiratet haben, verfällt Ginger Alkohol und Drogen, vernachlässigt die eigene Tochter und treibt schließlich einen Keil zwischen Ace und Nicky, der das gemeinsam aufgebaute Imperium bald zum Bröckeln bringt. Die Geschichte von „Casino“ ist zwar fiktiv, wurde aber von vielen tatsächlichen Begebenheiten und Charakteren inspiriert. Das Kasino, das der von Robert De Niro gespielte Ace leitet, entspricht dem ehemaligen Stardust-Kasino in Las Vegas. Das Attentat auf Ace und die grobe zeitliche Einordnung des Films orientieren sich lose am Leben des Casino-Managers Frank Rosenthal. Regisseur Martin Scorsese behauptet einen ehemaligen Berufskiller als Berater zugezogen zu haben. Der Film markiert die achte Zusammenarbeit zwischen Robert De Niro und dem Filmemacher.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • In einem dreistündigen Meisterwerk verfolgt Martin Scorsese Aufstieg und Fall der Mafia in Las Vegas. Nach “Casino”, dem bislang ambitioniertesten Projekt seiner Karriere, besteht kein Zweifel mehr, daß es in punkto Virtuosität kein Filmemacher mit dem Raging Bull aus New York aufnehmen kann. Im dritten Film seiner losen Crime-Trilogie über kleine Verbrecher und große Mobster vereinigt er erneut die “GoodFellas” Robert De Niro und Joe Pesci, um in einem Frontalangriff auf die Sinne vom Aufstieg und Fall der Mafia im Hexenkessel Las Vegas in den siebziger Jahren nicht einfach nur zu erzählen, sondern ihn vielmehr filmisch zu sezieren. Ein episches Unterfangen, für das Scorsese die Mean Streets der letzten Stadt aufsucht, in der der Geist des Wilden Westens noch lebendig ist, in der Outlaws und Glückssucher ihren American Dream träumen können. So unterschiedlich ihre Motive sein mögen, allen geht es darum die Casinobanken, egal wie, von ihren Reichtümern zu befreien. Um möglichst jedem noch so kleinen Detail von Nicholas Pileggis Tatsachenroman gerecht zu werden, wirft Scorsese sein gesamtes Können in die Waagschale: Nicht nur mit beeindruckenden Bildersequenzen hält der Regisseur den Zuschauer gefangen. Parallel wird Robert Richardsons bestechende Fotografie mit pausenlosen Voice Overs der Protagonisten und einem exquisit ausgewählten Rock-Soundtrack kommentiert und analysiert. Selten zuvor hat es ein Filmemacher gewagt, den Zuschauer einer derart exzessiven Informationsflut auszusetzen, deren schiere Last “Casino” ächzen läßt. Doch Scorseses manischer Einsatz zahlt sich aus: Die hypnotische Sinfonie von Korruption und Gier, die der Filmemacher als moderne Parabel auf Sodom und Gomorrha orchestriert, ist die filmische Entsprechung all dessen, wofür das Sündenbabel Las Vegas steht. Fast eine Stunde dauert das dokumentarisch präzise Exposé an, das den Zuschauer einstimmen und mit den drei Hauptfiguren vertraut machen soll. Erst nachdem Scorsese etabliert hat, wie mit Raffinesse die eigenen Kassen um Millionen erleichtert, die Tricks der Profi-Spieler aufgedeckt, die Politiker geschmiert werden, beginnt er die eigentliche Geschichte von “Casino” zu erzählen, eine blutbefleckte Ménage à trois über Liebe und Rache. Inmitten all des unermeßlichen Reichtums befinden sich Ace Rothstein, ein Spieler mit eiserner Disziplin, und der hitzköpfige Killer Nicky Santoro, als Handlanger des Mobs nach Las Vegas geschickt. Während Kontroll-Freak Ace die Leitung des (fiktiven) Tangiers-Casinos übernimmt und dafür Sorge trägt, daß der stete Geldfluß nicht unterbrochen wird, hält Nicky – oft mit unglaublicher Brutalität – Ace den Rücken frei. Es ist buchstäblich ein Gangsta’s Paradise, das sich die beiden errichten. Erst, als sich Ace in die ehemalige Prostituierte Ginger (Sharon Stone) verliebt, gerät das Königreich ins Wanken. Paranoia, Sucht und Hochmut besiegeln ihr Schicksal. Scorsese folgt dem tiefen Fall seiner drei Helden mit obsessiver Präzision. Wie immer in seinen Filmen sind die Schauspielleistungen brillant. Während De Niro und Pesci nie ihre Deckung sinken lassen, bildet Sharon Stones herausragende Darstellung der lebenssüchtigen Ginger (wunderbar eingeführt zu den Klängen von “Heart of Stone”) das emotionale Herzstück des Films. Sie zerbricht an Ace, Nicky und nicht zuletzt Las Vegas, hinter dessen glitzernder Kulisse Gewalt und die Gier nach Reichtum eine fatale Verbindung eingegangen sind. Noch nie wurde das so exakt herausgearbeitet wie in “Casino”. Und wenn am Schluß doch Wehmut über die vergangenen Tage mitschwingt, dann nur deshalb, weil das Las Vegas von heute längst zur überlebensgroßen Ausgabe von Disneyland verkommen ist – und Scorseses Herz insgeheim doch für die Wise Guys schlägt, so verrottet sie auch sein mögen. ts.

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