Boy A (2007)

Boy A Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Boy A: Sensibles, mehrfach ausgezeichnetes Drama um einen jungen Ex-Häftling, dessen Neuanfang von Sensationsmedien torpediert wird.

14 Jahre saß Eric (Andrew Garfield) wegen Mordes an einem kleinen Mädchen in Haft. Der Presse ist er nur als “Boy A” bekannt. Als er auf Bewährung frei kommt, will der 24-jährige ohne Medienrummel unter falschem Namen einen Neuanfang wagen. Unterstützt von seinem väterlichen Bewährungshelfer Terry (Peter Mullan), nimmt er einen Job als Lagerarbeiter an und verliebt sich in Michelle (Katie Lyons) – bis die Medien auf seine Spur kommen.

Eindringlich beschreibt die Romanverfilmung von John Crowley (“Intermission”), wie die Medienhysterie einem schüchternen Gewalttäter die Chance raubt, den Fehler seines Lebens hinter sich zu lassen. In dem vielfach ausgezeichnete Drama fesselt Newcomer Andrew Garfield.

Jack ist in der Presse als “Boy A” eine Bekanntheit: Mit zehn Jahren wurde er zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er ein kleines Mädchen getötet hat. Die ist nun abgelaufen. Um dem Medienrummel zu entkommen, nimmt er kurz nach seiner Entlassung eine neue Identität an. Zunächst scheint sich sein Leben langsam zu ordnen: Er heißt nun Eric, nimmt einen Job an und verliebt sich. Dann rettet er sogar einem kleinen Mädchen das Leben.

Als Kind nach dem Mord an einem kleinen Mädchen zu 14 Jahren Haft verurteilt, nimmt “Boy A” Jack nach seiner Entlassung eine neue Identität an. Hartes Drama um Resozialisierung und Medienhysterie von John Crowley (“Intermission”).

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Kritikerrezensionen

  • Hat nicht eigentlich jeder Mensch, der einen Fehler begangen hat eine zweite Chance verdient? Und wenn ja, was ist notwendig, damit sich aus der Chance ein neues Leben entwickeln kann? Dieser Frage geht der Film \"Boy A\" von John Crowley nach, indem er einen jugendlichen Straftäter in den Mittelpunkt stellt, der nach einem langen Gefängnisaufenthalt wieder in die Freiheit entlassen wird, um unter neuem Namen einen neuen Start ins Leben zu beginnen.

    In Rückblenden setzt sich fragmentarisch die Vergangenheit Erics/Jacks zusammen, ohne jedoch zu viel preiszugeben. Am Ende bleibt es der Fantasie des Zuschauers überlassen, das lückenhafte Puzzle zusammenzusetzen. Da man den Täter also zunächst nicht mit einer Tat in Verbindung bringen kann, begegnet man ihm unvoreingenommen und neugierig. Für Eric sieht die Sache hingegen anders aus. Er kennt seine Vergangenheit. Vor sich selbst kann er sie nicht verleugnen und die Lücke, die der Gefängnisaufenthalt in sein Leben geschlagen hat, ist groß.

    Den Ansprüchen Terrys kann Eric ebenso wenig genügen, wie seinen eigenen oder denen der Gesellschaft. Und so hat er von Anfang an kaum eine Chance. Schon als Kind leidet er unter Vernachlässigung durch die Eltern und Schlägen der Mitschüler. Der einzige Freund den er findet, ist selbst ein Gequälter, allerdings einer, der zurückschlägt und Eric auf diese Weise mit in den Abgrund reißt. Dass dann ausgerechnet die Rettung eines kleinen Mädchens zum entscheidenden Wendepunkt in Erics Leben wird, ist angesichts seiner Vergangenheit ein wenig zu melodramatisch. Fast könnte man glauben, das Ereignis finde bloß in seiner Fantasie statt, als Ausdruck des persönlichen Wunsches, die Vergangenheit endlich wieder zu relativieren.

    Trotz der positiven Entwicklung, die Erics Leben zu nehmen scheint, verströmt der Film ein ständiges Unbehagen. Entsättigte grobkörnige Bilder und nahezu leere Räume, in denen sich der junge Mann kaum heimisch fühlen kann, sorgen dafür, dass man nicht vergisst, ein Sozialdrama vor sich zu haben, das böse enden kann.

    Seine Gesellschaftskritik versteckt Crowley hinter harmlos erscheinenden Bildern. Was ist das zum Beispiel für eine Welt, in der angeklagte Kinder, deren Füße nicht einmal den Boden berühren, als das Böse schlechthin gebrandmarkt werden, das so lange wie möglich vom Rest der Gesellschaft weggesperrt gehört? Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie ein Strafvollzug aufgebaut ist, in dem es einem Jungen in zwölf langen Jahren nicht ermöglicht wird, das Trauma der Vergangenheit erfolgreich auf- und abzuarbeiten. Dabei versteht sich der Film selbst wohl als kleines Manifest gegen die Dämonisierung von Straftätern durch die Medien, wobei er am Ende zu einem wenig optimistischen Ausgang findet.

    Newcomer Andrew Garfield zeigt in der Hauptrolle eine beeindruckende Leistung. Doch auch die anderen Darsteller sind überzeugend in ihren Rollen. Ihrer gemeinsamen Leistung und der eindrücklichen Geschichte selbst ist es zu verdanken, dass es sich bei \"Boy A\" um einen Film handelt, der länger im Gedächtnis haften bleibt.

    Fazit: Ein Film, der die Dämonisierung von Straftätern infrage stellt und nicht zuletzt wegen seines beeindruckenden Hauptdarstellers lange im Gedächtnis haften bleibt.
  • Sensibles, mehrfach ausgezeichnetes Drama um einen jungen Exhäftling, dessen Neuanfang von Sensationsmedien torpediert wird.

    Gilt das Recht auf eine zweite Chance auch für einen jungen Mann, der als Kind ein kleines Mädchen ermordete? Da die Antwort darauf Nein lauten könnte, wird uns die Dimension des Verbrechens vorenthalten, bis wir uns mit dem 24-jährigen Eric (stark: Andrew Garfield, “Von Löwen und Lämmern”) identifiziert haben, der 14 Jahre Haft verbüßte – für eine Tat, die ihn in Albtraumbildern wohl lebenslang plagen wird. Sein väterlicher Bewährungshelfer Terry (Veteran Peter Mullan) rät ihm zu einem Identitätswechsel: Als “Jack” nimmt er einen Job an, lernt in dem Unternehmen Michelle (Katie Lyons) kennen, die seine erste Freundin wird. Er hat eine verlorene Jugend nachzuholen, tastet sich unsicher in die fremde Welt vor und ist dabei immer auf der Hut, entdeckt zu werden. Derweil starten die Medien eine Hasskampagne über den vermeintlich gemeingefährlichen Mörder. Rückblenden enthüllen, wie Mobbingopfer Eric (Alfie Owen spielt ihn als Kind) an einen falschen Freund geriet, Philip (Taylor Doherty). Der Totmacher wird als Anstifter geschildert, Eric als naiver, manipulierter Mitläufer. Zwar enthüllt Regisseur John Crowley den Tathergang am Ende, lässt die Frage nach der Schuld aber offen.

    In grau melierten, weichen Bildern von oft intimer Nähe und eindringlichem Realismus handelt er nach dem Roman von Jonathan Trigell die Resozialisierung eines Jugendgewalttäters ab – als bewusst kleiner Schauspielerfilm, der zeitweilig wie ein subtiler Thriller anmutet und einen schüchternen Milchbubi vorstellt, dem man niemals abnimmt, jemanden ermordet zu haben. Doch Jack trägt das furchtbare Geheimnis in sich und sehnt sich nach Erlösung. Dramaturgisch geschickt entblättert sich sein Stigma, der Ausschluss aus der Gesellschaft, die ihn, nur als “Boy A” bekannt, angeekelt als personifiziertes Böses für immer wegsperren will. Man kann anhand kurzer Erinnerungsfetzen nur vermuten, was für eine Hölle die Haft war, während der Philip starb. Einblick in die Psyche hat man in der Studie über einen Täter, der ein Opfer ist, nur indirekt. Als Jack einem kleinen Mädchen das Leben rettet, wird er als lokaler Held gefeiert, was die Gefahr, enttarnt zu werden, vergrößert. Stattdessen ist es eine beiläufige Unachtsamkeit von Terry, die Jack enttarnt. So grausam und fragil ist das Leben in diesem lange nachwirkenden, tragischen Drama.

    tk.

Darsteller und Crew

News und Stories

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  • Andrew Garfield ist der neue Spider-Man

    Nachfolger von Tobey Maguire als "Spider-Man" ist der 26-jährige Andrew Garfield. Er spielte bereits neben Heath Ledger, Robert Redford und Tom Cruise.

  • Senator Film: Drama "Boy A" im September 2009

    Senator Film kündigt “Boy A” für September 2009 auf DVD an. Das britische Jugenddrama von John Crowley handelt über den Jungen Jack (Andrew Garfield), der mit 24 Jahren nach einer 14jährigen Gefängnisstrafe freigelassen wird und nun versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Der mehrfach ausgezeichnete Kinofilm wurde auf dem Filmfestival Berlinale 2008 in der Sektion Panorama vorgestellt und wird am 18. September...

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