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Blöde Mütze! (2007)

Blöde Mütze! Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (2)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Blöde Mütze!: Realitätsnahe und liebevolle Geschichte um die Lebenswelt eines Zwölfjährigen zwischen erster Liebe, Rivalität und Freundschaft.

Als wohlbehüteter Zwölfjähriger führt Martin (Johann Hillmann) eigentlich ein ganz passables Leben. Das ändert sich jedoch mit dem Umzug ins verschlafene Bellbach, wo der schmächtige Junge mit einigen Veränderung klar kommen muss. Bei der gleichaltrigen Silke (Lea Eisleb) fühlt er ein seltsames Kribbeln im Bauch: Er hat sich zum ersten Mal verliebt. Leider hat Silkes aggressiver Freund Oliver (Konrad Baumann) einiges dagegen. Martin beginnt zu kämpfen.

Konsequent auf Augenhöhe eines Zwölfjährigen erzählt, nimmt sich der Jugendfilm nach dem Roman von Thomas Schmid dessen Problemen realitätsnah und liebevoll an. Johannes Schmid gewann mit seiner Geschichte von erster Liebe, Rivalität und Freundschaft den Kinder-Medien-Preis.

Als Martin mit seiner Mutter umzieht und in seine neue Klasse kommt, fallen besonders zwei Mitschüler auf: Zum einen die hübsche, extrovertierte Silke und zum anderen der großmäulige Oliver. Dieser verpasst Martin auch auf Grund seiner Cap den nicht ganz lieb gemeinten Spitznamen “Blöde Mütze”. Zunächst eingeschüchtert vom Auftreten der beiden, findet Martin nach und nach heraus, dass bei Silke und Oliver die Dinge zu Hause alles andere als rund laufen.

Als Martin in seine neue Klasse kommt, fallen besonders zwei Mitschüler auf: zum einen die hübsche, extrovertierte Silke, zum anderen der großmäulige Oliver. Dieser verpasst Martin auch auf Grund seiner Cap den nicht ganz lieb gemeinten Spitznamen “Blöde Mütze”. Zunächst eingeschüchtert vom Auftreten der beiden, findet Martin nach und nach heraus, dass bei Silke und Oliver die Dinge zu Hause alles andere als rund laufen. Obendrein droht Oliver der Verweis von der Schule. Ohne genau zu wissen warum, will Martin ihm helfen.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Keine Figur wird hier klischeehaft behandelt: Der behütete Martin aus der "perfekten" Familie, der coole Oliver aus der gerade zerfallenden Familie mit alkoholkrankem Vater und die entzückende Silke mit alleinerziehender Mutter. Drei Geschichten werden einfühlsam erzählt. Schmunzelnd und liebevoll beobachten wir das Erwachen der Sexualität. Jedes der Kinder, und sei es noch so behütet, hat sein "Päckchen" zu tragen. Sehr realitätsnah, sensibel, glaubwürdig und mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen. Die Botschaft: Im Tief des Lebens hilft nur wahre Freundschaft.

    Jurybegründung:

    "Blöde Mütze!" wird Martin, der mit seiner Familie wegen eines Jobwechsels der Eltern in eine andere Stadt zieht, von seinen Mitschülern genannt. Er muss sich in einer neuen Schule zurecht finden, aber das ist nur ein kleines Problem im Vergleich zu den Schwierigkeiten, die seine neuen Freunde haben. Denn die leiden entweder unter den Spannungen zwischen ihren Eltern oder sie haben Eltern, die bereits getrennt sind.

    Dennoch meistern die Jugendlichen ihre Familienprobleme, indem sie sich gegenseitig unter-stützen und bei den Eltern-Konflikten zur Seite stehen. Dafür aber müssen sie erst untereinander und auch mit sich selbst klar kommen.

    Der Kinder- und Jugendfilm nach dem Roman von Thomas Schmid wird konsequent aus der Sicht von Martin erzählt, aber auch die Trennungssituationen seiner Mitschüler erhalten breiten Raum.

    Sehr einfühlsam und nahezu beiläufig wird das Thema der erwachenden Sexualität gestreift, werden Launen und Zickenalarm abgehandelt und wird nachvollziehbar der schulische Alltag aus Sicht der Schüler erzählt. Das Thema Freundschaft zwischen den Schülern und den Geschlech-tern wird sehr gut entwickelt und zu einem glaubwürdigen Ende gebracht.

    Der glaubwürdige und realistische Film hat einen überaus angenehmen Umgang mit seinen Figuren, vermeidet nahe liegende Klischees und billige Effekte, greift in die Realität, wie Kinder sie erleben. Die Geschichte enthält sich jeglicher Schwarzweiß-Malerei und lässt die Kinder zu ihren nicht ganz fehlerfreien Eltern stehen.

    Milieu-Zeichnungen und Darsteller-Leistungen sind herausragend. Alleine die drei hinreißenden Kinderdarsteller fahren die halbe Miete für den Film ein. Exzellente, weil glaubwürdige Dialoge fern jeder pseudo-jugendlichen Umgangssprache und abseits jeglicher Didaktik runden das Bild zu einem neuen Maßstab für einen neuen deutschen Kinder- und Jugendfilm ab.

    Leichte Ton-Unebenheiten können den Gesamteindruck eines ansonsten handwerklich und dramaturgisch souverän gemachten Kinder- und Jugendfilms nicht trüben.

    "Blöde Mütze!" ist rundum gelungene Kinounterhaltung mit Tiefgang, an der auch Eltern Vergnügen sowie Verständnis für die Gemütslagen ihrer Sprösslinge finden können.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Zwölf, dreizehn ist ein seltsames Alter, ein Eintauchen in ein verwunschenes Niemandsland, in dem die Eltern auf einmal bornierten Aggressoren ähneln und die Gleichaltrigen einen vor immer neue Herausforderungen stellen. Vor allem, wenn sie zum anderen Geschlecht gehören. Der zwölfjährige Martin erfährt diese neuen Realitäten gerade, nachdem er mit seinen Eltern nach Bellbach gezogen ist. Das Kaff scheint wie ausgestorben, auf Schritt und Tritt begegnen einem der aggressive Oliver und zum Glück auch die nette Silke. Doch ins „Riverpool“ wollen die beiden den einsamen Martin nicht mitnehmen.

    „Blöde Mütze!“ ist das Kinoregiedebüt von Johannes Schmid, der bislang vor allem für das Theater inszenierte. Er adaptierte den gleichnamigen Roman seines Bruders Thomas Schmid. Der Kinderfilm erzählt seine Geschichte angenehm langsam und beschaulich und man kann an mehreren Stellen erleben, wie Szenen, die vor allem Stille ausstrahlen, heutzutage die Aufmerksamkeit steigern können. Die Hektik fliegt einem nämlich nicht gleich um die Ohren und folglich muss, den verinnerlichten Sehgewohnheiten zufolge, die Ruhe auf den kommenden Sturm hinweisen.

    Zum Sturm kommt es dann doch nicht, und auch nicht zum Überschwang der Gefühle, von denen der Film ja eigentlich handelt. Vielmehr bleibt „Blöde Mütze!“ eingebettet in den trägen Fluss des Lebens von Bellbach mit seinen netten Sträßchen und hübschen Häuserfassaden. Aber hat dieser Ort auch einen gewachsenen Kern, eine örtliche Kultur, an der sich Martin und seine Freunde orientieren können? Es sieht nicht so aus. Für den Jungen zerfasert der Ort in etwa vier verschiedene Realitäten: das stillgelegte Flussfreibad „Riverpool“ als sommerliche Wildnis, Silke und der orangegetönte Traum der Sonnencremewerbung, Oliver und sein kaputtes Elternhaus, und schließlich die eigenen Eltern, die sich nicht einig in Erziehungsfragen sind.

    Weil aber seine Eltern liebevoll sind, schafft es Martin, seinen eigenen Weg zu finden: Er saust bald ohne Helm auf dem Rad durch Bellbach, er hilft Oliver und handelt sich einen Verweis ein. Die Geschichte hat etwas Zeitloses, das manchmal anachronistisch wirkt. Silke, gespielt von Lea Eisleb, ist burschikos, fast immer patent und gut gelaunt, aber dabei irgendwie auch entrückt. In Martins Tagträumen ist das Mädchen, das stets in Orange gekleidet ist, eine jüngere Version der Dame aus der Sonnencremewerbung. Tatsächlich gab es früher mal diese auffällige Häufung von Gelb und Orange bei Produktverpackungen – nicht nur für Sonnencreme, sondern auch für Zigaretten.

    Johann Hillmann spielt Martin als aufgewecktes Bürschchen, das sich von seinen vielen Skrupeln nicht auffressen lassen will. Konrad Baumann als Oliver ist auf den ersten Blick zwar der geschädigte Junge aus schlechtem Elternhaus, überrascht jedoch immer wieder mal mit weichen Zwischentönen, mit einem Aufblitzen von Freude und Spaß am Schauspiel, das neugierig macht.

    Fazit: Bedächtiger, ernsthafter Kinderfilm über einen Jungen, der in ein Provinznest kommt und in die Pubertät.
  • Preisgekröntes Coming-of-Age-Drama nach Thomas Schmids Debüt-Roman, das seine Protagonisten sehr ernst nimmt, dabei aber einen Tick zu schwermütig geraten ist.

    Es gibt kaum etwas Schwierigeres, als das (Innen-)Leben von jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden ernsthaft, ehrlich und trotzdem unterhaltend in einem Spielfilm rüberzubringen. Genau dies ist Johannes Schmid gelungen, der den gleichnamigen Debüt-Roman seines Bruders Thomas für die Leinwand adaptiert hat. Im Prinzip erzählt “Blöde Mütze!” eine ganz alltägliche Geschichte: Martin (Johann Hillmann), ein etwas schmächtiger, zwölfjähriger Junge, zieht mit seinen Eltern in eine neue (Klein-)Stadt, muss neu anfangen, in der Schule, in der Nachbarschaft, Freunde finden. Da lernt er zwei Menschen kennen, die ihn auf unterschiedliche Art und Weise faszinieren: Die hübsche, extrovertierte Silke (Lea Eisleb), die ihre Wirkung auf Jungs durchaus einzuschätzen weiß. Und der großmäulige, rauflustige und ein Kopf größere Oliver (Konrad Baumann), der Martin von Anfang an auf dem Kieker hat und ihn wegen seines Baseball-Caps, das er ständig trägt, höhnisch “Blöde Mütze” nennt. Anfangs fühlt sich der schüchterne Neuling vom selbstbewussten Auftreten der beiden regelrecht gehemmt. Doch dann wirft er einen Blick hinter die Fassade, realisiert, dass etwa Silke arg darunter leidet, dass ihr Vater mit einer anderen Frau zusammen ist und nie Zeit für sie hat. Noch heftiger hat es Oliver getroffen. Auch die Ehe seiner Eltern steht vor dem Aus, sein arbeitsloser Dad ist dem Alkohol verfallen, ein Wrack, vor dem man jeglichen Respekt verloren hat. Da wird Oliver auch noch vom Lehrer beim Rauchen erwischt, es droht der Verweis von der Schule. Aber Martin hilft Oliver aus der Patsche, warum, weiß er allerdings auch nicht so genau.

    Alleinerziehende Mütter, zerrüttete Familienverhältnisse, erste Erfahrungen mit Alkohol und sexuelles Erwachen – es gibt kaum etwas, was “Blöde Mütze!” nicht thematisiert. Auch wenn die Dialoge der jugendlichen Darsteller zuweilen etwas hölzern und gestelzt wirken, so besitzen die Figuren doch genügend Glaubwürdigkeit, dass man ihrem Alltag gerne folgt. Und der kann zwischen Schulbankdrücken und lästigen häuslichen Pflichten durchaus spannend sein, wenn sich das Trio beispielsweise heimlich im stillgelegten Flussfreibad “Riverpool” trifft und dort seine knisternde Dreieckskonstellation in vollen Zügen auslebt. Zusammengehalten wird das einfühlsame Coming-of-Age-Drama, das zuweilen fast etwas zu schwermütig zu werden droht, auch durch die herausragend besetzten, erwachsenen Nebenrollen – stellvertretend erwähnt sei “Tatort”-Kommissar Andreas Hoppe, der Olivers Vater mit deprimierender Hilflosigkeit verkörpert, und Inka Friedrich (“Sommer vorm Balkon”), als Martins gluckenhafte Mama. Hätte der Ausdruck “pädagogisch wertvoll” nicht so etwas Altbackenes, müsste man “Blöde Mütze!” so bezeichnen. Denn der Film nimmt seine Figuren sehr ernst, zeigt Probleme auf, vermeidet aber jegliches moralinsaure Gehabe – all das ist auch den diversen Festival-Jurys nicht verborgen geblieben, die das Werk bereits mehrfach – vom Goldenen Schwan (Moskau) über den Weißen Elefant (Kindermedienpreis) bis hin zum Goldenen Einhorn (Alpinale) – auszeichneten. lasso.

Darsteller und Crew

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