Blair Witch Project (1998)

Originaltitel: The Blair Witch Project
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Filmhandlung und Hintergrund

Blair Witch Project: Unerträglich spannende Pseudodokumentation über den Spuk einer grausamen Waldhexe.

Um dem Mythos der furchterregenden Hexe von Blair in einer Dokumentation auf den Grund gehen zu können, dringen drei Studenten mit Kameras in die Wälder von Maryland ein. Als sie sich verirren, und sich mit jeder Nacht eine unerklärliche Präsenz immer deutlicher bemerkbar macht, bricht Panik aus, wird die kleine Expedition zum Überlebenskampf.

Die Filmstudenten Heather, Joshua und Michael machen sich in den Black Hills Forest von Maryland auf, um dort eine Dokumentation über eine regionale Legende, die sogenannte Hexe von Blair, zu drehen. Nachdem das Trio spurlos verschwindet, taucht ein Jahr später Filmmaterial auf, das die letzten fünf Tage im Leben der jungen Leute dokumentiert. Aufnahmen, die deren quälende Wanderung durch den undurchdinglichen Wald ebenso einfangen wie die grauenerregenden Vorgänge, die zum Verschwinden geführt haben.

Nachdem ein Dokumentarfilmertrio auf der Suche nach der Hexe von Blair im Black Hill Forest spurlos verschwindet, taucht ein Jahr später Filmmaterial auf, das die letzten fünf Tage im Leben der jungen Leute dokumentiert. Den Nachwuchsfilmern Daniel Myrick und Eduardo Sanchez gelang mit ihrer hervorragend umgesetzten Pseudo-Doku der Coup des Jahres. Dank einer geschickten Internetkampagne erwies sich der beispiellos billige, grauenerregende Horrorfilm als gigantischer Erfolg.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "The Blair Witch Project" ist ein grandioses Kunststück. 32.000 Dollar kostete das Werk der Independentfilmer Myrick und Sanchez, mehr als 140 Millionen hat er alleine in den USA eingespielt. Dahinter steckte eine großangelegte Werbekampagne - und ein klasse Film, den man als Analyse des Horrorgenres an sich betrachten kann.

    Die beiden Regisseure arbeiten mit Mitteln, die wirklich das Gruseln erzeugen - den Urängsten des Menschen: Einsamkeit, Ausweglosigkeit, Hilflosigkeit und die unbekannte Bedrohung bestimmen das Leben und Verhalten der drei Personen im Film. Und auch den Zuschauer, in seiner Rolle als passiver Betrachter der Geschehnisse, trifft das Ganze. Denn er bekommt nur das Filmmaterial der Studenten zu sehen und das völlig unkommentiert.

    Die Bilder sind verwackelt, wirken amateurhaft, man kann nichts Grauenhaftes erkennen, nur viel Düsternis und gerade dadurch sprechen sie die Fantasie des Zuschauers in unheimlicher Weise an, lassen ihn mit den Protagonisten mitleiden und mitzittern. Man identifiziert sich mit der Rolle des Kameramannes, weiß dabei jedoch ganz genau, dass dieser Kameramann am Ende nicht mehr leben wird.

    Den Kassenerfolg verdankt der Film hauptsächlich seinem Realitätssinn - und seinem auf grandiose Art durchgeführtem Täuschungsmanöver. Zeitgleich mit dem Kinostart lief im Fernsehen damals die Dokumentation "The Curse of the Blair Witch", die die Legende der Hexe erläuterte und auch auf das Verschwinden der Studenten einging. Niemand sagte damals jedoch, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelte. Die Neugierde war geweckt.

    Am Anfang wurde der Film nur in ausgewählten Kinos gezeigt, was dazu führte, dass sich lange Schlangen vor den Sälen bildeten. Viele der Zuschauer dachten, dass die Geschichte um die Hexe von Blair wahr sei und dass die drei Personen tatsächlich verschwunden waren und nur das Filmmaterial gefunden wurde.

    Und so ist der Publikumshype verständlich: wie immer in der Geschichte der Menschheit lösten übernatürliche Ereignisse besondere Reaktionen aus - entweder absolute Ablehnung oder totale Vergötterung. Aber egal welche es war, die Menschen wurden neugierig, wollten sich selbst davon überzeugen, was dran war an der Hexenstory.

    Die Charaktere wirken echt, so sind alle ihre emotionalen Handlungen verständlich. Ihre Dialoge wirken normal, sie schlagen sich mit alltäglichen Problemen herum. Es ist schon wie ein Wunder, denn der Film ist so einfach gestrickt, in seinen Dialogen so banal und doch absolut komplex. In der Filmgeschichte ist ein solches Experiment, das gleichzeitig einen solchen kommerziellen Erfolg hat, einmalig.

    Seriöse, anspruchsvolle Filmemacher fühlen sich jetzt natürlich vor den Kopf geschlagen, so müssen sie sich fragen, warum sie nicht so einfache und geniale Sachen drehen können. Aber wie haben Daniel Myrick und Eduardo Sanchez dies bewerkstelligt?

    Es wird unheimlich viel darüber gemunkelt, die Gerüchteküche brennt regelrecht, angeblich sollen die beiden Regisseure ihre Darsteller ohne Drehbuch im Wald abgesetzt, einem die Kamera in die Hand gedrückt und sich dann aus dem Staub gemacht haben. Nachts fingen sie dann mit ihrer persönlichen Horrorshow an, deshalb seien Dialoge und Emotionen auch echt und nicht gespielt.

    Fakt ist, dass ein halbes Jahr nach dem US-Start allgemein bekannt war, dass der Film gestellt ist, was auch dadurch bewiesen wird, dass Heather Donahue gerade neben Claire Forlani und Freddie Prinze Jr. für "Boys and Girls" vor der Kamera steht und Joshua Leonard eine Nebenrolle in dem De Niro-Film "Navy Driver" spielt.

    Somit können die beiden nicht tot sein und die "Internet Movie Database", welche die drei Darsteller nach dem Kinostart für tot erklärt hatte, hat das "gestorben am" auch wieder aus den Filmografien entfernt. Was bleibt, ist nicht eine düstere Horrorgeschichte die darum ringt, als Wahrheit anerkannt zu werden, sondern ein grandioses Kleinod von einem Filmexperiment, das nicht mehr sein will als es ist: die Spielerei mit Genremitteln.

    Fazit: Filmexperiment und subtiler Horror. Ein grandioses Kunststück.
  • Diese heiße Hexe kann nach ihrem furiosen Gastspiel in Sundance auch hierzulande das Blut gefrieren lassen, wird doch diese Low-Budget- Pseudodokumentation über eine mysteriöse übernatürliche Kreatur ihrem, massiv auch über das Internet verbreiteten Ruf, als Studie in Terror in jeder Hinsicht gerecht. Auch ohne Prominenz kann sich dieses originelle Regiedebüt auf seinen Ruf und seine Gruselqualitäten verlassen.

    Bereits ein halbes Jahr nach Sundance sind die Geschichte, aber auch die Realisierung dieses ganz auf die Schrecken der menschlichen Fantasie setzenden Horrorfilms ein Mythos. Die Regiedebütanten Daniel Myrick und Edward Sanchez, die auch als Autoren und Cutter verantwortlich zeichnen, schickten drei Jungschauspieler mit Satellitenreceiver und Drehbuchnotizen für acht Tage in die Wälder von Maryland, um von den Darstellern, die jede Nacht neue Anweisungen erhielten und die Kameras (Video 8 und 16mm) selbst führten, möglichst authentische Reaktionen einzufangen. Das mit den Handkameras Panik und Klaustrophobie unverfälscht nachzeichnende Ergebnis rechtfertigt das Experiment, läßt die Simulation eines Dokumentarfilms über die Hexe von Blair wie ein schockierendes Testament erscheinen. Denn eine einführende Schrifttafel informiert über das Verschwinden dreier Studenten 1994 in den Wäldern von Burkittsville, deren gefundene Videoaufzeichnungen dann die Basis des Films bilden. Trotz einiger Warnungen dringen Heather, Michael und Josh mit zwei Kameras in die Wildnis vor, um dem Mythos auf den Grund zu gehen. Schon in der zweiten Nacht im Zelt sorgen unerklärliche, aus der Tiefe des nächtlichen Schwarzes kommende Geräusche für Verstörung. Als sich das Trio am dritten Tag verirrt und auf ominöse Zeichen stößt, macht sich auch beim Zuschauer Panik breit. Unschärfen und verwackelte Bilder fördern die zunehmende, verstörende Desorientierung, die schließlich die drei Figuren an den Rand des Wahnsinns bringt. Anders als etwa in Sam Raimis “Tanz der Teufel” wird der Horror nie gegenständlich. Subjektive Kamera, Schreie und eine im uneinsehbaren Ambiente fast wahrzunehmende eisige Präsenz ersetzen traditionelle Schockmethoden. Ob die Hexe real ist, die Ereignisse von diabolischen Rednecks oder einem umgekippten Verstand ausgelöst werden, darf nach dem Abschlußbild diskutiert werden. Zuvor, wenn die großartige Heather Donahue in der letzten Nacht unter Tränen gesteht, daß sie so Angst habe, die Augen zu schließen, gibt es auch für den Zuschauer kein Entrinnen. kob.

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