Black Swan (2010)

Black Swan Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Black Swan: Das Streben einer Ballerina nach Perfektion zwischen psychologischem Drama, purem Horror und großer Oper - das ist Darren Aronofskys Nachfolger seines preisgekrönten "The Wrestler".

Primaballerina Nina will unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in der neuen “Schwanensee”-Produktion. Die Konkurrenz mit der Mutter, die ihre Tänzerinnenkarriere wegen der Schwangerschaft mit Nina aufgeben musste, schürt noch Ninas eigenen Ehrgeiz. Doch Kolleginnen und Chef werfen Nina einen Mangel an Sex-Appeal vor. Nach einem Biss beim Kuss vom Chef bekommt sie die Traumrolle unverhofft doch. Ihre Freude ist nur kurz, glaubt sie ihre Position als Star der Truppe gefährdet – insbesondere durch das neu engagierte Talent Lilly, die viel lockerer als sie selbst ist und sie verführt.

Tänzerin Nina will unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in einer neuen Produktion von Tschaikowskis “Schwanensee”. Der Druck ihrer Mutter, die ihre eigene Karriere wegen der Schwangerschaft aufgeben musste, schürt Ninas Ehrgeiz zusätzlich. Doch ihr Lehrer wirft ihr einen Mangel an Sex-Appeal für die Rolle des schwarzen Schwans vor. Zwar bekommt sie die Traumrolle schließlich doch, glaubt ihre Position als Star der Truppe aber gefährdet – insbesondere durch das neu engagierte Talent Lilly, die viel lockerer als sie selbst ist.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Darren Aronofskys Psychothriller „Black Swan“ spielt in der klaustrophobischen Welt des Berufsballetts, in der die große Kunst von körperlicher Schinderei, von Intrigen und dem ständigen Risiko des Scheiterns flankiert wird. Natalie Portman stellt Nina dar, die neue Primaballerina des New York City Ballet, die die Schwanenkönigin in dem Klassiker „Schwanensee“ zur Musik von Tschaikowsky tanzen soll. Während des Trainings verschmilzt Nina immer stärker mit ihrer Doppelrolle auf der Bühne. Dabei wird der Film selbst zu einer beeindruckend intensiven Interpretation von „Schwanensee“.

    Nina will perfekt sein. Sie ist es gewohnt, als Balletttänzerin alles zu geben. Als die Kamera die junge Frau mit der nervösen Steilfalte auf der Stirn durch die dunklen Gänge im Gebäude des New York City Ballets begleitet, fällt ihre Schutzlosigkeit auf. Die Rolle des weißen Schwans mit seiner Anmut einer leicht entrückten Traumfigur liegt ihr. Sie ähnelt der Ballerina auf der Spieluhr, die die Mutter jeden Abend für sie aufzieht. Aber jedes Tuscheln anderer Tänzerinnen, jede Bemerkung des künstlerischen Leiters kann schon ein Hinweis darauf sein, dass Nina nicht gut genug ist, dass ihr Stern sinkt, dass sie sich zu früh gefreut hat.

    Vincent Cassel spielt Thomas Leroy, der Ninas Innerstes nach außen kehren will, um es für die Rolle nutzbar zu machen. Er bedrängt sie sexuell, wobei in Situationen, die ihr Angst machen, unklar ist, wie viel sie jeweils halluziniert und was sich wirklich abspielt. Ihr Körper überrascht sie mit blutenden Wunden, mit seltsamen Veränderungen. Das traurige Schicksal ihrer abservierten Vorgängerin Beth, die von Winona Ryder dargestellt wird, bedrückt Nina, aber beim Training sucht sie in den Spiegeln erwartungsvoll das eigene Bild. Wenn sie sich beim Ausprobieren eines Trippelschritts betrachtet, wirkt sie wie ein gefiedertes Wesen, das der Impuls, loszufliegen, nervös macht.

    Nina wohnt bei ihrer Mutter, die von Barbara Hershey gespielt wird. Ähnlich wie in Michael Hanekes Romanverfilmung „Die Klavierspielerin“ aus dem Jahr 2001 hat die Tochter kein abschließbares eigenes Zimmer, sie muss hier erst einen Holzbalken hinter die Tür klemmen, um die Mutter auf Abstand zu halten. Ein abendlicher Vergnügungstrip, zu dem Lily sie überredet, setzt für Nina eine Spirale von Lustgefühlen, Verfolgungsangst und häuslichen Konflikten in Gang.

    Alles hat hier zwei Gesichter, wie die Schwanenrolle: Ninas künstlerische Begabung bedeutet auch Zerbrechlichkeit, ihre Hingabe fehlenden Rückhalt. Natalie Portman spielt die Tänzerin auf ihrem labyrinthischen Weg unvergesslich. Am meisten verblüfft ihre Metamorphose zur handelnden Figur, zum schwarzen Schwan, zu dem großen Star, der sich den Stoff greift und ihn zu einem Frauenfilm macht. Ninas Tragödie spiegelt die Intensität der „Schwanensee“-Geschichte, des großen Bühnen- und Musikdramas und bietet damit ein für das Kino ungewöhnlich starkes Erlebnis.

    Fazit: Natalie Portman brilliert in einem intensiven Psychospiel, das die Kraft einer großen Bühnentragödie entfaltet.
  • Das Streben einer Ballerina nach Perfektion schildert Darren Aronofsky in “Der schwarze Schwan” zwischen psychologischem Drama , puren Horror und großer Oper. Raffiniert konstruiert und choreografiert Aronofsky seine Geschichte mit wiederkehrenden Motiven und die Tanzszenen, die sein Stammkameramann seit “Pi”, Matthew Libatique, in dynamische, mitreißende Bilder packt.

    Natalie Portman spielt in einer Tour de Force die Profi-Ballerina Nina, die unbedingt die Doppelrolle als weißer und schwarzer Schwan in der neuen “Schwanensee”-Produktion bekommen will. Die Konkurrenz mit der Mutter (Barbara Hershey), die ihre Tänzerinnen-Karriere wegen der Schwangerschaft mit Nina aufgeben musste, schürt noch Ninas eigenen Ehrgeiz. Doch Kolleginnen und Chef (Vincent Cassel gibt perfekt – süffisant und streng – den Direktor einer Ballettruppe) werfen Nina einen Mangel an Sexappeal und Biss vor. Nach einem Biss beim Kuss vom Chef bekommt sie die Traumrolle unverhofft doch. Ihre Freude ist nur kurz, glaubt sie ihre Position als Star der Truppe gefährdet – insbesondere durch das neu engagierte Talent Lilly (Mila Kunis), die viel lockerer als sie selbst ist und sie verführt.

    Wie Mickey Rourkes “Wrestler” muss Portmans Nina für ihren Beruf bzw. ihre Berufung leiden, da knacken die Gelenke bei ihren Übungen, Portmans Gesicht verzieht sich vor Schmerz, wenn die Physiotherapeutin harte Hand anlegt. Doch im Gegensatz zu Aronofskys Vorgängerfilm bleibt es bei “Black Swan” nicht bei der realistischen Betrachtung des Trainings und des sozialen Umfeld des Titelhelden, sondern mit der zunehmender Paranoia der Figur hält der Horror Einzug. Da sieht Nina, wie ihr die Gesichter auf den Zeichnungen ihrer Mutter ihr zu blinzeln, bilden sich Gänsehaut und blutige Stellen auf ihrem Körper. Aronofsky beherrscht die Stilmittel des Genres, braucht keine Machete, um den Zuschauer ängstlich wegschauen zu lassen, ihm reicht eine Nagelschere.

    Motive aus “Schwanensee” sind nicht nur in die Filmerzählung integriert, wie die Konkurrenz des unschuldig- jungfräulichen, weißen Schwans mit dem “bösen”, intriganten schwarzen Schwan um den Geliebten, sondern natürlich auch die berühmte, gefühlsbetonte Musik von Tschaikowsky, die im Score variiert wird, als Handyklingelton bzw. Melodie der Ballerina-Spieluhr von Nina ertönt und natürlich den akustischen Hintergrund der Aufführungsszenen bildet. Die sind dem Pathos der Musik folgend theatralisch als große Oper gefilmt samt exquisiter Maske und Kostüme. Die Proben, bei dem der sportliche und künstlerische Aspekt im Vordergrund steht, folgt die Kamera rasant den Tänzern, ihren Bewegungen – ohne die Bilder zu verwischen -, umkreist sie, fährt aber auch immer wieder ganz nahe heran. So packend hat man Tanz kaum auf Film gebannt gesehen – und das obwohl “Black Swan” kein Tanzfilm ist, sondern eher eine Art Abschreckung vor Ballett, wie Aronofsky launig in der Presse kommentierte. hai.

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