Black Dahlia (2006)

Originaltitel: The Black Dahlia
Black Dahlia Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Black Dahlia: Brian De Palmas Verfilmung von James Ellroys Noir-Krimiklassiker über zwei Cops im L.A. des Jahres 1947, für die sich der legendäre (und in Wahrheit ungelöste) Mordfall an dem Sternchen Elizabeth Short als Schicksal erweist.

Auf einem Stück Brachland mitten in Los Angeles wird 1948 die Leiche des Starletts Elizabeth Short gefunden, übel verstümmelt, quer in der Taille halbiert und ausgeweidet. Die Cops Leland “Lee” Blanchard (Aaron Eckhart) und Dwight “Bucky” Bleichert (Josh Hartnett), die neben der Vergangenheit im Boxring auch die Zuneigung zur selben platinblonden Freundin (Scarlett Johansson) teilen, sollen den Fall klären. Schnell wird er für beide zur Obsession. Als Bucky ein wenig im Leben der Society-Lady Linscott (Hilary Swank) schnüffelt, sticht er in ein Wespennest.

Voyeurismus, Besessenheit, Verschwörung – Hitchcock-Epigone Brian De Palma (“Carrie”, “Dressed To Kill”) ist ganz in seinem Element bei der prachtvollen Adaption des wohl persönlichsten Buches von Krimi-Star James Ellroy.

Im Jahr 1947 wird die Leiche des vom Land nach Los Angeles gezogenen Sternchen Elizabeth Short, genannt “Die Schwarze Dahlie”, auf einem unbebauten Grundstück gefunden – zweigeteilt, entleibt, das Gesicht zu einer grotesken Maske verformt. Die befreundeten Cops Bucky Bleichert und Lee Blanchard, beide ehemalige Boxer, werden mit dem Fall betraut – und sie lassen sich auf eine Dreiecksaffäre mit dem ehemaligen Liebchen eines Gangsters ein. Als Bleichert sich auch noch in ein reiches Mädchen verliebt, das die Dahlie kannte, sticht er ahnungslos in ein Wespennest.

Passanten entdecken auf einem leerstehenden Grundstück in Los Angeles des Jahres 1947 eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Ihr Rumpf ist durchtrennt, der Mund zu einem grotesken Lachen aufgeschnitten. Die Ermordete wird als Starlet Elizabeth Short, genannt “Die schwarze Dahlie”, identifiziert, und die Cops Bleichert und Blanchard auf den mysteriösen Fall angesetzt. In der Stadt der (gefallenen) Engel machen sie sich auf Tätersuche, und stoßen dabei auf korrupte Kollegen, machtgeile Politiker, knallharte Gangster und intrigante Frauen.

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Kritiken und Bewertungen

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    Sogar ein Treppenhaussturz fehlt nicht in Brian De Palmas handwerklich und technisch perfektem "period piece", einem aufwändigen farbigen "Film Noir" nach einem Roman von James Ellroy. Wie Feuer und Eis sind die zwei Polizisten, die 1947 in Hollywood im Mordfall einer jungen Schauspielerin und in einem Morast von Korruption und Verstrickungen ermitteln. Das Krimi-Genre wird gekonnt variiert, wie eine Zwiebel schälen sich die Lösungen des verzwickten Falls. Ausstattung und Musik sind - wie auch die Kamerafahrten -exzellent.

    Geheimnisvoll und rätselhaft, spannend bis zum Ende, doch nach der alten Grundregel der Kriminalistik: "Nichts bleibt für immer verborgen", inszeniert De Palma die Kinoversion des erfolgreichen Kriminalromans von James Ellroy nach einer bis heute nicht gelösten wahren Begebenheit. Ein echter De Palma-Film, in dem auch sein Markenzeichen - atemberaubende Kamerafahrten durch Treppenhäuser in Cinema-Scope - nicht fehlen dürfen.

    So komplex der Roman, so ist auch seine filmische Umsetzung ein kompliziertes Strickmuster, dem für den Zuschauer nicht leicht ins Dickicht der gelegten und wieder verwischten Spuren zu folgen ist. So ist es auch kein Wunder, dass am Ende des Films mehr Fragen offen als beantwortet sind. Doch bis dahin verfolgen die Polizeidetektive viele Spuren und falsche Fährten und landen in einem Netz von Intrigen, in dem sie sich selbst verheddern und nur mit Mühe wieder herauskommen - aber kommen sie wieder heraus? Alles was Erfolg hat, erscheint korrupt. Dieser "Neo Noir" erlaubt sich insoweit eine unverhohlene Kritik an der amerikanischen Gesellschaft, in der offenbar alles erlaubt ist, was Erfolg hat.

    Eine dichte Atmosphäre, geprägt von dunklen Familiengeheimnissen, die an Filme wie "Chinatown" erinnert, hält den Zuschauer in Bann. Die zwei Stunden Laufzeit über das große Mysterium von Los Angeles, sozusagen die "Jack the Ripper"-Story unter das Ortsschild von Hollywood verlegt, vergehen wie im Fluge, wobei eine aufwändige Ausstattung und dem Show Biz der 40er Jahre entsprechende Schauplätze ebenso wie die an die klassischen Musik des Film Noir mit Anleihen an Klassik und melancholischem Jazz-Sax mit zum filmischen Vergnügen gehören.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Elisabeth Short wurde 1947 bestialisch ermordet, ein Mord, der die Zeitungen in ganz Amerika füllte. 1987 verfasste James Ellroy („L.A. Confidential“) seinen Roman „Die schwarze Dahlie“ über diesen Fall – das war der Spitzname von Betty Short, unter dem sie posthume Berühmtheit erlangte. Ellroy spann ausgehend von den Fakten eine fiktive Story um L.A. in einer Zeit, als sich die Stadt rasend schnell vergrößerte; besessen war er von dem Mord schon seit dem Alter von 11 Jahren: auch seine eigene Mutter war ermordet, der Fall nie aufgeklärt worden. „Elisabeth Short war immer der romanhafte Ersatz für meine Mutter. Meine Mutter und sie haben sich ineinander verwandelt – ein ganz irrer Vorgang. Meistens sind sie in meinem Kopf ein und dieselbe Person.“

    Fakten, die Fiktion werden, zwei ungeklärte Mordfälle, die ineinander übergehen: konsequent sind in Brian De Palmas Verfilmung des Romans Form und Inhalt deckungsgleich, übereinandergeschoben, miteinander verschmolzen. Die Kamera folgt mit ungeheurer visueller Opulenz den Ereignissen, aus einer normalen Szene erwächst eine Plansequenz, unvermittelt befinden wir uns in einer subjektiven Kameraperspektive, Großaufnahmen aus dem Nichts füllen die Cinemascope-Leinwand. Sinnvoll eingesetzte technische Spielereien, die zugleich visuelle Anspielungen auf Klassiker der Filmgeschichte werden – entspechend den Bemühungen Betty Shorts, in Hollywood als Schauspielerin Fuß zu fassen. Wir sehen ihre Probeaufnahmen beim Casting, und ihren Spitznamen hat sie in Anspielung auf den Film „The Blue Dahlia“ bekommen, dessen Drehbuch Raymond Chandler geschrieben hat.

    Ebenen des Zitats, formal wie inhaltlich, schichten sich aufeinander, und die Filmstory greift diese Vielschichtigkeit auf: Das beginnt mit den so ähnlichen Namen der Hauptfiguren Lee Blanchard und Dwight Bleichert, die doch Gegensätze sind: beides Ex-Boxer, die im Ring als Mr. Fire bzw. Mr. Ice auftraten. Nun sind sie Partner bei der Polizei von L.A., ermitteln im Mordfall Betty Short. Zwischen ihnen steht Kay, jung, scheinbar unschuldig. Eine dritte Frau, Madeleine, spielt seitlich in diese Konstellation hinein, sie ist eine Doppelgängerin der toten Betty, hatte ein Verhältnis mit ihr. Ihr Vater, Emmett Linscott, ist Baumagnat, hat Hollywood aufgebaut unter Verwendung billiger, weil feuergefährlicher Kulissen aus dem Mack-Sennett-Studio.

    Ähnlich wie in Polanskis „Chinatown“ geht es um den Aufbau der Stadt L.A. aus Korruption und Verderbnis, doch De Palma verknüpft weit kompliziertere (wenn auch nicht komplexere) Handlungsfäden, die alle vielleicht falsche Fährten sind, oder möglicherweise doch mit dem großen Geheimnis um Bettys Tod zusammenhängen. Geschickt lässt das Drehbuch scheinbar Nebensächliches in den Vordergrund drängen, betont das Dreiecksverhältnis Blanchard/Kay/Bleichert, die Entfremdung zwischen Kay und Blanchard, der besessen vom Mord an Betty sein eigenes früheres Leben geraderücken will. Dann wieder lässt der Film uns teilhaben an der bizarren Linscott-Familie, ein groteskes Abendessen mit einer Mutter mit unberechenbarem Alkoholverstand, die offen und frei aus dem Nähkästchen plaudert…

    Dwight Bleichert ist die moralische Instanz im Film, aus seiner Sicht, quasi von unten, wird alles erzählt: eine verwirrende Melange von Geschichten. Wenn dann am Ende die Fäden sich langsam zusammenfügen und für jeden Toten der Täter feststeht, offenbart sich „The Black Dahlia“ als großartig choreographiertes Retro-Ballett, ein Historienfilm über das Los Angeles der 40er Jahre, in den sich Bilder aus der ganzen Hollywoodgeschichte einfügen, vom Universal.-Horrorfilm über Melodram und Film Noir bis zu Anklängen an den modernen Splatterfilm.

    Fazit: Ein Mordfall in den 40er Jahren als Anlass für eine komplizierte, spannende Story und für das Schwelgen in unbedingtem Stilwillen.
  • Knapp zehn Jahre nach Curtis Hansons großem Wurf “L.A. Confidential” folgt mit “Die schwarze Dahlie” die lange geplante Verfilmung eines weiteren Romans aus James Ellroys wegweisendem L.A.-Quartett.

    Am 15. Januar 1947 fanden Passanten auf einem leerstehenden Grundstück die grausam zugerichtete Leiche des Starlets Elizabeth Short: Sie war in zwei Hälften zertrennt, ihre Beine waren mehrfach gebrochen, ihr Mund war zu einem grotesken Lachen bis zu den Ohren aufgeschnitten. Für James Ellroy war der nie aufgeklärte Mordfall der “Schwarzen Dahlie” Ausgangspunkt für einen furiosen fiktiven Krimi, mit dem er 1987 sein viel gerühmtes L.A.-Quartett (“L.A. Confidential” war Teil drei der Reihe) eröffnete: ein lustvoll in die Zeit eintauchendes, wilde Haken schlagendes Kaleidoskop über die verruchten und dekadenten Schattenseiten der Stadt der Engel, festgemacht an der Geschichte zweier Cops, beste Freunde und Rivalen, die, jeder für sich, eine regelrecht pathologische Obsession für Elizabeth Short entwickeln und einen hohen Preis dafür bezahlen müssen. Ein Roman wie eine offene Wunde, episch angelegt und kompromisslos im Stakkato eines Mickey Spillane erzählt. Mehr als zehn Jahre wurde um die Verfilmung gekämpft. Dass sie schließlich mit Brian De Palma als Regisseur realisiert wurde, ist ein Glücksfall. Viele der angerissenen Themen, allen voran Besessenheit, Voyeurismus und sexuelle Abartigkeit, tauchen immer wieder im Werk von Hitchcocks gelehrigsten Schüler auf. Sein Gefühl für die Ära hatte bereits “The Untouchables” zu einem Meisterwerk gemacht. Kein Wunder also, dass De Palma, unterstützt von seinem Kameramann Vilmos Zsigmond, mit dem er seit “Fegefeuer der Eitelkeiten” nicht mehr gearbeitet hat, auf der Höhe seiner Kunst agiert: Einzelne Plansequenzen sind an Suspense und technischer Virtuosität kaum zu überbieten: Vor allem eine Kranfahrt, die einem Flüchtenden bei einer Schießerei aus einem Haus folgt und wie zufällig einen beiläufigen ersten Blick auf die Leiche der schwarzen Dahlie auf dem dahinter liegenden Grundstück gestattet, um wieder zur Schießerei zurückzukehren, gehört zum Besten, was De Palma jemals gemacht hat. Überhaupt kann er sich bei seinem fast komplett in Bulgarien gedrehten Film auf Topleistungen der künstlerischen Abteilungen verlassen: Wie in “Chinatown” schimmern die Dekors in einem beinahe unechten Glanz, als würde man die Verdorbenheit der gezeigten Welt allein an der Textur erkennen. In diesem fast artifiziellen Ambiente bewegen sich die beiden von Josh Hartnett und Aaron Eckhart gespielten Cops Bleichert und Blanchard, die sich bei einem Boxkampf anfreunden und schließlich zwischen der blonden Madonna Scarlett Johansson und der dunklen Hure Hilary Swank oszillieren und in einem Flammenball aus Korruption, Betrug und Dekadenz unterzugehen drohen. Das ist sattes, großes Kino mit der Pracht einer Oper – auch wenn das Drehbuch nicht immer mithalten kann mit der Wucht der Inszenierung und damit sich die Emotion der Geschichte nicht immer mit der gewünschten Effizienz entfaltet. Sämtliche Beteiligte können dennoch stolz sein: Ihre “schwarze Dahlie” erblüht mit morbidem Glamour. ts.

Darsteller und Crew

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