Bis zum Horizont, dann links! (2012)

Bis zum Horizont, dann links! Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Bis zum Horizont, dann links!: Sympathischer Seniorenspaß, in der die Darstellerriege um Angelica Domröse und Otto Sander zu Höchstform aufläuft.

Die meisten Bewohner des Seniorenruhesitzes “Abendstern” haben sich mit dem drögen Alltag zwischen Gymnastikstunde und Lesenachmittag längst abgefunden. Doch der mürrische Tiedgen will noch was erleben. Die Gelegenheit dazu ergibt sich, als die Senioren eine Rundreise mit einer alten Propellermaschine antreten. Kurzerhand entführt Tiedgen das Flugzeug und zwingt den Piloten mit vorgehaltener Pistole zu einer Änderung der Route. Eine abenteuerliche Reise in ferne Gefilde nimmt ihren Lauf.

Eine Gruppe Senioren kapert bei einem Ausflug eine Propellermaschine und begibt sich auf Abenteuerreise. Sympathischer Seniorenspaß, in der die in Ehren ergraute Darstellerriege um Angelica Domröse und Otto Sander zu Höchstform aufläuft.

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Kritikerrezensionen

  • Eine großartige Riege an Schauspielern bietet Regisseur Bernd Böhlich in "Bis zum Horizont, dann links!" auf: Legenden der Leinwand im Altersheim. Allen voran Otto Sander als Tiedgen, ein rebellischer Geist, gebrochen durch die Routine der Hausordnung, durch Essenszeiten und abendlichem Lichtaus. Das Schachspiel mit Stronz (Ralf Wolter) ist der Langeweile geboren, einzige Freude ist die Seniorengymnastik: denn da beugt sich die Pflegerin Amelie (Anna Maria Mühe) gaaaanz weit vor.

    Tiedgen ist ein sarkastischer, hellsichtiger alter Mann, gefangen in der Tretmühle seines letzten Lebensabschnitts. Als Frau Simon (Angelica Domröse) im Heim eintrifft, kennt er ihr weiteres Schicksal: Es ist für alle bequemer, wenn die Alten in der Seniorenresidenz mit dem etwas unpassenden Namen „Abendstern“ sitzen; die Jungen können tun, was sie wollen, die Alten sind versorgt. Doch ein Leben ist dies nicht. Kann der Tod eine Lösung sein? Oder steckt die Erlösung ganz woanders, oben, über den Wolken, wo die Freiheit grenzenlos ist?

    Ein Rundflug in einer antiken JU 52 für die Belegschaft eines Seniorenheims: Das hat natürlich mit der Lebenswirklichkeit wenig zu tun. Ebenso wie die zugespitzten Zeichnung des Lebens im Alter, unter strenger Regelung, die auf die Bedürfnisse der Menschen wenig eingeht – da ist man (zumindest in den besseren Heimen, zu denen das im Film dargestellte zählen dürfte) inzwischen wohl weiter. Doch eine Komödie lebt natürlich von Karikaturisierung, Übertreibung, satirischer Pointierung; und vom Biegen des Wahrscheinlichen, bis die Glaubwürdigkeit aufs Komische stößt. Der Seniorentrupp in der Luft, begleitet von Schwester Amelie: Rumpelnd fahren sie auf in den Himmel. Und Tiedgen hat sich vorgenommen, alle ins Paradies zu bringen.

    Stronz, der gemütliche Scherzkeks; Frau Simon, die Pragmatische, die ab und an einiges vergisst; Herr Miesebach (Herbert Feuerstein) als penibler Dauernörgler; Fanny, die ihren alten Tagen als gefeierte Schauspielerin nachtrauert: eine bunte Truppe ist unterwegs, und (fast) alle sind einverstanden mit der eigenen Entführung, inklusive dem Flugkapitän (Thilo Prückner) und dem Pilotenschüler (Robert Stadlober). Dass der sich auf den ersten Blick in Schwester Amelie verguckt, ist ein bisschen zu überbetont; während bei der Zwischenlandung in Wien zum Auftanken viel zu wenig aus der Situation gemacht wird, dass kurz darauf die Maschine der russischen Regierung landen soll. Für mehr als Witzchen über einen Wiener Kellner reicht es hier nicht.

    Andererseits weiß der Regisseur gut mit seinen Alten umzugehen. Er macht seine Scherze mit ihnen, ohne sie bloßzustellen, und weiß genau, wieweit er die ständige Gefahr der Inkontinenz einfließen lassen darf, ohne dass es peinlich oder albern würde.

    Eine fröhliche Reise ist dies, für die Senioren wie für den Zuschauer, eine Fahrt zum Platz an der Sonne, der jedem gebühren sollte. Eine leichte Sommerkomödie, in der nur gegen Ende ein paar Holprigkeiten im Erzähltempo irritieren. Das Beste ist eine grimmige Rede vom alten Tiedgen im Flugzeug, eine Ansprache an alle, die alt sind oder irgendwann mal alt werden: ein Plädoyer dessen, der nichts mehr zu verlieren hat.

    Fazit: Die frische, gut besetzte Komödie "Bis zum Horizont, dann links!" handelt von einen Trupp Senioren, die nicht mehr so konform alt sein möchten, wie die Jungen es sich gerne wünschen.
  • In Bernd Boehlichs sympathischen Senioren-Spaß läuft die in Ehren ergraute Darsteller-Riege um Angelica Domröse und Otto Sander zu absoluter Höchstform auf.

    Renommierte Regisseure wie Andreas Dresen (“Wolke 9″) oder Leander Haußmann (“Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus!”) haben mit ihren Werken dem demographischen Wandel in Deutschland bereits Tribut gezollt. Jetzt bringt Bernd Boehlich, Experte für warmherzige Komödien, wieder frischen Wind in das Subgenre Seniorenfilm. “Bis zum Horizont, dann links!” beginnt da, wo die meisten Menschen fortgeschrittenen Semesters auf keinen Fall enden wollen, im Altersheim. “Abendstern” nennt sich das Etablissement vollmundig, und auch wenn es dort in Gestalt der vollbusigen Schwester Amelie (Anna Maria Mühe) einen echten Hingucker gibt, besteht der Alltag doch größtenteils aus Langeweile – sieht man mal von der unvermeidlichen Gymnastikstunde und den drögen Lesenachmittagen ab.

    Kaum hat Boehlich seine Charaktere etabliert – darunter Otto Sander als mürrisch-melancholischer Tiedgen und DEFA-Ikone Angelica Domröse als nicht minder verbitterte, von ihrer Familie regelrecht abgeschobene Annegret Simon – drückt er auch schon mächtig auf die Tube. Indem er seinen Protagonisten Tiedgen zum Flugzeugentführer mutieren lässt, wird aus einem harmlosen Rundflug mit einer alten Propellermaschine mit einem Mal eine abenteuerliche Reise in ferne Gefilde, auf der die Passagiere regelrecht dazu gezwungen werden, ihr bisheriges Leben zu überdenken. Und je mehr diese dabei ihre Lebensfreude wieder entdecken, desto mehr öffnet sich der Film, die Kamera verlässt die Enge des Pflegeheims und schwelgt schließlich in Panoramaaufnahmen von Alpen und mediterranen Landschaften.

    Dass zum Schluss das Meer zum Ziel aller Träume wird, ist nicht unbedingt neu, siehe “Knockin’ on Heaven’s Door” oder “Vincent will meer”, dass es jedoch ausgerechnet eine griechische Insel ist, auf der die Alten stranden, ist eine kleine aktuelle Polit-Pikanterie am Rande. Sieht man evon einigen Ungereimtheiten (ein Zehn-Liter-Kanister soll für den Rückflug reichen) und dem allzu abrupten Ende ab, ist Böhlichs Film ein echter (Senioren)Spaß, der mit klassischen Gebissvertauschnummern ebenso aufwartet wie mit makabrem Humor (so sagt ein Greis vor dem Rundflug: “Hätte nicht gedacht, dass ich so schnell in de Himmel komme”) und vor allem erstklassigen Schauspielern, zu denen neben den bereits erwähnten noch Ralf Wolter als tollpatschig-verliebter Gockel und Herbert Feuerstein als penetrant nörgelnder Miesbach, der seinem Namen alle Ehre macht, zählen. lasso.

Darsteller und Crew

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