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Bis zum Ellenbogen (2007)

Bis zum Ellenbogen Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 3.5

Filmhandlung und Hintergrund

Bis zum Ellenbogen: Überdrehte, klamaukige schwarze Komödie im Stil von "Immer Ärger mit Harry", mit dem Schauspieler Justus von Dohnanyi sein Langfilmdebüt gibt.

Bei einem Unfall in den Schweizer Alpen kollidieren der risikofreudige Jung-Reeder Achim (Jan Josef Liefers) und der erfinderische Lebenskünstler Willi (Stefan Kurt) miteinander. Der Streit ist vorprogrammiert und erst Teilzeit-Anrainer Sven (Justus von Dohnanyi), ein pazifistischer Sylter Bankangestellter, kann die Streithähne entzweien, indem er sie in seiner Ferienhütte aufnimmt. Zwar gelingt ein Waffenstillstand bei Käse und Wein, doch dann kommt es zu einem Unfall – Achim und Willi stehen plötzlich mit Svens Leiche da.

Die Aussicht auf einen dicken Koffer Schwarzgeld lässt zwei gänzliche verschiedene Männer bis nach Sylt fahren, während sich die Nation im WM-Taumel des Sommers ’06 befindet. Schwarze Komödie von Schauspieler Justus von Dohnanyi (“Vom Suchen und Finden der Liebe”).

Juppie Achim stößt in den Alpen mit Lebenskünstler Willi zusammen. Der bringt ihn zur Hütte des Sylter Sven, der die beiden freundlich aufnimmt. Beim abendlichen Saufgelage stirbt Sven. Was nun? Die Übriggebliebenen packen die Leiche auf eine Schubkarre und nehmen sie mit auf einen Trip nach Sylt, um dort Svens Bank zu überfallen…

Der schrecklich wohlmeinende Sylter Sven nimmt auf seiner Urlaubshütte in den Schweizer Bergen zwei nervige Zufallsbekanntschaften auf: den jammernden Yuppie Achim und den redseligen, arbeitslosen Handwerker Willi. Aus der Zwangsgemeinschaft wird im Laufe eines abendlichen Saufgelages fast Freundschaft, doch eine gegrillte Gurke wird Sven zum tödlichen Verhängnis. Die Überlebenden schmieden den absurden Plan, mit Hilfe von Svens Leiche die Bank, in der er arbeitete, auszunehmen.

Bilder

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Leiche wegzuschaffen: Das ist ein stets lustiger Topos der Filmgeschichte. Was kann man nicht alles Albernes mit einem Toten anfangen! Und mit dabei immer der Kitzel des Tabubruchs, einmal innerhalb des Films – die Leiche muss immer schön verborgen gehalten werden –, und dann an der Schnittstelle zwischen Kino und Publikum, bei dem bestimmte Saiten angeschlagen werden, wenn mit einem Toten Schabernack getrieben wird.

    In „Bis zum Ellenbogen“ dauert’s eine Weile, bis einer der drei Typen auf der Almhütte aus dem Leben scheidet. Etwas lang hält sich der Film mit der Exposition auf, stellt die Charaktere vor, ohne richtig auf den Punkt zu kommen – der arbeitslose Willy bleibt erst mal etwas vage, zwischen Spiritualität und Schmarotzertum, linken Phrasen und Mädchen für alles. Die anderen beiden sind umso schärfer gezeichnet, Achim, der egomanische Karrierist, und Sven, der Harmoniesüchtige voll Liebestrauer. Erst als dieser nach durchzechter Nacht, in der sich die gegensätzlichen Figuren näherkommen, rücklings in einen Gurkenbräter fällt, geht’s richtig los: Jetzt beginnen die Ideen zu sprudeln, kleine Drehbuchfeinheiten und inszenatorische Kniffs werden auf dem langen Weg aus der Schweiz nach Sylt peu a peu eingeflochten – allein schon der Gurkenbräter, eine Spielerei, in dem eine Gurke unter Strom gesetzt wird, bis sie glüht!

    Justus von Dohnanyi, der die Leiche spielt, hat mit seinen Kumpels Stefan Kurz und Jan Josef Liefers einfach mal einen Film gedreht, ausgerechnet zur letztjährigen WM-Zeit. Offenbar mit Minibudget, dafür mit fantasievollen Gags, schickt er Willy und Achim durch Deutschland, immer knapp am Sommermärchen vorbei – wahrscheinlich taucht die WM auch deshalb eher am Rande auf, weil die Fifa ganz eifersüchtig auf ihren Bildrechten beharrt und jede Annäherung eine Menge Geld gekostet hätte…

    Aber wunderbar flippt Stefan Kurt an der Schweizer Grenze aus, als das Handy des Toten im Dachaufbau des Wagens klingelt. Und schön ausgedacht ist das Präparieren des Toten als WM-Alkoholleiche, stinkend und von Verwesungsgasen rülpsend, oder das eifrige Bemühen, alle zu täuschen – inklusive Mutter und Chef des Toten –, um ans ganz große Ziel zu kommen…

    Immer mehr enthüllt sich, wie sehr sich Achim und Willy eigentlich gleichen, als Underdogs, die für sich was rausholen wollen. Damit ist der Film auch eine Satire auf die Ellenbogengesellschaft, wo nur tricksen und täuschen zum ganz großen Geld führen. Wo sich Einfallsreichtum nur dann auszahlt, wenn man mit einer Leiche auf Urlaub ist. Und wenn dann dem Chef – Devid Striesow herrlich jovial-böse – ein lebloser Körper als ergebenen Angestellten vorgemacht wird und der nichts merkt, ist eigentlich alles gesagt über unser hierarchisch-entmenschlichtes Wirtschaftssystem…

    Fazit: Low-Budget-Komödie über eine Leiche auf Urlaub. Einfallsreich, witzig, mitunter überraschend und unberechenbar, so dass ein paar Längen zu Anfang kaum ins Gewicht fallen.
  • Immer Ärger mit Sven haben Stefan Kurt und Jan Josef Liefers in Justus von Dohnanyis schwarzhumorigen Regiedebüt. Ein derber Spaß, der Low Budget mit extrem hohem Lachfaktor verbindet.

    Um Spiel und Pointen seiner Mitspieler und ehemaligen Kollegen vom Thalia-Theater besser im Blick zu haben, gab sich Charakter-Mime von Dohnanyi bei seinem Langspielfilmregiedebüt die Rolle von Sven, der zwei Drittel des Films als Leiche für etliche Komplikationen im Stil von “Immer Ärger mit Harry” oder “Immer Ärger mit Bernie” sorgt. Als Lebender kann er – wenn auch nur kurz – nachhaltig sein schauspielerisches Können unter Beweis stellen. Als schrecklich wohlmeinender Sylter Sven nimmt er auf seiner Urlaubs-Hütte in den Schweizer Bergen gleich zwei nervige Zufallsbekanntschaften auf: den jammernden Juppie Achim (Liefers) und den redseligen, arbeitslosen Handwerker Willi (Kurt). Die beiden waren auf einem Weideweg buchstäblich zusammengestoßen. Aus der Zwangsgemeinschaft wird im Laufe eines abendlichen Saufgelages fast Freundschaft, doch eine gegrillte Gurke wird Sven zum tödlichen Verhängnis. Die Überlebenden schmieden den absurden Plan, mit Hilfe von Svens Leiche die Bank, in der er arbeitete, aus zu nehmen (um nicht auf “Hartz 4.2″ – wie der Arbeitstitel des Films lautete – angewiesen zu sein). Doch das bedeutet seine Leiche quer durch Deutschland im WM-Fieber zu schaffen.

    Dohnanyi schrieb auch das Drehbuch und produzierte mit Hilfe von Lars Büchels Firma ohne Förderung und Sender einen kleinen, dreckigen Film, dessen Video-Optik durch eine Komik, die fast immer funktioniert, wett gemacht wird. Da sitzt die Pointe, die Betonung im Dialog und das Timing beim Slapstick. Die Komik variiert dem Thema entsprechend von grotesk bis bitterböse, derb und eklig. Dabei werden die Gags nicht unbedingt neu erfunden und die Story ist vergleichsweise rudimentär, doch zumindest das Publikum beim Filmfest München muss Muskelkater vom Lachen und Schenkelklopfen bekommen haben. Dieser Guerilla-Film-Ausflug von drei Freunden sollte viele Freunde finden. hai.

Darsteller und Crew

News und Stories

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